Norden  Klaus-Peter Wolfs neues Buch „Ostfriesennebel“: Wann sich der Autor Sorgen machen würde

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 28.01.2025 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Krimiautor Klaus-Peter Wolf signiert Bücher seines neuen Romans „Ostfriesennebel“. Am 29. Januar ist es endlich soweit und die erfolgversprechende Fortsetzung steht in den Bücherregalen. Foto: Rebecca Kresse
Krimiautor Klaus-Peter Wolf signiert Bücher seines neuen Romans „Ostfriesennebel“. Am 29. Januar ist es endlich soweit und die erfolgversprechende Fortsetzung steht in den Bücherregalen. Foto: Rebecca Kresse
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In wenigen Tagen erscheint Klaus-Peter Wolfs Roman „Ostfriesennebel“. Die erste Auflage ist fast vergriffen. Ob das für den Bestseller-Thron reicht, ist noch offen. Denn der Schriftsteller aus Norden hat prominente Konkurrenz.

Es ist das Datum, das sich ganz viele Fans von Klaus-Peter Wolf dick im Kalender angestrichen haben: 29. Januar 2025. Dann erscheint mit „Ostfriesennebel“ der 19. Band der Reihe um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Schon jetzt ist die erste Auflage quasi ausverkauft. Ob der Roman auch zum 19. Mal in Folge von null auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste landen wird, ist noch nicht klar. Denn diesmal hat der Norder Autor prominente Konkurrenz – ausgerechnet von einem Krimiautor.

Wenige Tage vor dem Erscheinungstag seines neuen Romans hat Wolf alle Hände voll zu tun. Schon morgens um 9 Uhr sitzt er mit Jörg Tapper im Café ten Cate, um rund 200 seiner neuen Bücher zu signieren. Denn zum einen werden sie wie immer im Café verkauft, zum anderen können Fans zum Erscheinungstag ein besonderes Fanpaket bestellen. Hunderte haben sich das Paket bereits gesichert.

Die erste Auflage von Ostfriesennebel erscheint mit 300.000 Exemplaren. 230.000 Bücher sind davon schon vorbestellt. Am Erscheinungstag selbst wird der Autor nicht in seiner Heimat sein. Er liest in Essen in einer ausverkauften Kirche aus dem neuen Roman. Das heißt aber nicht, dass der besondere Tag in Norden nicht begangen wird. Währenddessen gibt es am Restaurant Krabbenkutter in Norddeich eine Release-Party. Und das, obwohl der Krabbenkutter eigentlich gerade Betriebsferien hat.

Wolf glaubt fest daran, dass auch bei seinem 19. Roman der Reihe um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ein guter Auftakt gelingen wird, sagte er im Gespräch. Ob es ausreichen wird, dass der Roman direkt wieder auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste landet, ist nach Auffassung von Wolf diesmal gar nicht so sicher. „Das weiß man nie, weil jetzt gerade auch Sebastian Fitzek mit seinem Taschenbuch rausgekommen ist.

Gleichzeitig startet die Reihe auf Netflix“, sagte Wolf. Eine „sehr sehr starke Konkurrenz“ – selbst für den vom Erfolg verwöhnten Wolf. Mit einer Platzierung in den Top-Fünf rechnet der Autor allerdings schon. Rechnet man alle Wochen zusammen, die Wolf mit seinen verschiedenen Büchern auf Platz eins in der Bestsellerliste stand, kommt man mittlerweile auf eineinhalb Jahre. In den Top-Ten war er insgesamt vier Jahre.

Ihm selbst sei die Platzierung ganz oben auf der Liste nicht das Wichtigste. „Wenn die Zahlen bergab gehen würden und ich Leser verlieren würde, dann würde ich mir Sorgen machen“, sagte er. Das Gegenteil ist der Fall. Die Zahlen steigen weiter. Auch sein Verlag, der Fischer Verlag, hat mittlerweile festgestellt: Die Reihe von Wolf hat sich vollständig vom Markt abgekoppelt.

Während Verkaufszahlen auch mal nach unten gehen oder gerade mal um ein Prozent wachsen, wachsen sie bei Wolf auch schon mal um zwölf Prozent. „Das hat keinen Zusammenhang mehr mit dem eigentlichen Buchmarkt, sondern hat sich verselbstständigt“, erklärte Wolf. Von seinem ersten Roman der Reihe „Ostfriesenkiller“ gibt es mittlerweile die 25. Auflage plus Sonderveröffentlichungen, von dem zweiten Buch „Ostfriesenblut“ die 21. Auflage.

Ob das auch künftig so bleiben wird, weiß auch der Autor nicht. Noch sei er aber so in seinen Geschichten und mit seinen Fans verbunden, dass zurzeit ein Ende nicht absehbar ist. Das zeigen auch die ausverkauften Häuser seiner Tournee zu Ostfriesennebel. Sicher ist auch: Es wird einen 20. Roman der Reihe geben. Daran schreibt Wolf gerade fleißig, wie er sagte.

„Während ich reise und vorlese, passiert ganz viel auch für das nächste Buch. Ich sitze oft nach den Lesungen im Hotelzimmer und schreibe bis nachts“, sagte Wolf. Auch bei seiner jüngsten Reise auf die Kanaren habe er jeden Tag geschrieben. Den Titel für den 20. Roman gibt es schon: „Ostfriesenerbe“ wird er heißen, verriet Wolf. Seine Kommissarin wird diejenige mit dem schweren Erbe sein.

Aber nicht nur die Fans seiner Bücher bekommen bald neues Futter. Ab dem 12. Februar wird in Norden und der Region der nächste TV-Ostfriesenkrimi gedreht. Diesmal basiert der Film auf „Ostfriesensturm“. Dieses Buch beschreibt Wolf als sein persönlichstes. Eine der Hauptfiguren ist quasi Wolfs „Alter Ego“. Auch Wolf ist wie die Hauptfigur mit einem „saufenden Vater aufgewachsen und einer Mutter, die ihm Tabletten gibt, damit er spuckt.“ Er macht daraus kein Geheimnis: „Ich habe das erlebt“, sagte er. Schon jetzt seien der Regisseur Markus Rosenmüller und die Produzenten von Schiwago in Norden und gemeinsam mit Wolf auf Motivsuche.

Zuerst erschienen in den Ostfriesischen Nachrichten in Aurich.

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