Ambitioniertes Motorsport-Talent  14-jähriger Pianist aus Leer mit 130 km/h unterwegs

| | 29.01.2025 17:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nathanael Weigend hat zur neuen Saison auch ein neues Kart bekommen. Hier sieht man es ohne die Verkleidung. Der 14-Jährige schraubt und tüftelt gerne selber an seinem Fahrzeug herum. Foto: Homes
Nathanael Weigend hat zur neuen Saison auch ein neues Kart bekommen. Hier sieht man es ohne die Verkleidung. Der 14-Jährige schraubt und tüftelt gerne selber an seinem Fahrzeug herum. Foto: Homes
Artikel teilen:

Nathanael Weigend aus Leer tourt mit seinem Kart – und seinem Vater – nahezu Woche für Woche durch die Republik. Nun steht mit seinem neuen Team ein Trainingslager in Italien an.

Leer - Als „Nordlicht“ hat es Nathanael Weigend in der Motorsport-Szene nicht leicht. Die meisten Rennstrecken sind im Süden der Bundesrepublik. Doch für seine Leidenschaft und für seinen Traum nimmt der 14-Jährige aus Leer, begleitet von seinem Vater, fast Wochenende für Wochenende weite Fahrtstrecken auf sich. Für Rennen, aber auch für Trainingseinheiten. Bislang war Nathanael Weigend „privat“ unterwegs. Das ändert sich jetzt zur neuen Saison. Denn er wurde vom Racing-Team Marggraf aus Bad Fallingbostel aufgenommen. Dadurch hat der junge Fahrer aus Ostfriesland nun ganz neue Möglichkeiten. „Ich bekomme sehr gutes Material, professionelle Trainer und Mechaniker“, sagt Nathanael Weigend.

In dieser Woche beginnen die Vorbereitungen auf die neue Kart-Saison – direkt mit einem Trainingslager in Italien. In den anderthalb Wochen am Gardasee will Nathanael Weigend, gemeinsam mit den anderen neun Fahrern seines Teams, die Grundlagen für ein erfolgreiches Jahr legen. Für das Trainingslager wurde der Zehntklässler an der FCSO Veenhusen vom Unterricht befreit.

Mit seinem Kart fährt Nathanael Weigend (vorne rechts) mit bis zu 130 Stundenkilometer schnell. Foto: Privat
Mit seinem Kart fährt Nathanael Weigend (vorne rechts) mit bis zu 130 Stundenkilometer schnell. Foto: Privat

Nathanael Weigend hat den Profi-Traum

Das Motorsport-Talent aus Leer wird in diesem Jahr erstmals bei der nationalen Kart-Meisterschaft RMC Germany an den Start gehen. Die Serie beinhaltet sechs Rennen, das erste ist im März in Kerpen – dort, wo Formel-1-Legende Michael Schumacher einst aufwuchs und erste Erfahrungen im Kart sammelte. Nathanael Weigend setzt sich direkt hohe Ziele: „Ich möchte bei den Rookies in die Top-Drei.“ Heißt, er möchte einer der drei besten Neulinge bei der RMC Germany sein. Der Leeraner wird als einer der jüngsten der rund 50 Fahrer in der Klasse Senior unterwegs sein. Etwa die Hälfte davon dürfte erstmals dabei sein.

Der Kartsport ist für viele der Einstieg in den Automobilsport. Es in die „Königsklasse“ Formel 1 zu schaffen, hält auch Nathanael Weigend für utopisch. „Dafür braucht man auch nicht nur Talent, sondern auch viel Geld“, sagt der junge Leeraner. Sein großer Traum ist eine professionelle Karriere als Fahrer. Und sollte es nicht klappen, möchte er dem Motorsport dennoch treu bleiben, beispielsweise als Mechaniker. Schon jetzt tüftelt und bastelt der 14-Jährige, der auch wöchentlich Klavierunterricht nimmt, gerne an seinem Kart herum, tauscht kaputte Teile aus und stellt das Kart individuell auf die Gegebenheiten der einzelnen Rennstrecken ein.

Nathanael Weigend hat bis zu seinem zwölften Lebensjahr auch Fußball gespielt. Foto: Homes
Nathanael Weigend hat bis zu seinem zwölften Lebensjahr auch Fußball gespielt. Foto: Homes

Vater und Großvater motorsportbegeistert

Im vergangenen Jahr nahm Nathanael Wiegend bei der deutsch-niederländischen Kartmeisterschaft in der Altersklasse Junior (12 - 16 Jahre) teil. Von 15 Fahrern landete der Leeraner auf dem zehnten Rang. „Leider war ich noch nie auf dem Podest. Aber ich hatte ja auch nicht so gutes Material. Das ändert sich jetzt“, sagt der 14-Jährige, der in diesem Jahr seinen Realschulabschluss macht.

Sein Großvater hat für einen Autohersteller gearbeitet, die Leidenschaft zum Motorsport gab er an Sohnemann Thomas weiter und dieser wiederum an seinen Sprössling Nathanael. Sein Großvater und Vater sind aber keine Rennen gefahren. „Ich will diesen Nervenkitzel, dieses Adrenalin. Es kommt beim Fahren auf Präzision und schnelle Entscheidungen an“, schildert Nathanael Weigend seine Begeisterung. Schon im Alter von fünf Jahren saß er in einem Kart.

Eigene Webseite befindet sich im Aufbau

Jahrelang hat Nathanael Weigend – parallel zum Kartfahren in Südbrookmerland – auch Fußball beim VfR Heisfelde gespielt. Es hat ihm Spaß gemacht, doch mit zwölf Jahren musste er sich entscheiden. „Fußballspiele und Rennen haben sich an Wochenenden überschnitten, beides zu machen, ging nicht mehr. Vor allem nicht, wenn man etwas erreichen will.“

Seine Familie unterstützt ihn bei seinem Hobby. Vater Thomas Weigend ist immer mit dabei, wenn es zum Training und zu Rennen geht. Sie schlafen dann oft in einem Dachzelt. Das neue Team soll den jungen Leeraner Fahrer nach vorne bringen. Aber auch abseits der Rennstrecke arbeitet Nathanael Weigend an professionelleren Strukturen. So hat er bereits zwei lokale Sponsoren. Die Fidelus Consulting GmbH aus Leer unterstützt ihn, auch finanziell, die Vogel Media GmbH aus Leer ist gerade dabei, für Nathanael Weigend eine eigene Internetseite aufzubauen.

Ähnliche Artikel