Kolumne „Digital total“  Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 11.02.2025 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel.
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Software, die in unserem Alltag genutzt wird, ist oftmals fehleranfällig. Aber warum wird sie überhaupt genutzt, fragt sich unser Kolumnist. Schließlich gibt es auch einfachere Alternativen.

Ich gönne mir den Luxus, meine eigene Webseite zu betreiben. Früher war das der einzige Weg, eine Internetpräsenz zu haben. Heute machen das natürlich nur noch die wenigsten Privatpersonen. Da es mir als Journalist allerdings sehr wichtig ist, dass ich meine eigene Meinung öffentlich äußern kann, komme ich auch dieser Tage nicht darum herum. Soziale Medien sind keine Option, wenn man sich gerne mit den Reichen und Mächtigen anlegt.

Zur Person

Fabian Scherschel, geboren in Duisburg und nun in Düsseldorf lebend, arbeitete bis 2019 als Redakteur für das Tech-Portal Heise-Online und für die Tech-Newsseite „The H“ in London. Als Freiberufler schreibt er unter anderem für das Magazin „c’t“. Mittlerweile hat der begeisterte Podcaster sein eigenes Projekt: fab.industries. Fernseh- und Radiosender schätzen ihn als Experten.

Natürlich bringt es einiges an Verantwortung mit sich, seine eigene Webseite zu betreiben. Und so habe ich, während ich die vergangenen paar Tage damit verbrachte, meine Blog-Software zu modernisieren, viel darüber nachgedacht, wie kompliziert diese Software doch eigentlich ist. Dabei benutze ich schon ein sehr minimales Setup: Die Software baut die Webseite auf meinem Rechner aus statischen HTML-Dokumenten zusammen, die dann auf den Server geladen werden. Alle Funktionen der Webseite werden im Browser der Besucher lokal ausgeführt, der Server an sich macht nichts, als die Dateien bereitzustellen. Auf dem Server selbst wird nichts ausgeführt und es werden dort keine Daten der Besucher gespeichert. Im Zuge der allgegenwärtigen Datensammelwut ist diese Art, eine Webseite bereitzustellen, zwar allgemein aus der Mode gekommen, es ist aber eine sehr effiziente und datensparsame Art, eine Internetpräsenz zu betreiben.

Dementsprechend ist auch die Software, die ich nutze, um meine Webseite zu bauen, sehr klein und effizient. Trotzdem hat es mich mal wieder überrascht, wie kompliziert der Quellcode meiner eigentlichen Seite ist. Und wie viel man bei einer Modernisierung des Layouts kaputtmachen kann.

Immer, wenn ich so hobbymäßig an einem Software-Projekt herumdengele, muss ich daran denken, wie riesig und kompliziert richtige Software ist. Die Software, die in unseren Autos, in Flugzeugen und im Bankensystem steckt. Kein Wunder, dass da überall Bugs und Sicherheitslücken drin sind!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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