Geburten rückläufig Gibt es in Hinte bald keine Kinder mehr?
Gestorben wird weiterhin, aber die Geburtenrate in Hinte sinkt. Auch geheiratet wird immer weniger in der kleinen Gemeinde.
Hinte - Die Zahl der registrierten Geburten in der Gemeinde Hinte war im vergangenen Jahr stark rückläufig. Das geht aus Zahlen des Standesamtes Hinte hervor. Und auch in anderen Bereichen ist der demografische Wandel deutlich spürbar in der Gemeinde.
Demnach wurden in der Gemeinde Hinte im Jahr 2024 nur 37 Geburten erfasst. Im Jahr zuvor wurden immerhin noch 59 Kinder in Hinteraner Familien hineingeboren. Macht einen Geburtenrückgang von knapp einem Drittel. Eine hohe Zahl für die rund 7000 Einwohner starke Gemeinde. Aber im Deutschland-Vergleich auch kein Einzelfall.
Weniger Geburten: Demografischer Wandel auch in Hinte
Dass es bundesweit einen starken Rückgang an Geburten gibt, bestätigen auch aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach war die Zahl der Sterbefälle in Deutschland im Jahr 2024 deutlich höher als die Zahl der Geburten. Dieses sogenannte Geburtendefizit war damit sogar schon im dritten Jahr in Folge höher als 300.000. Heißt, bundesweit gab es 300.000 mehr Sterbefälle als Geburten. So ein Geburtendefizit gibt es in Deutschland schon seit der Wiedervereinigung. Seitdem gab es kein Jahr, in dem mehr Kinder geboren sind, als Menschen gestorben sind.
Ebenfalls gesunken, wenn auch nur leicht, ist die Sterbezahl in Hinte. Insgesamt sind in der Gemeinde im vergangenen Jahr 110 Sterbefälle registriert wurden. 2023 waren das noch zehn mehr. Trotzdem gibt es Hinte mehr Todesfälle als Geburten und demnach ein hohes Geburtendefizit. Die Gemeinde Hinte folgt damit dem bundesweiten Trend.
Warum die Einwohnerzahl trotzdem stabil bleibt
Insgesamt ändern die fehlenden Kinder und die Anzahl der Sterbefälle in Hinte jedoch nicht viel an der Einwohnerzahl der Gemeinde. Diese ist nämlich im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr nur sehr leicht gefallen, von 7349 Einwohnern im Jahr 2023 auf 7338 im Jahr 2024. Das liegt vor allem an den recht vielen Zuzügen, die Hinte als Randkommune von Emden stetig verzeichnet.
So wie in den vergangenen Jahren gab es auch 2024 wieder mehr Zu- als Wegzüge. Auf diese Art und Weise hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 506 neue Einwohner bekommen. Fast 100 Menschen weniger, nämlich 411, haben Hinte hingegen verlassen. Dieses Plus an Zuzügen gleicht selbst die geringe Geburtenrate in Hinte aus. Auch was die Geschlechter angeht, zeigt sich die Gemeinde Hinte von ihrer ausgeglichenen Seite. 2024 lebten dort 3674 Männer und 3664 Frauen, was die Geschlechteraufteilung fast identisch macht.
Hinte: Es wird weniger geheiratet
Etwas abgenommen hat die Zahl der Trauungen, die 2024 in Hinte vollzogen wurden. Haben sich 2023 noch 56 Paare in Hinte das Ja-Wort gegeben, waren es im vergangenen Jahr nur noch 47 Paare. Aber: Der Rückgang der Eheschließungen in Hinte im Jahr 2024 spiegelt einen interessanten Trend wider. Denn während die Gesamtzahl der Trauungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, haben 2024 deutlich mehr einheimische Paare in Hinte geheiratet. Von den 47 Paaren, die in Hinte geheiratet haben, kamen 25 aus der Gemeinde – fünf mehr als noch im Jahr zuvor.
22 Paare kamen von außerhalb, um in Hinte zu heiraten. Hier ist die größte Abnahme an Eheschließungen zu erkennen: Im Jahr 2023 haben sich noch 36 auswärtige Paare für Hinte als Ort der Trauung entschieden. Die Hinteraner schienen 2024 stärker an Hochzeiten in ihrer Heimat interessiert gewesen zu sein, während die Attraktivität der Gemeinde für auswärtige Paare abgenommen hat. Beliebtester Trauort ist und bleibt aber noch immer die Mühle. Dort haben 39 Paare geheiratet. Acht Paare entschieden sich für eine Trauung im Hinteraner Rathaus.
Einen großen Rückgang gab es zuletzt auch bei den Kirchenaustritten in Hinte. Während 2023 noch 89 Menschen in Hinte der Kirche den Rücken gekehrt haben, waren es im Jahr 2024 lediglich 65 Personen.