Ostfriese ist begehrt Verlässt auch Luca Prasse den SV Meppen?
Bei Kumpel Marek Janssen ist die Zukunft schon klar. Doch auch Luca Prasse hat einen auslaufenden Vertrag und könnte eine neue Herausforderung suchen. Was für einen Verbleib und Wechsel spricht.
Meppen - Droht dem SV Meppen im Sommer neben Marek Janssen der Abgang des zweiten Ostfriesen und eines weiteren Leistungsträgers? Der Vertrag von Luca Prasse läuft aus und Angebote aus höheren Ligen liegen angeblich vor. Der SVM kann bei den Verhandlungen jedoch gute Argumente auf den Tisch legen.
Offensiv so richtig durchgestartet bei den Meppenern ist in dieser Spielzeit Luca Prasse. Mit sieben Treffern liegt der 20-Jährige in der internen Torjägerliste hinter Kumpel Marek Janssen (12) auf Platz zwei.
So äußert sich der Trainer
Hat der Trainer Sorge, dass auch Prasse den Verein verlassen wird? „Sorgen habe ich keine, nein“, wiegelt Lucas Beniermann ab. Am Ende seien es noch ein paar mehr Spieler, deren Verträge auslaufen. Das sei ganz normal in dem Geschäft.
Dass die Vertragsgespräche und die offene Zukunft einiger Spieler die Meppener vom Sportlichen ablenken kann, glaubt der Trainer nicht. Lucas Beniermann versucht, die Situation herunterzuspielen. „Jedes Jahr laufen bei Mannschaften im Leistungs- oder Profisport Verträge aus. Und dann muss man damit umgehen.“ Das gehöre halt dazu, und aus Trainersicht sehe er das nicht als Problem.
Das sagt Prasse
Im OZ-Podcast „Inside Kickers Emden“ hatte Henning Rießelmann, Sportlicher Leiter in Emden, im Dezember über Luca Prasse gesprochen. „Die Realität ist ja auch so, dass ein Luca Angebote aus der 2. und 3. Liga vorliegen hat“, sagte Rießelmann, der nach eigener Aussage einen guten Austausch mit Prasse hat.
Im Januar äußerte sich Prasse beim Besuch in seiner ostfriesischen Heimat zu dem Thema. Er war zu Gast im Podcast „Toddi & Chris“. Dass er gerne irgendwann nochmal höher in der 2. oder 3. Liga spielen würde, gibt Prasse zu. „Es ist auf jeden Fall noch mein Ziel.“ Mit Angeboten habe er sich tatsächlich noch gar nicht beschäftigt, ergänzt er. „Ich höre auch viel und werde oft gefragt.“ Aber er wolle erstmal mit Meppen die Saison beenden. „Was danach ist, damit kann ich mich immer noch beschäftigen.“
Was für einen Abgang spricht
Prasses Vertrag läuft aus. Es wäre also keine Ablöse fällig. Sportlich und finanziell könnte er den nächsten Schritt gehen. Und ein fußballerischer und privater Begleiter verlässt den SVM: Prasse stammt ebenso wie Torjäger Marek Janssen aus Ostfriesland. Beide sind miteinander befreundet.
Beide debütierten am 15. Januar 2023 für den SVM: Beim 1:1 in Dresden wurden sie eingewechselt. Janssen erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich. Und bei beiden enden am 30. Juni 2025 die Verträge mit dem SV Meppen. Janssen hat bereits beim Drittligisten Rot-Weiss Essen unterschrieben.
Was für einen Verbleib spricht
Prasse ist erst 20 Jahre alt und hat als Profi noch viele Jahre vor sich. Junge Spieler brauchen Spielzeit. Können sich in höheren Spielklassen auf der Bank oder als Einwechselspieler schlechter entwickeln. Beim SVM kennt er das Umfeld und die Mitspieler, der Trainer setzt auf ihn und gibt ihm die optimale Position.
Er sei ein Spieler, der immer spielen möchte, sagt Prasse. „Ich möchte einfach weiter Spaß am Fußball haben.“ Und wenn er in Meppen einen neuen Vertrag unterschreibt, wird er gegenüber seinem ersten Profivertrag mutmaßlich einen Gehaltssprung machen.
Prasses Werdegang
Seit der U15 spielt Prasse beim SV Meppen Fußball. Im Januar 2023 unterschrieb er als 18-Jähriger seinen ersten Profivertrag mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Zu jener Zeit spielte er noch mit den A-Junioren des Vereins in der Bundesliga. Der damalige Herrentrainer Stefan Krämer warf Prasse in der 3. Liga als Einwechselspieler ins kalte Wasser. Krämers Nachfolger Ernst Middendorp gab ihm die ersten Startelfeinsätze.
Beim SV Concordia Suurhusen hatte Prasse einst mit dem Kicken begonnen. Ein Jahr trug er das Trikot von Kickers Emden, bevor es 2018 ins NLZ Emsland ging.