Mannheim  Messerattacke von Mannheim: IS-Sympathisant ab Donnerstag vor Gericht

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Von afp
| 11.02.2025 10:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Viele Menschen haben nach dem tödlichen Messerangriff in Mannheim den Verletzten und dem getöteten Polizisten gedacht. Foto: dpa/Thomas Frey
Viele Menschen haben nach dem tödlichen Messerangriff in Mannheim den Verletzten und dem getöteten Polizisten gedacht. Foto: dpa/Thomas Frey
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Der tödliche Messerangriff in Mannheim erschütterte im vergangenen Jahr ganz Deutschland. Jetzt kommt der IS-Sympathisant, der mehrere Menschen verletzt und einen Polizisten getötet hat, vor Gericht. Was ihm konkret von der Bundesanwaltschaft vorgeworfen wird.

Dieser Anschlag wird oft in einem Atemzug mit den Taten von Solingen und Aschaffenburg genannt: Am Donnerstag beginnt der Prozess um den tödlichen Messerangriff von Mannheim. Kurz vor der Europawahl stach im Mai auf dem Mannheimer Marktplatz ein aus Afghanistan stammender IS-Sympathisant um sich und tötete einen Polizisten. Das Verfahren ist ein Staatsschutzverfahren, das im besonders gesicherten Gefängnis Stuttgart-Stammheim stattfindet.

Der Angriff vom 31. Mai sorgte auch deshalb bundesweit für aufgewühlte und entsetzte Reaktionen, weil ein Video von der Attacke kursierte. Darauf ist zu sehen, wie ein Angreifer mehrmals auf den Kopf des 29 Jahre alten Polizisten einsticht.

Der Beamte gehörte zu Polizeikräften, die wegen einer Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa eingesetzt waren. Die Attacke galt ursprünglich Teilnehmern der Kundgebung. Der Polizist, der eingreifen wollte, starb kurz danach im Krankenhaus.

Die Bundesanwaltschaft klagte Sulaiman A. wegen Mordes, fünffachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an. Nach Überzeugung der Ermittler hegt A. Sympathien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und teilt deren Ideologie.

Er wurde aber nicht als IS-Mitglied oder Terrorist angeklagt. Spätestens Anfang Mai vergangenen Jahres habe sich der sein halbes Leben in Deutschland lebende Angeklagte entschlossen, in Deutschland einen Anschlag auf vermeintlich Ungläubige zu begehen, hieß es.

Zu diesem Zweck habe er am 31. Mai mit einem großen Jagdmesser bewaffnet auf der Kundgebung der Bürgerbewegung Pax Europa zunächst auf deren Hauptredner eingestochen. Bei diesem handelt es sich um den wegen Volksverhetzung verurteilten Islamkritiker Michael Stürzenberger.

Vier Menschen, die diesem helfen wollten, habe A. mehrfach wuchtige Messerstiche verpasst. Schließlich habe er sich auf den herbeigeeilten Polizisten gestürzt und auf diesen eingestochen.

A. wurde selbst angeschossen. Seit Mitte Juni sitzt er in Untersuchungshaft. Für das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wurden bis Oktober mehr als 20 Verhandlungstage angesetzt.

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