Immobilienmarkt in Ostfriesland 2024 wechselten wieder mehr Häuser und Wohnungen die Besitzer
Trendwende am Immobilienmarkt in Ostfriesland: Laut den neuen Grundstücksmarktdaten wurden 2024 insgesamt 3890 Kaufverträge über Ein- und Zweifamilienhäuser geschlossen.
Ostfriesland - Trendwende am Immobilienmarkt in Ostfriesland: Nach den Einbrüchen in den Jahren 2021 bis 2023 wechselten im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Wohnimmobilien die Eigentümer. Laut den neuen Grundstücksmarktdaten für Ostfriesland und Friesland wurden im Berichtsjahr 2024 insgesamt 3890 Kaufverträge über Ein- und Zweifamilienhäuser geschlossen, das waren 10 Prozent mehr als 2023. In den Vorjahren war die Zahl der Verkäufe um jeweils 11 Prozent zurückgegangen.
Preise für Einfamilienhäuser nochmals gesunken
Das Preisniveau bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf der Ostfriesischen Halbinsel sank gegenüber 2023 nochmals um 6 Prozent. „Für 2024 sehen wir aber weitgehend stabile Preise mit ab der Jahresmitte leicht steigender Tendenz“, sagte Martin Homes, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Philipp Rulf stellte er am Mittwoch die Zahlen in Aurich vor.
Die Zahl der Wohnungsverkäufe stieg demnach ebenfalls wieder, nämlich um 7 Prozent gegenüber 2023. Die Preise für Wohnungen auf dem Festland stiegen 2024 mit durchschnittlich 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht an, die Wohnungspreise auf den Inseln blieben „eher leicht sinkend bis stabil“, so Homes.
Gutachterausschuss für Grundstückswerte sammelt Zahlen
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Aurich ist zuständig für die Bereiche der kreisfreien Städte Emden und Wilhelmshaven sowie für die Landkreise Aurich, Friesland, Leer und Wittmund. Seine Aufgabe ist, durch eine Kaufpreissammlung für Transparenz auf dem Grundstücksmarkt zu sorgen. Die Zahlenbasis der Kaufpreissammlung liefern alle Verträge des Berichtsjahrs über Grundstücksübertragungen gegen Entgelt.
Im Berichtsjahr 2024 registrierte die Behörde insgesamt 9197 Vertragsvorgänge im Grundstücksverkehr, das waren plus 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Geldumsatz bei allen Flächen- und Immobilienverkäufen summierte sich in Ostfriesland und Friesland auf insgesamt 2,129 Milliarden Euro (2023: 2,126 Milliarden Euro). 2023 habe die Zahl der Vertragsvorgänge mit 8555 auf dem niedrigsten Niveau seit den 80er Jahren gelegen, so Homes. „Aktuell ist die Nachfrage insgesamt noch stockend, aber wir sehen einen Aufwärtstrend“, sagte er.
Baugrundstücke weiter wenig gefragt
Noch keine Trendwende ist allerdings bei den Baugrundstücken zu erkennen. Zwar lag die Anzahl der Bauplatzverkäufe für Wohnbebauung im vergangenen Jahr 8 Prozent über dem Vorjahrsniveau: Es wurden 477 Verträge abgeschlossen. Doch die Entwicklung in den Landkreisen und kreisfreien Städten war sehr unterschiedlich: Nur im Landkreis Aurich stieg die Zahl der Verkäufe mit 226 Verträgen gegenüber 2023, nämlich um 45 Prozent. Im Landkreis Leer blieb die Zahl der Baugrundstücksverkäufe weitgehend stabil (minus 2 Prozent). In den Landkreisen Friesland und Wittmund sank die Zahl der Baugrundstücksverkäufe um 15 und 27 Prozent, ebenso in den kreisfreien Städten Emden (minus 36 Prozent) und Wilhelmshaven (minus 33 Prozent).
Die meisten Wohnbaugrundstücke wurden 2024 in den Städten Aurich und Wiesmoor verkauft: In Aurich waren es 48 Neubaugrundstücke, in Wiesmoor sogar 54. „Aurich mit 48 verkauften Grundstücken und Wiesmoor mit 54 liegen bei den Grundstücksverkäufen in den Top 20 Niedersachsens“, sagte Homes.
Die vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte ermittelten Zahlen werden im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dort sind alle Marktdaten der Region – Umsatzzahlen, Preisniveaus, Preisentwicklungen, für die Wertermittlung erforderliche Daten – einzusehen: http://immobilienmarkt.niedersachsen.de.