Berlin Gehaltscheck: So viel Geld verdienen Angestellte bei Burger King
Burger King beschäftigt in Deutschland tausende Mitarbeiter. Doch wie viel verdienen Kassierer und Küchenhelfer? Ein Blick auf Löhne, Zusatzleistungen und die Unterschiede zwischen Franchisenehmern und hauseigenen Restaurants.
Die amerikanische Schnellrestaurantkette Burger King hat weltweit 18.000 Filialen, davon stehen 750 in Deutschland. Mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2023 liegt das Unternehmen hinter dem Konkurrenten McDonalds, das 4,8 Milliarden Euro Umsatz vorweisen kann.
Hierzulande haben allerdings alle Fast-Food-Ketten ein großes Problem: geeigneten Nachwuchs zu finden. Ein Grund könnten die niedrigen Löhne sein, wie Tarifpolitik-Experten vermuten. Aber wie viel verdienen die rund 25.000 Mitarbeiter von Burger King überhaupt?
„Die Entlohnung erfolgt entsprechend den festgelegten Tarifen“, erklärt das Unternehmen auf Nachfrage. Allerdings werden die meisten Restaurants nicht vom Konzern, sondern von Franchiseunternehmen betrieben. „In Fremdregie“, wie es heißt. Sie agieren damit als unabhängige Arbeitgeber, soll heißen: Sie müssen sich nicht an dem Tarifvertrag orientieren.
Die Burger King Deutschland GmbH, die mehr als 145 unternehmenseigene Restaurants betreibt, ist hingegen Mitglied des Bundesverbands der deutschen Systemgastronomie (BdS). Der Verband regelt gemeinsam mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die bundesweit geltenden Entgelt- und Manteltarifverträge.
Die Stimmung zwischen Verband und Gewerkschaft ist derzeit allerdings getrübt: Mark Baumeister, Verhandlungsführer der Gewerkschaft NGG, bemängelt Einkommen, die „knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn“ lägen. Die Gewerkschaft fordert einen Einstiegslohn von 15 Euro. Außerdem sollen die Beschäftigten der Gastro-Branche ab Tarifgruppe zwei pro Monat 500 Euro mehr erhalten. Zudem soll auch die Ausbildungsvergütung steigen.
Der Bundesverband der Systemgastronomie habe sein ursprüngliches „Magerangebot, das bei rund 13 Euro pro Stunde in den unteren drei Tarifgruppen lag“ lediglich um 5 Cent erhöht, kritisierte Mark Baumeister, NGG-Verhandlungsführer. Zudem seien die angebotene Laufzeit von 42 Monaten und eine erste Erhöhung ab 1. Januar inakzeptabel. Nachdem auch die fünfte Tarifverhandlungsrunde gescheitert ist, soll es im März einen Schlichtungsversuch geben.
Wie viel die Mitarbeiter bei Burger King Deutschland derzeit verdienen, zeigt ein Blick in den noch geltenden Tarifvertrag für die Systemgastronomie. Die Eingruppierung erfolge in den Tarifgruppen 1 bis 12 anhand der Tätigkeits- und Funktionsbeschreibung der jeweiligen Position, so das Unternehmen. Die Arbeitszeit einer 5-Tage-Woche beträgt, exklusive der Pausen, 39 Stunden beziehungsweise 169 Stunden im Monat.
Angestellte, die in den Burger-King-Filialen an der Kasse sitzen, in der Küche arbeiten oder Tische abräumen und die Toiletten putzen, werden in den untersten drei Stufen eingruppiert. Sie würden aktuell laut geltendem Tarifvertrag zwischen 11,80 Euro und 12,46 Euro brutto pro Stunde verdienen.
Weil das aber unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns liegen würde, heißt es im Tarifvertrag: „Falls der Abstand zwischen dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Bruttostundenentgelt in einer Tarifgruppe den Betrag von 0,20 € unterschreiten sollte, erhöht sich das Bruttostundenentgelt in dieser Tarifgruppe zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses gesetzlichen Mindestlohns auf einen Betrag, der diesen gesetzlichen Mindestlohn dann um 0,20 € übersteigt.“
Seit Januar liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 12,82 Euro brutto in der Stunde. Damit verdienen Angestellte in den ersten drei Tarifgruppen 13,02 Euro beziehungsweise ein Bruttomonatslohn in Höhe von 2.200 Euro.
Schichtführer stehen in der Hierarchie etwas weiter oben und teilen unter anderem die Restaurantmitarbeiter für die zu besetzenden Arbeitsstationen ein, übernehmen die Abrechnung der Kassenbestände, nehmen Warenlieferungen an und sorgen dafür, dass Hygienevorschriften eingehalten werden.
Laut Tarifvertrag (Tarifgruppe 4) verdienen die Schichtführer in den ersten zwölf Monaten – nach erfolgreichem Abschluss betriebsinterner Qualifizierungsmaßnahmen – mindestens 13,53 Euro die Stunde beziehungsweise etwa 2.287 Euro im Monat.
Wer länger als ein Jahr die Position innehat, steigt in die nächst höhere Tarifgruppe 5 auf, womit sich auch der Stundenlohn auf mindestens 15,53 Euro erhöht. Im Monat sind das rund 2.625 Euro brutto.
Auf der untersten Management-Ebene befinden sich dann die sogenannten Restaurant-Assistenten. Sie agieren als eine Art stellvertretender Restaurantleiter und unterstützen unter anderem den Restaurant-Manager bei dessen Tätigkeit.
Ihr Stundenlohn beträgt in den ersten zwölf Monaten mindestens 17,09 Euro, was im Monat brutto 2.888 Euro macht. Anschließend (Tarifgruppe 7) steigt ihr Lohn auf mindestens 18,13 Euro je Stunde beziehungsweise rund 3.064 Euro monatlich.
Für die Leitung eines Burger-King-Restaurants (Tarifgruppe 9) erhält man mindestens 20,78 Euro die Stunde beziehungsweise 3.512 Euro brutto im Monat und kann je nach Erfahrung, Anforderungen und Verantwortungsbereich auf bis zu 24,45 Euro die Stunde beziehungsweise 4.132 Euro im Monat hinaufgehen.
Das Unternehmen lockt Bewerber mit Zuschlägen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Demnach zahlt Burger King Deutschland seinen Mitarbeitern einen Zuschlag für Feiertage, der 100 Prozent des Bruttostundenentgelts beträgt. Wer zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens arbeitet, kann mit einem Zuschlag von 15 Prozent des Bruttostundenentgelts rechnen.
Tarifvertraglich ist ein Urlaubsgeld vorgesehen: Im Juli eines Jahres bekommen Mitarbeiter ebenfalls in Abhängigkeit zur Betriebszugehörigkeit zwischen 415 Euro und 568 Euro. Die Arbeit am Sonntag ist allerdings laut Manteltarifvertrag nicht zuschlagspflichtig. Laut Tarifvertrag erhalten Beschäftigte zusätzlich eine Jahressonderzuwendung: Die Höhe beträgt ebenfalls nach Jahren der Betriebszugehörigkeit zwischen 415 Euro und 568 Euro und wird im November eines Jahres ausgezahlt.
Die Anzahl der Urlaubstage ist tariflich festgelegt und ist nach Jahren der Betriebszugehörigkeit gestaffelt: Im ersten und zweiten Jahr gibt es lediglich 25 Urlaubstage, im siebten Jahr sind es 30 Urlaubstage. Wer nach der Ausbildung im Betrieb bleibt, dessen Jahre werden angerechnet, damit sind es dann bereits 27 Urlaubstage. Wer heiratet, silberne oder goldene Hochzeit feiert, gerade ein Kind bekommen hat, umzieht, einen nahen Angehörigen verliert oder zu einer Beerdigung gehen muss, bekommt zwei Arbeitstage zusätzlich frei.
Jeder Mitarbeiter hat gemäß Tarifvertrag die Möglichkeit eine betriebliche Altersvorsorge zum Beispiel im Rahmen einer Entgeltumwandlung in Anspruch zu nehmen. Die Höhe richtet sich erneut nach der Betriebszugehörigkeit und liegt zwischen 13,29 Euro und 26,59 Euro pro Monat für Beschäftigte, sowie 6,65 Euro und 9,97 Euro für Auszubildende.
Wer eine Ausbildung zum Fachmann beziehungsweise zur Fachfrau für Systemgastronomie machen möchte, erhält bei der Fast-Food-Kette im ersten Jahr 983 Euro brutto monatlich, im zweiten Jahr steigt das Gehalt auf 1.098 Euro, während es im dritten Jahr bei 1.226 Euro liegt.