Gastronomie in Weener Lokal Hafen 55 öffnet doch wieder – so steht es um die Branche
Auf unbestimmte Zeit hatte das Lokal Hafen 55 in Weener geschlossen. Nun soll es doch bald wieder weitergehen. Wie schätzt die Branche die Lage ein?
Weener - In Weener, Uplengen, Detern, Neermoor: Einige Gastro-Betriebe gaben 2024 auf oder suchten Nachfolger. Eine Schließung wird nun zu Ende gehen. Gastronom Hilmar Bockhacker hatte vor rund fünf Monaten angekündigt, das Lokal Hafen 55 am Historischen Hafen in Weener zu Ende Oktober 2024 zu schließen. „Auf unbestimmte Zeit“. Die Zeit soll bald rum sein: „Ab Ostern wird der Hafen 55 wieder öffnen“, schreibt er nun bei Facebook.
Man hoffe, dass sich die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Bei einem Treffen der Interessengemeinschaft Hafenentwicklung Weener am 30. Januar wurde auch das Lokal thematisiert. Unter anderem ging es um den Zustand des Gebäudeensembles, aus dem der Hafen 55 besteht – einem Getreidesilo, Nebengebäuden und insbesondere ging es um den Zustand des Packhauses. Es handelt sich nach Angaben des Gastronomen um einen dreistöckigen Ziegelbau aus dem Jahre 1807, ein Speichergebäude für Handelsware.
Das Gebäude stammt aus der Zeit der Kontinentalsperre, als Weener für eine Zeit zum Königreich Holland gehörte. „Gegenwärtig wird dieses alte Gebäude nicht genutzt“, heißt es auf der Internetseite des Hafens 55. „Die Zukunft des Gebäudes ist ungeklärt, Planungen sind anhängig.“ Man wolle sich erneut mit dem Denkmalschutz auseinandersetzen, hieß es nun in der Sitzung. Außerdem stünden die Öffnungszeiten und das Angebot auf dem Prüfstand, die Anzahl der Veranstaltungen solle reduziert werden. Trotzdem habe man weiterhin Bedenken vor allem wegen steigender Kosten.
Dehoga sieht Lage ebenfalls als angespannt
Nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) steht das Gastgewerbe weiter unter Druck, wie der Bundesverband Ende Januar mitteilte: „Die erhöhte Mehrwertsteuer und sinkende Umsätze belasten die Branche schwer.“ Dies belege eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes. Danach befürchte jedes dritte Unternehmen (33,5 Prozent), im Jahr 2025 in die Verlustzone zu rutschen. 29,3 Prozent wagen noch keine Prognose. Dagegen gingen 37,2 Prozent davon aus, sich am Markt behaupten zu können.
In der speisengeprägten Gastronomie sorgen sich 41,7 Prozent um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Betriebe leiden nach Angaben des Verbandes besonders unter der gestiegenen Mehrwertsteuer, 84,7 Prozent bezeichnen diese als die mit Abstand größte Herausforderung.