Raser aufgepasst Das kann der neue Blitzer in Emden
In Emden gibt es zehn feste Blitzer. Einer wurde vor kurzem ausgetauscht und ist jetzt auf dem modernsten Stand. Weitere sollen folgen.
Emden - Die Stadt Emden tauscht nach und nach die mittlerweile in die Jahre gekommenen Blitzer im Stadtgebiet aus. Zuletzt waren an der Larrelter Straße zwei der alten hellblauen Tower bei der VW-Kreuzung abgebaut worden. Ende November stand dort dann ein neues, schwarzes Gerät. Was kann der neue Blitzer und wie geht es mit den anderen weiter?
Der neue 90.000-Euro-Blitzer erwischt die Raser auf beiden Fahrbahnen. Heißt: Man sollte unter 50 Kilometer die Stunde bleiben, um eine Strafzahlung zu vermeiden. Statt mit Messschleifen, die in der Fahrbahn verbaut waren, funktioniert der Blitzer mit einer laserbasierten Technik. Das hat unter anderem den Vorteil, dass die Messschleifen nicht „ausnudeln“ und regelmäßig neu geeicht werden müssen, um ungenaue Messungen zu vermeiden. Durch eine neue Software ist die Auswertung der Daten auch leichter, heißt es.
Weitere Blitzer sollen Stück für Stück ausgetauscht werden
Als nächstes muss unter anderem der andere Blitzer an der Larrelter Straße bei der Kreuzung zur Constantiastraße ersetzt werden. Stadtauswärts hatte es dort am 1. Oktober 2024 einen schweren Unfall gegeben, bei dem ein Autofahrer tödlich verunglückt war. Er war mit seinem Auto gegen die Messanlage gefahren, die dabei zerstört wurde. Diese Messanlage gehörte zu den veralteten Geräten, die aber jüngst geeicht wurde und somit noch diensttauglich war. Sie muss nun natürlich auch komplett ersetzt werden.
Richtung Bahnhofsbrücke gibt es an der Larrelter Straße eine weitere Blitzeranlage. Hier wird ein mögliches „Repowering“ geplant, ebenso wie bei den Messanlagen an der Petkumer Straße. Die Reihenfolge der Sanierung hängt aber immer vom Ergebnis der jährlichen Eichung der Anlagen ab, hieß es zuletzt. Auch könnte in neue Blitzer an ganz anderen Stellen investiert werden, wenn sich dies aufgrund von Unfallschwerpunkten als sinnvoll erweisen könnte.
Fast eine Millionen Euro wird in Blitzer investiert
Klar ist: In diesem Jahr stehen für die Erneuerung von Messanlagen zur Verkehrsüberwachung 325.000 Euro auf dem Budget-Plan, ab 2026 jährlich 150.000 Euro bis 2029, insgesamt sind das 925.000 Euro. Die Anlagen amortisieren sich jedoch: Nach aktueller Grobschätzung der Stadt wird allein für das Jahr 2024 mit 550.000 bis 600.000 Euro an Einnahmen durch Verkehrsverstöße in Emden kalkuliert.
Insgesamt gibt es zehn stationäre, also feste, Blitzer in Emden. Als erstes waren bereits die Blitzer an der Auricher Straße im Jahr 2015 erneuert worden und funktionieren seitdem mit Laser-Technik. Hier waren 2006 die ersten Anlagen errichtet worden, doch der Schwerlastverkehr machte den Messschleifen zu schaffen. Die Anlagen an der Petkumer Straße im Stadtteil Friesland folgten 2009. Sie sind noch nicht erneuert. An der Petkumer Straße im Stadtteil Borssum wurde die Anlage bereits im Jahr 2022 modernisiert und funktioniert mit dem Laser-Scanner.
2022 war außerdem „Engelke“, die erste teilmobile Anlage, für rund 260.000 Euro angeschafft worden. Die Anschaffung hat sich fast amortisiert, hieß es zuletzt. Der wuchtige Anhänger wird alle paar Wochen in Emden an eine andere Straße gestellt. Bei Facebook gibt es die Gruppe „Wo steht der Engelke Blitzer?“ mit mittlerweile mehr als 7300 Mitgliedern. Hier wird regelmäßig geteilt, wo die Anlage ihren Dienst tut. 2023 kam ein vollmobiler Blitzer dazu, ein kleiner Dreifuß, der von Mitarbeiter der Stadt aufgestellt wird und manchmal sogar innerhalb eines Tages den Standort wechselt. Bei nur 25 Einsätzen waren gleich zu Beginn schon 134 Raser erwischt worden.