Bundestagswahl 2025  Wahl-Arena im Zollhaus Leer – Faktencheck zum Thema Klima

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 07.02.2025 16:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In mehreren Themenbereichen diskutierten die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Bundestag in Leer vor zahlreichen Zuschauern. Eingeladen waren die Kandidaten aller bereits im Bundestag vertretenen Parteien. Foto: Ortgies
In mehreren Themenbereichen diskutierten die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Bundestag in Leer vor zahlreichen Zuschauern. Eingeladen waren die Kandidaten aller bereits im Bundestag vertretenen Parteien. Foto: Ortgies
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In Leer trafen die Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken aufeinander, um über die zentralen Themen des Wahlkampfes zu debattieren.

Ostfriesland - Am 6. Februar 2025 trafen sich die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Unterems zu einer Diskussionsrunde im Leeraner Zollhaus, organisiert von dieser Zeitung.

Wir liefern thematisch gegliederte Faktenchecks zu ausgewählten Aussagen. Jeder Faktencheck enthält den Livestream des Abends ab dem Zeitpunkt des Themengebietes, um die Diskussion nachverfolgen zu können. An der Veranstaltung nahmen Gitta Connemann (CDU), Anja Troff-Schaffarzyk (SPD), Julian Pahlke (Grüne), Ferhat Asi (FDP) und Michel Rolandi (Linke) teil. Martina Uhr (AfD) musste ihre Teilnahme aus terminlichen Gründen absagen.

Thema 3: Klima

Behauptung: Im Emsland gab es im Unterschied zu Ostfriesland keine einzige Bürgerinitiative gegen Windparks

In der Diskussion zu erneuerbaren Energien sagte Gitta Connemann (CDU), dass es im Emsland, anders als in Ostfriesland, keine einzige Bürgerinitiative gegen Windparks gegeben habe. Grund sei, dass die Emsländer über Genossenschaften an den Windparks beteiligt werden.

Faktencheck: Auch im Emsland gab und gibt es Gegenwehr gegen geplante Windenergieanlagen

Aktuell wird im Nordosten des Emslandes in der Samtgemeinde Werlte und Umgebung gegen geplante Windenergieanlagen im Eleonorenwald mobilisiert. Gegner der Pläne haben mehr als 5000 Unterschriften gesammelt. Auch gegen geplante Anlagen in einem Waldstück beim Kloster Bardel in der Grafschaft Bentheim in direkter Nachbarschaft zum Emsland gab es Widerstand.

Außerdem gibt es auch in Ostfriesland Beteiligungsformen an Windparks.

Behauptung: Die Ampel-Regierung hat die Förderung für Batterieforschung auslaufen lassen

Diesen Vorwurf äußerte Gitta Connemann (CDU) explizit in Richtung Julian Pahlke (Grüne).

Faktencheck: Die Bundesregierung hat Mittel gekürzt, aktuell gibt es eine Überbrückungsfinanzierung

Im vergangenen Jahr haben die Fachverbände Alarm geschlagen: Ab 2025 „werden keine neuen Batterieforschungsprojekte mehr durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert“, berichtete das ZDF. Das BMBF war zu diesem Zeitpunkt FDP-geführt. Mehr als 150 Millionen Euro flossen zuletzt jährlich in den Aufbau von Forschungskapazitäten an Universitäten und Instituten – 30 Prozent der öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Batterietechnologie in der Bundesrepublik, so das ZDF. Durch die Mittelkürzungen, so der MDR; konnten nur alte Projekte fortgeführt, aber keine neuen angestoßen werden. Michael Krausa vom Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien wird mit Stand Dezember 2024 so zitiert: „Es wird 2025 keine Anschlussfinanzierung für irgendwelche Vorhaben geben. Es werden keine neuen Vorhaben gestartet. Die Dramatik ist groß, weil das ein klares Signal an die Forschungseinrichtungen ist, dass das Thema ausläuft. Man kann letzten Endes sagen: Die Batterieforschung in 2025 in Deutschland ist auf Null gesetzt.“

Das hat sich zumindest etwas relativiert: Das BMBF hat im Januar verkündet, dass eine „Überbrückungsfinanzierung von bis zu 25 Millionen Euro“ bereitgestellt wird. Im Text auf der Internetseite des mittlerweile durch Cem Özdemir (Grüne) geführten Ministeriums wird auch dargelegt, wie es zu der Situation kam: „Das BMBF finanziert bisher den Großteil der Batterieforschungsaktivitäten aus dem Klima- und Transformationsfond (KTF). Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 15. November 2023 wurde eine Konsolidierung des KTF notwendig. Für Neubewilligungen stehen ab dem Haushaltsjahr 2025 keine Mittel für Batterieforschungsprojekte mehr zur Verfügung. Da das Aufstellungsverfahren für den Haushalt 2025 nicht abgeschlossen werden konnte, hätten dieses Jahr zunächst keine Batterieforschungsprojekte starten können. Mit der kurzfristig gefundenen Überbrückungsfinanzierung können bewilligungsfähige Projekte angeschoben werden.“

Mit dem Wachstumschancengesetz, das Ende März 2024 in Kraft trat, sind zudem drei Milliarden Euro an Fördergeldern für Forschung in Unternehmen bereitgestellt. Diese beziehen sich aber nicht rein auf die Batterieforschung. ursprünglich sollten zudem sieben Milliarden Euro so zur Verfügung gestellt werden.

Ihnen sind noch weitere Aussagen aufgefallen, deren Fakten überprüft werden müssten? Melden Sie sich gerne mit entsprechenden Hinweisen bei der Redaktion oder unter c.hock@zgo.de beim Autor dieses Artikels.

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