Gastronomie in Weener  Lokal Hafen 55 öffnet doch wieder – so steht es um die Branche

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 03.02.2025 16:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beim Lokal Hafen 55 in Weener geht es nun doch bald weiter. Foto: Wolters
Beim Lokal Hafen 55 in Weener geht es nun doch bald weiter. Foto: Wolters
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Auf unbestimmte Zeit hatte das Lokal Hafen 55 in Weener geschlossen. Nun soll es doch bald wieder weitergehen. Wie schätzt die Branche die Lage ein?

Weener - In Weener, Uplengen, Detern, Neermoor: Einige Gastro-Betriebe gaben 2024 auf oder suchten Nachfolger. Eine Schließung wird nun zu Ende gehen. Gastronom Hilmar Bockhacker hatte vor rund fünf Monaten angekündigt, das Lokal Hafen 55 am Historischen Hafen in Weener zu Ende Oktober 2024 zu schließen. „Auf unbestimmte Zeit“. Die Zeit soll bald rum sein: „Ab Ostern wird der Hafen 55 wieder öffnen“, schreibt er nun bei Facebook.

Man hoffe, dass sich die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Bei einem Treffen der Interessengemeinschaft Hafenentwicklung Weener am 30. Januar wurde auch das Lokal thematisiert. Unter anderem ging es um den Zustand des Gebäudeensembles, aus dem der Hafen 55 besteht – einem Getreidesilo, Nebengebäuden und insbesondere ging es um den Zustand des Packhauses. Es handelt sich nach Angaben des Gastronomen um einen dreistöckigen Ziegelbau aus dem Jahre 1807, ein Speichergebäude für Handelsware.

Das Packhaus und das Getreidesilo gehören zum Ensemble des Lokals. Foto: Archiv
Das Packhaus und das Getreidesilo gehören zum Ensemble des Lokals. Foto: Archiv

Das Gebäude stammt aus der Zeit der Kontinentalsperre, als Weener für eine Zeit zum Königreich Holland gehörte. „Gegenwärtig wird dieses alte Gebäude nicht genutzt“, heißt es auf der Internetseite des Hafens 55. „Die Zukunft des Gebäudes ist ungeklärt, Planungen sind anhängig.“ Man wolle sich erneut mit dem Denkmalschutz auseinandersetzen, hieß es nun in der Sitzung. Außerdem stünden die Öffnungszeiten und das Angebot auf dem Prüfstand, die Anzahl der Veranstaltungen solle reduziert werden. Trotzdem habe man weiterhin Bedenken vor allem wegen steigender Kosten.

Dehoga sieht Lage ebenfalls als angespannt

Der Alte Hafen von Weener ist ein beliebtes Ziel. Im Hintergrund links ist das Getreidesilo zu sehen. Foto: Wolters
Der Alte Hafen von Weener ist ein beliebtes Ziel. Im Hintergrund links ist das Getreidesilo zu sehen. Foto: Wolters
Dass der Hafen 55 über den Winter geschlossen war, war nicht ungewöhnlich. Aber: Erstmals habe Bockhacker das Gefühl gehabt, an einem Etappenziel der Bekanntheit, der Wertschätzung und auch der Leistungsfähigkeit angekommen zu sein, so der Gastronom im Spätsommer 2024. „Leider sind die Kronjuwelen, unser Team, das Herz und der Kreislauf von Hafen 55 erstmals für den Winter gekündigt“, schrieb Bockhacker. „Leider musste das sein, da die Überschüsse des Sommers in der Vergangenheit durch die Defizite des Winters immer aufgezehrt wurden.“ Herauszufinden, wann und mit welchem Team und Betriebskonzept wieder geöffnet werde, sei „Aufgabe des Winters“ – diese scheint gelöst.

Nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) steht das Gastgewerbe weiter unter Druck, wie der Bundesverband Ende Januar mitteilte: „Die erhöhte Mehrwertsteuer und sinkende Umsätze belasten die Branche schwer.“ Dies belege eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes. Danach befürchte jedes dritte Unternehmen (33,5 Prozent), im Jahr 2025 in die Verlustzone zu rutschen. 29,3 Prozent wagen noch keine Prognose. Dagegen gingen 37,2 Prozent davon aus, sich am Markt behaupten zu können.

In der speisengeprägten Gastronomie sorgen sich 41,7 Prozent um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Betriebe leiden nach Angaben des Verbandes besonders unter der gestiegenen Mehrwertsteuer, 84,7 Prozent bezeichnen diese als die mit Abstand größte Herausforderung.

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