Kiel Angriff auf 13-Jährigen in Kiel: Auf dem Schulhof stachen sie ihrem Opfer das Messer ins Herz
Im Fall des lebensgefährlichen Messerstiches auf einen 13 Jahre alten Jungen in Kiel sind alle sieben Tatverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt worden. Sie sollen sich gegenseitig beschuldigen.
Die Kieler Staatsanwaltschaft wirft den sieben Verdächtigen (14 bis 22) gemeinschaftlich begangenen versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Die Vorführung aller Beschuldigten vor dem Haftrichter dauerte bis zum Dienstagabend, weshalb die Ermittler erst am Mittwoch darüber Auskunft geben wollen, welcher der Beteiligten in U-Haft muss und wer möglicherweise wieder auf freien Fuß kommt.
Mittlerweile sind Details zum Tathergang bekannt: Zu dem lebensgefährlichen Messerstich kam es auf dem Schulhof der „Christlichen Schule Kiel“. Zuvor sollen die beiden besten Freunde des 13 Jahre alten Jungen ihn in aus seiner Wohnung in einer nahen städtischen Wohngruppe dorthin gelockt haben.
Auf dem Schulhof sollen die insgesamt sieben Tatverdächtigen (14 bis 22) erst auf den Jungen eingeschlagen haben, bis er bewusstlos wurde, dann wurde mit einem Messer zugestochen. Der Stich soll ins Herz gegangen sein und eine Herzklappe getroffen haben. Oberstaatsanwalt Michael Bimler: „Als die Polizisten eintrafen, war das Opfer bereits reanimationspflichtig.“
Beamte des 3. Polizeireviers retteten dem 13-Jährigen durch ihr schnelles Handeln vermutlich das Leben. Im Krankenhaus wurde er vier Stunden lang operiert, mittlerweile soll sein Zustand stabil sein. Die Mutter des Jungen hatte die Polizei informiert, nachdem sie am Sonntagabend einen Anruf von einer ihr unbekannten Nummer erhalten hatte. Eine männliche Stimme sagte: „Dein Sohn liegt mit einem Messerstich im Oberkörper vor mir“.
Der Bild-Zeitung berichtete Mutter Nora L., dass sie bereits vor der Tat einen weiteren Anruf von dieser Nummer erhalten hatte. Angeblich habe ihr Sohn im Streit ein Mädchen geschlagen, der Anrufer werde daher Anzeige erstatten oder im Notfall auf den Sohn schießen. Das Mädchen (15) soll die Freundin von einem der Tatverdächtigen sein. Oberstaatsanwalt Michael Bimler: „Das ist ein Aspekt für ein mögliches Motiv, wir haben aber auch weitere im Blick.“
Die Kripo hat das Telefon der Mutter beschlagnahmt, um zu ermitteln, wer der Anrufer war und ob er einer der Tatverdächtigen ist, die nach der Großfahndung in der Nacht gefasst wurden. In ihren Vernehmungen sollen die Verdächtigen eingeräumt haben, auf dem Schulhof dabei gewesen zu sein, sich für den Messerstich aber gegenseitig die Schuld geben. „Unsere Aufgabe ist es, die Tatbeiträge jeder einzelnen Person herauszufiltern“, erklärte Bimler.
Große Hoffnung hatten die Ermittler auf die Aussage des Jungen gesetzt, der bereits am Montag wieder ansprechbar war. Doch wie er seiner Mutter erzählte, sei das Letzte, woran er sich erinnern könne, dass die Täter auch auf ihn eingetreten hätten, als er am Boden gelegen habe. Er habe das Herausklappen eines Messers gehört, aber nicht wahrgenommen, wer auf ihn eingestochen habe.
Die Staatsanwaltschaft macht keine Angaben dazu, ob die Tatwaffe gefunden wurde und DNA-Spuren gesichert werden konnten.