Hüde Auto vom Eis befreien: Welche Hausmittel helfen – und mit welchen Sie Ihr Auto schrotten
Jeder kennt es: Die Termine rufen, man muss schnell los und dann wird einem klar, dass das Auto über Nacht eingefroren ist. Einige „Tricks“ versprechen, das Auto im Handumdrehen wieder einsatzbereit zu machen - doch der ein oder andere hat das Potenzial, ihr Auto stattdessen zu schädigen.
In der eisigen Kälte halten sich Irrtümer zum Enteisen des Autos ganz hervorragend: Heißes Wasser enteist die Scheiben zuverlässig, Spiritus im Scheibenwischwasser erspart den Frostschutz und bei vereisten Türschlössern erhitzt man einfach den Autoschlüssel mit dem Feuerzeug.
So manches davon hatte früher einmal durchaus seine Berechtigung, zu Zeiten nämlich, als die Autos noch nicht so mit Elektronik vollgestopft waren. Heute geistern diese Tipps allerdings immer noch durch das Internet. Aber Vorsicht: Der ein oder andere „Tipp“ hat das Potenzial, ihr Auto zu schrotten.
Im Internet kursieren jede Menge Tipps von selbsternannten Experten, wie man sich angeblich das teure Frostschutzmittel des Scheibenwischwassers sparen kann. Sei es nun klarer Schnaps, Spiritus oder sogar Salz: Es ist so ziemlich alles mit dabei, was dem Wagen schaden kann.
Dabei kann Alkohol die Scheibenwischergummis zerstören und Dichtungsmaterialien angreifen. Salz kann die Scheibenwischdüsen verstopfen und Spiritus einen gefährlichen blendenden Schmierfilm auf dem Glas hinterlassen. All das kann nicht nur richtig teuer, sondern auch gefährlich werden.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn das Türschloss eingefroren ist, zumal der Türschlossenteiser ja meist im Handschuhfach liegt. Nun aber heißes Wasser auf das Türschloss zu kippen, in der Hoffnung es auf diese Weise auftauen zu können, ist zumeist kontraproduktiv.
In der Regel braucht man nämlich erstaunlich viel heißes Wasser, um erfolgreich zu sein, und obendrein vereist das Türschloss dann aufgrund des dabei eingedrungenen Wassers später noch viel schneller.
Noch schlimmer kann es werden, wenn man den Autoschlüssel mit dem Feuerzeug erhitzt, da moderne Fahrzeugschlüssel mit Mikroelektronik ausgerüstet sind, die dabei Schaden nehmen kann. Obendrein kann auch noch das Plastik des Griffstücks schmelzen. Aber auch von ganz billigen Enteiserflüssigkeiten sollte man Abstand nehmen: Sie enthalten oft noch einen Rest Wasser und der kann das Schloss doch noch einfrieren lassen, zumindest auf Dauer.
Kriechöle unterkriechen hingegen die schon vorhandene Feuchtigkeit schnell und halten sie von den mechanischen Teilen zuverlässig fern. Somit kann das Schloss auch in Zukunft nicht mehr so schnell einfrieren.
Wer morgens schnell losmuss und dann auch noch ewig die Scheiben kratzen soll, kommt durchaus auch schon einmal auf die Idee, heißes Wasser auf die Windschutzscheibe zu kippen. Das kann allerdings ganz schnell nach hinten losgehen.
Kochendes Wasser und eiskaltes Glas vertragen sich nämlich nicht und so kann es gut sein, dass die Scheibe einen Sprung bekommt. Zudem gefriert das Wasser meist schneller wieder, als es einem lieb sein kann, und so ist die gesamte Aktion eher kontraproduktiv.
Es stimmt schon: Wer einen funkelnagelneuen Wagen mit ebensolchen Türgummis hat, kann das Thermometer weitaus entspannter beobachten. Aber auch neue Türgummis verlieren ihre wasserabweisenden Eigenschaften relativ schnell und wo Wasser ist, kann es auch gefrieren.
Sprich: Die Türen lassen sich nur mehr mit roher Gewalt öffnen oder sogar überhaupt nicht mehr. Wichtig ist es also, die Türgummis, sowie auch das Metall der Autotür, das sie berührt, trocken zu halten. Spezielle Pflegeprodukte aus dem Fachhandel können dabei helfen, zur Not tut es aber auch eine hauchdünne Schicht Vaseline aus der Apotheke.