Hamburg  Wird Strom günstiger? Neue Studie überrascht bei Kosten für Energiewende

Philip Jesse
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Von Philip Jesse
| 24.01.2025 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Energiewende in Deutschland kostet enorme Mengen Geld, könnte aber letztlich doch günstiger werden als gedacht. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth
Die Energiewende in Deutschland kostet enorme Mengen Geld, könnte aber letztlich doch günstiger werden als gedacht. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth
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Die Kosten der Energiewende könnten laut einer neuen Studie deutlich geringer ausfallen. Das hängt auch mit dem Stromverbrauch zusammen. Warum das für Hausbesitzer und Mieter eine gute Nachricht sein könnte.

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden – das zumindest ist der aktuelle Plan der Bundesregierung. Deutschland (und Europa) befindet sich bei dieser enormen Aufgabe auf einem guten Weg, allerdings verursacht der Wandel hin zu einer CO₂-neutralen Gesellschaft hohe Kosten für den Staat und seine Bürger.

Das Beratungsunternehmens McKinsey kommt in seiner neuen Studie „Zukunftspfad Stromnachfrage“ nun zu einer überraschenden Erkenntnis. Die Energiewende könnte deutlich günstiger ausfallen, weil der Stromverbrauch in Deutschland langsamer ansteigt als erwartet – mit positiven Folgen für die Verbraucher.

Zum einen arbeiten deutsche Unternehmen laut dem Bundesumweltamt immer energieeffizienter. Doch es gibt mehrere unerfreuliche Aspekte, die laut McKinsey den Anstieg des Strombedarfs dämpfen:

Aufgrund dieser Entwicklungen berechnet McKinsey in seiner Studie, dass die Stromnachfrage in Deutschland deutlich hinter den Erwartungen der Bundesregierung zurückbleiben könnte.

Selbst bei einer schnelleren Dekarbonisierung Deutschlands, werde lediglich ein Nettostrombedarf von 615 Terrawattstunden (TWh) im Jahr 2030 und von 805 TWh im Jahr 2035 erreicht.

Wenn sich der aktuelle Trend bei der Umstellung Deutschlands auf klimaneutrale Energien beibehält, würde die Nettostromnachfrage sogar noch weiter sinken: auf 530 TWh im Jahr 2030 und bei 635 TWh im Jahr 2035. Zum Vergleich: Der aktuelle Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur geht bis 2037 von einem Nettostromverbrauch von 1.000 TWh aus.

Allein für den Ausbau der Stromübertragungsnetze wären laut der Studie 110 Milliarden Euro weniger nötig, bei Windenergie und Photovoltaik ließen sich sogar 130 Milliarden Euro einsparen. Das hätte laut dem Beratungsunternehmen positive Folgen beim Strompreis für private Haushalte und die Industrie.

Würden die aktuellen Ausbaupläne an den von McKinsey ausgearbeiteten „Trendpfad“ angepasst, könnte der Strompreis für private Haushalte sich bis 2035 bei etwa 36 bis 38 Cent pro Kilowattstunde einpendeln – also in etwa auf dem Preisniveau, das im Jahr 2022 herrschte.

Bei den bisher angestrebten Ausbauzielen stiege der Strompreis laut der Studie um etwa 30 Prozent auf etwa 47 bis 50 Cent pro Kilowattstunde.

Die McKinsey-Studie stieß bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung auf harsche Kritik. So bemängelte Simone Peter, die Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, dass das Beratungsunternehmen den zukünftigen Strombedarf und den dafür nötigen Netzausbau zu stark herunterrechne.

Die daraus gezogenen Konsequenzen seien falsch und würden Deutschland eher schaden als nutzen, erklärte Peter auf der Social-Media-Plattform Linkedin anhand mehrerer Punkte:

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