Winter in Ostfriesland Straßenmeistereien für erneuten Winterdienst in Bereitschaft
Bis zu acht Zentimeter Schnee in Ostfriesland, teilweise glatte Straßen, einige Unfälle: Der Wintereinbruch war alles in allem sanfter als angekündigt, sorgte aber bei einigen Autofahrern für Verwunderung.
Ostfriesland - Gut acht Zentimeter Schnee im Rheiderland, ein weißer Hauch in den Landkreisen Aurich und Wittmund, teilweise etwas mehr Schnee im Landkreis Leer: Das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) angekündigte „weiße Erwachen“ ist am Dienstag deutlich sanfter eingetreten als prognostiziert. Dennoch sorgte stellenweise Glätte für Staus und Verzögerungen im morgendlichen Berufsverkehr und auch für einige Unfälle.
Schülerverkehr in der Region lief planmäßig
Keine Probleme gab es für den Schülerverkehr in den Landkreisen Aurich, Wittmund und Leer: Die Busse fuhren überall planmäßig. „Und es sind bislang auch keine Anfragen oder Beschwerden eingegangen“, hieß es aus dem Kreisamt Aurich. Auch die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund meldete sonst keine Probleme mit Unfällen. Im Landkreis Leer war ebenfalls „nichts Gravierendes“, sagte eine Polizeisprecherin. Es habe einige wenige Unfälle mit Blechschäden gegeben. Gegen 9 Uhr war auf der A31 zwischen Riepe und Neermoor ein Lastwagen ins Rutschen geraten, das Fahrzeug schrammte an der rechten Leitplanke entlang und blieb auf dem Seitenstreifen stehen.
Leicht verletzt wurde ein Lkw-Fahrer, der nach Angaben der Polizei gegen 11 Uhr in Remels auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über seinen 40-Tonner verloren hatte. Der mit Sand beladene Lkw aus den Niederlanden prallte gegen einen Baum. Wegen des Unfalls wurde die Remelser Straße halbseitig gesperrt. Um den Lkw zu bergen, musste ein Kran eingesetzt werden.
Emsland und Grafschaft Bentheim sind Spitzenreiter bei Unfällen
Deutlich schlechter weggekommen sind am Dienstagmorgen das Emsland und die Grafschaft Bentheim. Auf teils spiegelglatten Straßen hatte es allein zwischen 5.45 und 9.30 Uhr in den beiden Landkreisen 25 Unfälle gegeben, berichtete Polizeisprecherin Corinna Maatje. In 19 Fällen sei es bei Blechschäden geblieben, bei sechs Unfällen gab es Leichtverletzte. Im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück war die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim bei glättebedingten Unfällen am Dienstagmorgen Spitzenreiter, sagte die Sprecherin. Insgesamt hat es im Bereich der Polizeidirektion – dazu gehören neben Emsland/Grafschaft Bentheim und Osnabrück auch Leer/Emden und Aurich/Wittmund – glättebedingt 64-mal gekracht.
Über ein Dutzend Mal mussten auch die Beamtinnen und Beamten der Polizei im Ammerland ausrücken, um Unfallstellen zu sichern und Hilfe zu leisten: Auch dort blieb es in den meisten Fällen bei Sachschäden, nur wenige Personen seien verletzt worden. Ein größerer Unfall ereignete sich gegen 8.50 Uhr auf der Straße Zum Hullen im Bereich Westerstede. Ein Fahrzeug mit Anhänger kam leicht von der Fahrbahn ab. Der Anhänger schwenkte in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem entgegenkommenden Lkw. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer des Unfallwagens in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste freigeschnitten werden. Laut Polizei erlitt er glücklicherweise nur leichte Verletzungen.
Auch am Mittwoch werden Schneeschauer erwartet
Auch am Mittwochmorgen werden nach Angaben des DWD nochmals einzelne Schauer über Ostfriesland hinwegziehen und als Schneeregen und Schnee fallen. Die Höchstwerte bewegen sich zwischen null und zwei Grad, damit ist erneut mit teilweise glatten Straßen zu rechnen.
Bereits darauf vorbereitet ist der Winterdienst der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich: Die Beschäftigten in den Straßenmeistereien in Aurich, Jever, Leer und Wittmund sind in Bereitschaft, um zügig ausrücken zu können, sobald es auf den Straßen wieder glatt wird. Zuständig sind die Teams für das mehrere Hundert Kilometer umfassende Straßennetz aus Bundes, Landes- und teils Kreisstraßen in ganz Ostfriesland.
Winterdienst dreht bereits nachts seine Runden
Bereits in der Nacht zu Dienstag seien alle Räum- und Streufahrzeuge im Dienst gewesen. „Dadurch gab es keine größeren Probleme“, sagte Johannes Booken, Sprecher der Landesbehörde, auf Nachfrage. Der Einsatz sei nachts schon vorbereitet worden und so konnte dann frühmorgens schon mit dem Streuen begonnen werden. „Je nach erwarteter Schneemenge streuen wir auch schon mal am Vorabend, damit es erst gar nicht zu massiver Glätte kommt“, erläutert Booken. Darüber hinaus werden ab 1.30 Uhr bestimmte Streckenabschnitte kontrolliert. Sollte es dort glatt sein, wird der Winterdienst ausgelöst.
Ziel ist laut Landesbehörde, dass die Straßen ab 6 Uhr geräumt und befahrbar sind. Bis alle Straßen gestreut sind, dauert es etwa drei Stunden. Die Strecken werden entsprechend ihrer Bedeutung für den Verkehr nacheinander gestreut. Das bedeutet, dass Hauptverkehrsstraßen, die in Städte führen, Vorrang vor umliegenden Straßen haben.
Am Dienstagmorgen hatten sich Autofahrer im Berufsverkehr gewundert, dass die B72 von Leer nach Aurich frei und geräumt war, doch die Gegenrichtung von Aurich nach Leer nicht. Dort sei es teilweise spiegelglatt gewesen. Warum das passieren kann, erklärt Booken so: „Jede Straßenmeisterei ist für den Winterdienst auf bestimmten Strecken zuständig. Die Räumstrecken sind als rund dreistündige Runden angelegt. Dabei kann es natürlich passieren, dass eine bereits gestreute Strecke wieder zuschneit, während das Räumfahrzeug noch die Runde zu Ende bringt.“ Genau das sei auf der B72 passiert. „Wir können eben nicht überall gleichzeitig fahren“, so Booken.