Großbauprojekt in Emden Neutorstraße und Delft-Promenade – so soll‘s werden
Die Stadt Emden plant den großen Wurf in Sachen Innenstadt-Aufwertung mit der Neutorstraße und der Delft-Promenade. Jetzt gibt es einen konkreten Zeitplan und Details zur Verkehrsführung.
Emden - Endlich wird die Umgestaltung der Emder Innenstadt konkret: Das Großbauprojekt, bei dem die Neutorstraße, die Straße Am Delft und ein Stück der Faldernstraße ein neues Gesicht bekommen, wurde am Mittwoch, 29. Januar 2025, in einem Pressegespräch im Detail vorgestellt. Aktuell dürften den Emderinnen und Emdern erst einmal die Stellwände im Stadtgarten auffallen. Darauf ist beispielsweise zu sehen, wie die Neutorstraße als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich aussehen soll, wie die Promenade um den Delft neu gestaltet und wie auch der Stadtgarten mit eingebunden wird.
Stadtbaurätin Irina Krantz sprach zwar noch von einem „ersten Vorentwurf“ , doch im Grundsatz wird sich daran wohl nicht mehr viel ändern. Hier und da könnte ein Baum anders gepflanzt werden, falls der Untergrund es nicht anders zulässt. Ausnahme ist allerdings der Stadtgarten. Dieser ist bislang noch nicht zwangsläufig Teil der Umgestaltung und der dafür beantragten Fördergelder. Die Stadt will sich aber bemühen, die Fläche ebenfalls zu erneuern.
Wie genau soll die Emder Innenstadt umgestaltet werden?
Der Bereich vom Agterum bis zur Ecke an der Faldernstraße, etwa auf Höhe des Thiele-Tee-Ladens, und an der Straße Am Delft entlang bis zur Einfahrt in die Ringstraße soll einheitlich gestaltet werden. Dadurch soll auch für Auswärtige schnell klar sein: Hier ist etwas Besonderes. Die Straßen werden nach den Plänen dort, wo Autos fahren, mit hellem Großsteinpflaster belegt. Dadurch soll auch, wenn der Bedarf da ist, eine noch stärkere Verkehrsberuhigung leicht ohne weiteren Umbau umsetzbar sein. Das Pflaster hat die Stadt schon im Lager und es kann wiederverwertet werden.
Die Randbereiche, die breite Radwege bekommen, sollen mit Klinker gestaltet werden. Hier werden Abschnitte auch entsiegelt, damit Bäume gepflanzt werden können. Das dürfte insbesondere bei der Promenade eine große Veränderung bringen: Hier soll im unteren Bereich, ähnlich wie schon jetzt neben dem Feuerschiff, eine grüne Böschung entstehen mit Stauden und anderen saisonalen Pflanzen. An der Böschung ist eine Sitzkante geplant, sodass man an heißen Tagen beim Delftspaziergang hier für eine Pause im Schatten der Bäume verweilen kann. Barrierefrei soll man an vielen Stellen zur Promenade runterkommen können. Wichtig dabei: Die Delfttreppe und die Balustrade bleiben erhalten.
Auch der Platz beim Hafentor wird umgestaltet. Die Fischbude soll allerdings bleiben, ebenso Platz für die Großbühne und den Delftstrand. Ansonsten wären noch Spielgeräte für Kinder denkbar sowie Sitztreppen zum Wasser hin. Für den Stadtgarten war mehr Platz für die Bäume, weitere Grünflächen und ein Wasserspiel ähnlich dem auf dem Neuen Markt im Gespräch.
Wie fahren Autos noch am Delft entlang?
Die Pläne für den Abschnitt der Neutorstraße sind bereits lange bekannt: Einspurig dürfen die Autos vom Agterum kommend Richtung Rathausvorplatz fahren. Radfahrer dürfen in beide Richtungen fahren. Baulich wird das durch die unterschiedlichen Bodenbeläge deutlich. Die Straße soll auch angehoben werden, damit der Übergang zu den Arkaden höhengleich wird. Hier gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Autos von 20 Kilometern pro Stunde. So ist es auch jetzt schon. Die Glas-Überdachung auf einer Seite der Straße soll erneuert und vereinfacht werden.
Relativ neu ist: Es ist nur noch eine Autospur auf der Straße Am Delft geplant. Heißt: Man käme von der Neutorstraße zwar zur Ringstraße, aber nicht in die andere Richtung. Neu ist auch: Der Abschnitt der Faldernstraße bis zur Strohstraße soll auch einspurig sein, Fahrtrichtung vom Rathaus zur Straße An der Bonnesse. Für den Busverkehr müsste noch an einer gesonderten Lösung gearbeitet werden. Die Pläne zur Verkehrsführung sind noch nicht in Stein gemeißelt. Details können sich ändern.
Wie geht es jetzt weiter?
Im März werden Bürgerinnen und Bürger per Post aufgerufen, ihre Meinung zu äußern. Probeflächen sollen gepflastert, möglicherweise Sitzmöbel zum Testen aufgestellt werden. Hier sollen Bürger sich an der Auswahl beteiligen dürfen. Derweil werde mit dem Planungsbüro weiter an den Details geschraubt, so Krantz. Alle zwei Wochen wolle man sich für Besprechungen treffen. Bis zum Sommer soll ein Entwurf fertig sein, sagte sie.
Vor der Sommerpause möchte man bestenfalls schon die Ausführungsplanung für den ersten Bauabschnitt, der Neutorstraße, fertig haben. Im Winter sollen dann schon die ersten Arbeiten ausgeschrieben werden, also Firmen sich darauf bewerben können. Für 2026, also nächstes Jahr ist der Baubeginn geplant. Mit drei Jahren Bauzeit wird kalkuliert. Bis Ende 2030 soll alles schlussabgerechnet sein.
Rund 15 Millionen Euro sind für das Projekt eingeplant, den Stadtgarten noch nicht eingerechnet. Ein Drittel zahlt das Land über eine Städtebauförderung, ein Drittel der Bund. Für die Stadt Emden stehen also noch fünf Millionen Euro aus. Schon seit zwei Jahren sei Emden das Geld von Bund und Land zugesagt. Es bestehe keine Gefahr, dass die Förderung wieder zurückgenommen werde, so die Stadtbaurätin.