A 31 bei Weener Keine Toiletten am Rastplatz – Notdurft auf Gelände verrichtet
Am Rastplatz Rheiderland im Verlauf der Autobahn 31 gibt es ein Sanitärhaus – allerdings kann man das schon länger nicht nutzen. Wie die Lage ist und wann sie sich bessern soll, haben wir nachgefragt.
Rheiderland - Bei der Fahrt über die Autobahn warten Auto- und Lastwagenfahrer nicht selten auf ein Schild: Rastplatz – endlich. Für eine Erholungspause, einen Snack oder auch für den Gang zur Toiletten werden die Plätze oft sehnsüchtig erwartet. Beim Rastplatz Rheiderland im Verlauf der Autobahn 31 nah des Emstunnels gibt es keine Verpflegung, aber Parkplätze und Sanitäranlagen – eigentlich. Ein Leser, der oft über die Autobahn nach Weener fährt, meldete sich bei uns und sagte, die Toiletten seien schon lange nicht mehr funktionstüchtig. Wir haken nach.
Wie steht es um die Toiletten am Rastplatz?
Zuständig für den Rastplatz ist die Autobahn GmbH des Bundes. Sie antwortet schnell auf unsere Anfrage: „Der Zustand der WC-Anlagen auf dem Rastplatz Rheiderland sind bekannt“, schreibt Björn Buske von der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH. „Obwohl die dortige Infrastruktur insgesamt eine gute Substanz aufweist, sind die Toilettenanlagen defekt.“
Wann kann man die Toiletten wieder benutzen?
Das lässt sich nicht sagen, so Buske. „Leider ist ein Zeitraum für die Umsetzung derzeit nicht seriös zu benennen.“ Aber ein Sanierungskonzept sei bereits ausgearbeitet. „Im Zuge dieser Maßnahmen würde der Parkplatz zeitweise komplett gesperrt werden, um die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen.“
Das Fehlen einer funktionierenden Toilettenanlage führe leider dazu, „dass einzelne Verkehrsteilnehmende ihre Notdurft anderweitig auf dem Gelände des Rastplatzes verrichten und damit für eine zusätzliche Verschmutzung sorgen“, so Buske. Als Alternative stünden etwa der Rastplatz Brinkum an der A28 oder der Rastplatz Olle Reehn im Zuge der A31 zur Verfügung, so der Sprecher.
Wie viele Rastplätze sollte es geben?
Diese alternativen Raststätten sind ungefähr 32 beziehungsweise rund 19 Kilometer vom Rastplatz Rheiderland entfernt. Reicht das? Es gibt sogenannte Regelabstände, wie das Bundesverkehrsministerium schreibt. Dabei kommt es darauf an, ob es sich um eine bewirtschaftete Rastanlagen mit einem oder mehreren Servicebetrieben wie Tankstelle, E-Ladesäulen, Raststätte oder Hotel handelt. Oder eine unbewirtschaftete Rastanlagen ohne Servicebetriebe, in der Regel mit einem WC-Gebäude, Park- und Erholungsflächen, Grünanlagen und Fahrgassen. Eine solche ist der Rastplatz Rheiderland.
Bei Rastanlagen mit Tankstelle, Raststätte und Co. werde aktuell ein Regelabstand von 50 bis 60 Kilometern, bei nur geringem Verkehrsaufkommen von bis zu 80 Kilometern angestrebt. Dazwischen sollen den Verkehrsteilnehmern unbewirtschaftete Rastanlagen im Abstand von 15 bis 20 Kilometern, bei nur geringem Fernverkehr bis zu 25 Kilometern zur Verfügung stehen. „Die Größe einer Rastanlage richtet sich im Wesentlichen nach der Verkehrsstärke auf der Autobahn und der Lage im Autobahnnetz“, so das Ministerium.
Auf dem rund 13.000 km umfassenden Autobahnnetz in Deutschland stünden aktuell rund 440 Rastanlagen mit Servicebetrieben und 1500 unbewirtschaftete Rastanlagen zur Verfügung, heißt es weiter.
Und was ist mit den Laster-Fahrern?
Gerade LKW-Fahrerinnen und -fahrer sind auf Rastplätze angewiesen. Sie müssen, wenn sie gewerblich unterwegs sind, Lenk- und Ruhezeiten einhalten, wie der ADAC erklärt. „Die maximale tägliche Lenkzeit beträgt 9 Stunden. Zweimal wöchentlich darf 10 Stunden am Tag gefahren werden.“ Unter anderem gilt: Spätestens nach 4,5 Stunden muss eine Lenkzeitunterbrechung von 45 Minuten erfolgen. Die Zeiten werden auf Fahrerkarten aufgezeichnet und können vom Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und die Polizei kontrolliert und ausgelesen werden.
Um den Lkw-Parkbedarf auf den Autobahnen zu decken, werde auch das Potential der unbewirtschafteten Rastanlagen ausgeschöpft, teilt das Ministerium mit. Bei Neu- und Umbauten sollen Beleuchtung, Lärmschutz, soweit möglich – und sanitäre Anlagen verbessert beziehungsweise nachgerüstet werden.