Thema birgt Zündstoff  Mit den Feuerwehrhäusern in der Krummhörn geht es endlich voran

Lotta Groenendaal
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Von Lotta Groenendaal
| 28.01.2025 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Auf der Baustelle des neuen Feuerwehrhauses in Greetsiel geht es voran. Dort sind aktuell Bagger vor Ort. Foto: Wagenaar
Auf der Baustelle des neuen Feuerwehrhauses in Greetsiel geht es voran. Dort sind aktuell Bagger vor Ort. Foto: Wagenaar
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In der Krummhörn entstehen aktuell gleich mehrere neue Feuerwehrhäuser. Bisher hat man in Eilsum und Greetsiel vor allem Baustellen gesehen. Das Thema birgt Zündstoff.

Krummhörn - Es tut sich was beim Bau der neuen Feuerwehrhäuser in der Krummhörn. Sowohl am Standort in Greetsiel als auch beim neuen Feuerwehrhaus in Eilsum gehen die Arbeiten stetig voran. Wir haben bei der Gemeinde nachgefragt, was aktuell noch gebaut werden muss und wann mit einer Fertigstellung zu rechnen ist.

Baustart in Greetsiel: Michael Siebelds (von links), André Klose, Jörg Wybrands, Bürgermeisterin Hilke Looden sowie Gemeindebrandmeister Jan Jürgen Lüpkes. Foto: Gemeinde Krummhörn
Baustart in Greetsiel: Michael Siebelds (von links), André Klose, Jörg Wybrands, Bürgermeisterin Hilke Looden sowie Gemeindebrandmeister Jan Jürgen Lüpkes. Foto: Gemeinde Krummhörn

Das Thema Feuerwehrhäuser sorgte schon mehrmals für hitzige Diskussionen in der Krummhörn. Dabei ging es vor allem um die Verzögerungen beim Neubau der lang geplanten und versprochenen Häuser. Schließlich mündeten diese Diskussionen sogar in die Androhung eines Massenaustrittes einiger Mitglieder der Feuerwehr Krummhörn-Nord. Nun gibt es aber einen ordentlichen Fahrplan. Und laut Auskunft von Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) könnte es sogar noch innerhalb diesen Jahres eine erste Einweihungsparty geben.

Feuerwehrhaus Eilsum: Fliesen, Decken und Heizung

Denn beim Bau des Feuerwehrgerätehauses Ost an der Pewsumer Straße in Eilsum geht es in diesem Jahr ordentlich voran. Wie Bürgermeisterin Looden jetzt auf Nachfrage mitteilte, wurden bei dem Neubau bereits Ende 2024 sämtliche Fliesenarbeiten abgeschlossen.

So sah es noch im Sommer 2023 auf der Baustelle in Eilsum aus. Mittlerweile steht dort das Gebäude, es folgen noch die Außenanlagen. Foto: Wagenaar/Archiv
So sah es noch im Sommer 2023 auf der Baustelle in Eilsum aus. Mittlerweile steht dort das Gebäude, es folgen noch die Außenanlagen. Foto: Wagenaar/Archiv

Aktuell erfolgen dort die Malerarbeiten. Parallel dazu sind bereits die Elektriker am Werk, um Kabeltrassen zu verteilen und anzubringen. Ein Trockenbauer installiert Platten an der Decke, die für bessere Raumakustik sorgen sollen. Außerdem werden die neuen Umkleide- und Unterrichtsäume im Feuerwehrhaus mit Heizkörpern ausgestattet.

In Eilsum kommen Wärmepumpe und Solaranlage

Und auch auf Nachhaltigkeit setzt man beim Neubau: Die Fahrzeughalle selbst wird nämlich durch Deckenstrahlplatten beheizt. Dadurch werden die Oberflächen im Raum direkt erhitzt, die Raumtemperatur kann niedrig gehalten werden. „Das spart Energie“, sagt Looden. Sie rechnet mit der Fertigstellung dieses Arbeitsschritts bereits im Februar. Außerdem werde im Neubau aktuell die Montage der Wärmepumpe vorbereitet, so Looden. Zudem ist der Aufbau einer PV-Anlage geplant. Dieser Schritt sei allerdings stark witterungsabhängig und bisher spielte das Wetter noch nicht so richtig mit. Der Aufbau der PV-Anlage könne nämlich erst erfolgen, „wenn eine feste, trittsichere Zugänglichkeit zum Gebäude gegeben ist“, so Looden.

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Aufgrund des eher mäßigen ostfriesischen Wetters konnte mit den Arbeiten an den Außenanlagen des Feuerwehrhauses noch nicht begonnen werden. Momentan sei es einfach noch zu nass, so Looden. Insgesamt seien die Bauarbeiten am Eilsumer Feuerwehrhaus aber noch im geplanten Zeitfenster. „Für den Baukörper ist die Fertigstellung für Ende April 2025 vorgesehen“, so die Bürgermeisterin. „Aber auch hier gilt: Das Wetter bestimmt das Bauende.“ Dennoch zeigt sie sich optimistisch. Noch innerhalb dieses Jahres könne man in Eilsum voraussichtlich die erste Eröffnung feiern.

Greetsiel: Das ostfriesische Wetter sorgt für Verzögerungen

Noch nicht ganz so schnell, aber stetig geht auch der Neubau des Feuerwehrhauses Nord, nahe der Kleinbahnstraße in Greetsiel, voran. Aktuell sieht man dort noch nicht viel, aber die Arbeiter seien fleißig. „Im letzten Jahr konnte noch die Bohrebene hergestellt und die Bohrpfähle plangemäß eingebracht werden“, sagt Looden. Insgesamt geht es da um 68 Bohrpfähle, die jeweils eine Länge von bis zu 18 Metern haben.

Beim Feuerwehrhaus Nord nahe Greetsiel folgt bald die Verlegung der Grundleitungen. Foto: Wagenaar
Beim Feuerwehrhaus Nord nahe Greetsiel folgt bald die Verlegung der Grundleitungen. Foto: Wagenaar

Doch auch bei dem Feuerwehrhaus in Greetsiel sorgt das Wetter wieder für einige Verzögerungen. Denn wie Hilke Looden mitteilt, konnten die Erd- und Entwässerungsarbeiten seit der Fertigstellung der Tiefgründung noch nicht wieder aufgenommen werden. Sobald die Witterung es zulässt, wolle man auch diese Arbeiten wieder aufnehmen. Dann folgt das Verlegen der Grundleitungen und anschließend noch Erdungsarbeiten, um später den Blitzschutz gewährleisten zu können. „Aktuell wird das Ausschreibungspaket für die Gewerke Bauhauptarbeiten, Gerüstbauarbeiten, Dachabdichtungsarbeiten, Fassade- und Sandwichabdeckung vorbereitet und umgesetzt“, so Looden. Sie freue sich, dass es jetzt auf beiden Baustellen vorangehe.

Warum werden neue Feuerwehrhäuser gebaut?

Die Planungen für einen Neubau der insgesamt sechs Feuerwehrhäuser starteten bereits im Jahr 2016. Damals wurde von der Gemeinde Krummhörn ein Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben. Dieser wurde im Jahr 2021 nochmals aufgefrischt und beinhaltete unter anderem einen Zeitplan für den Neubau von Feuerwehrhäusern. Diese neuen Feuerwehrhäuser wurden notwendig, nachdem die verschiedenen Krummhörner Wehren in 2018 fusioniert worden waren. Seither gibt es die Bereiche Nord (Greetsiel, Manslagt, Pilsum), Ost (Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum), Mitte (Pewsum, Woltzeten, Canum), Süd (Loquard, Rysum, Campen) und West (Groothusen, Hamswehrum, Upleward), sowie die Feuerwehr in Visquard.

Der Zeitplan konnte allerdings nicht eingehalten werden, immer wieder kam es zu Verzögerungen. Deshalb kam es in den Wehren immer wieder zu Spannungen. Im Jahr 2019 hieß es etwa unter dem damaligen Bürgermeister Frank Baumann (SPD), dass der Bau des Feuerwehrhauses Nord noch 2021 beginnen soll – mit dem gleichzeitigen Neubau des Feuerwehrhauses Ost. Dann gab es allerdings Mitte 2023 eine Empfehlung zu einem geänderten Fahrplan, vorgeschlagen von der Feuerwehrunfallkasse. Dieser sah vor, dass der Neubau der Feuerwehr Ost Vorrang hat und im selben Jahr starten soll. Ebenfalls sollte 2023 der Bauantrag für Nord gestellt und mit den Vorplanungen für Visquard begonnen werden. West solle 2026 in den Baubeginn gehen, der Standort Süd im Jahr 2027. Insgesamt sollen alle Feuerwehrhäuser in der Krummhörn bis zum Jahr 2030 fertig sein.

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