Neubau in Brinkum Kosten für Feuerwehrzentrale gehen nach oben
In einem Jahr soll es mit dem Bau der neuen Feuerwehrtechnischen Zentrale für die Kreisfeuerwehr Leer losgehen. Der Abriss des alten Schulgebäudes zieht sich derweil hin.
Brinkum - Der Neubau einer Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) für die Kreisfeuerwehr ist für den Landkreis Leer zu einer Daueraufgabe geworden. Außerdem sind die erwarteten Kosten für das Gebäude, das in Brinkum entstehen sollen, weiter in die Höhe gegangen. Über den aktuellen Stand des Projektes berichtete Christin Kempf, neue Amtsleiterin im Gebäudemanagement des Landkreises, jetzt im Ausschuss für Feuerschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz.
Demnach wird nun mit Gesamtkosten von 34,5 Millionen Euro für die FTZ gerechnet. Vor etwa einem Jahr war noch von 26 Millionen die Rede gewesen. Allerdings sei die Planung erweitert worden, so Kempf: Ein Übungsturm und eine Zisterne für die Regenwassernutzung seien zusätzlich einkalkuliert worden, außerdem hätten sich Mehrkosten für die Bodenverbesserung auf dem Standort sowie für die Technik einer Solar- und Windenergieanlage ergeben.
Der Abriss zieht sich in die Länge
Dort, wo die FTZ gebaut werden soll, stand bisher ein Schulgebäude. Ehemals die Orientierungsstufe, später dann eine Außenstelle der Oberschule Kloster Barthe in Hesel. Mit dem Abriss der Gebäude war vor Weihnachten begonnen worden, aber die Arbeiten ziehen sich laut Kempf hin. „Ein Gebäuderiegel ist so weit, dass mit dem Abriss in Kürze begonnen werden kann“, erläuterte sie. Vorher waren aus dem Gebäude alle Holzteile und Dämmung entfernt worden, die Materialien werden für die Verwertung getrennt.
Laut Kempf muss aus dem zweiten Gebäuderiegel ein Fußbodenbelag mit asbesthaltigem Kleber entfernt werden. Wegen des Schadstoffes ist dies besonders aufwändig. Die Entfernung von asbesthaltigen Baustoffen erfordert immer besondere Schutzmaßnahmen, damit die Fasern nicht entweichen können. Dennoch rechnet Kempf damit, dass alle Gebäude bis Jahresende abgerissen werden. Ein Verdacht auf Kampfmittel im Untergrund habe sich glücklicherweise nicht bestätigt.
Baubeginn für 2026 vorgesehen
Noch im dritten und vierten Quartal 2025 können ihren Angaben zufolge die ersten Ausschreibungen erfolgen. „Der Start der Bauarbeiten könnte dann im ersten Quartal 2026 sein“, so Christin Kempf. Eine Voraussetzung dafür, die Aufstellung eines gültigen Bebauungsplans, habe die Gemeinde Brinkum inzwischen erfüllt, der Plan sei kürzlich im Amtsblatt veröffentlicht worden. Die Bauzeit für die FTZ wird etwa zwei Jahre dauern. „Für 2028 rechnen wir mit der Einweihung“, sagt sie im Ausschuss. Eigentlich hatte der Landkreis die FTZ im Jahr 2027 fertigstellen wollen.
Das Projekt FTZ ist seit Jahren in der Planung. Das heutige Gebäude in Leer ist veraltet und viel zu klein. Um alle Fahrzeuge der Kreisfeuerwehr angemessen unterbringen zu können, wurden sogar Hallenplätze angemietet. Die Schulungsräume in der jetzigen FTZ erfüllen ihren Zweck nicht mehr. Zunächst war ein Neubau auf einem Grundstück im Industriegebiet Nord in Nüttermoor geplant gewesen.
Viel Technik für die neue FTZ
Dazu gab es bereits konkrete Pläne, wie die FTZ aussehen soll und welche Räume für die Tierseuchenzentrale und den Katastrophenschutz zur Verfügung stehen sollen. Dann jedoch folgte eine Wende und mit der Planung wurde für den Standort Brinkum neu begonnen. Um Baukosten zu sparen, soll die Fassade nicht vollständig mit Klinker verkleidet werden. Insbesondere für die große Fahrzeughalle sollen die Außenwände mit einem Recyclat-Kunststoff verkleidet werden.
Beheizt werden soll das Gebäude über Wärmepumpensysteme, Photovoltaik auf dem Dach unterstützt bei der Stromversorgung und Warmwassererzeugung. Als mit der Planung für die FTZ begonnen wurde, war noch Theo de Freese Kreisbrandmeister. Ihm folgten zunächst Johann Waten, der mit einem Baubeginn 2021 rechnete, und danach Ralf Heykants. Er hat mittlerweile das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben, sein Nachfolger Ernst Berends ist seit dem 1. Januar 2025 im Amt. Vielleicht wird die FTZ in seiner Amtszeit fertig.