Hannover Das müssen Sie zum Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover wissen
Fünf Tage Debatten, Gemeinschaft, Glauben und Kultur – das verspricht der Evangelische Kirchentag, der am 30. April in Hannover eröffnet wird. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Noch etwas über 100 Tage bis zum 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover. In der kleinen Geschäftsstelle des Kirchentags in einem Bürogebäude in der hannoverschen Innenstadt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In Kürze wird das Programm für das christliche Laientreffen vom 30. April bis 4. Mai veröffentlicht. Wir beantworten schon einmal die wichtigsten Fragen.
Nach 1967, 1983 und 2005 findet der Evangelische Kirchentag erneut in Hannover statt – und zwar an fünf Tagen vom 30. April bis 4. Mai. Das Motto lautet diesmal „mutig, stark, beherzt“. Es wird 1500 Veranstaltungen geben, sagt Sprecherin Lisa Hartkopf. Sie finden in der Innenstadt – etwa auf dem Opernplatz, am Neuen Rathaus, auf dem Ballhofplatz – sowie auf dem Messegelände statt.
Die Eröffnungsgottesdienste werden parallel vorm Neuen Rathaus sowie auf dem Opernplatz gefeiert. Hier rechnen die Veranstalter mit etwa 40.000 Besuchern. Der Schlussgottesdienst ist ebenfalls am Rathaus – mit Live-Übertragung zum Opernplatz.
Der Kirchentag beginnt wie immer mittwochs mit einem Eröffnungsgottesdienst und dem „Abend der Begegnung“ mit vielen Bühnen und Ständen. Bei diesem bunten Fest in der Innenstadt stellen sich die Kirchengemeinden, Projekte und Initiativen der Region vor – mit Musik, Kleinkunst und Kulinarischem. An den folgenden Tagen wird es Konzerte, Workshops, Bibelarbeiten, Diskussionen und Ausstellungen geben.
Das Kirchentagsprogramm steht auf drei Säulen: liturgisch-theologisch, gesellschaftspolitisch und kulturell aufteilen. Das genaue Programm wird ab Ende Januar 2025 online auf der Homepage des Kirchentags und in der App veröffentlicht.
Einige Höhepunkte erfuhr unsere Redaktion bereits: So soll es eine Diskussion geben unter dem Motto „Wenn Heimat unbewohnbar wird“ mit Betroffenen des Klimawandels aus Runda und Tuvalu, einer Insel nördlich von Neuseeland. In einer Runde zum Thema „Mit Gott gegen Demokratie“ soll der religiöse Extremismus in den USA diskutiert werden.
Zu den Themen gehören auch der Rückgang der Mitgliedszahlen der Kirchen und die wachsende Bedeutung des Ehrenamts (Motto: „Die Bischöfin hat erst abends Zeit“) sowie Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt im kirchlichen Umfeld.
Eine Freifläche vor dem „Haus der Religionen“ in Hannover soll im Rahmen einer mehrtägigen Aktion dauerhaft umgestaltet werden. „Wir wollen der Stadt etwas zurückgeben“, hieß es aus dem Kirchentagspräsidium. Eines der Highlights, das jetzt schon bekannt ist, wird die „Kinderkathedrale“ in der Kreuzkirche in der Altstadt sein, die von Donnerstag bis Samstag jeweils zwischen 10 und 18 Uhr für Familien geöffnet sein wird. Es soll zum Beispiel eine Leseecke, Geschichtenzeiten, Abendsegen, Musikprojekte sowie ein Podium für Sechs- bis Zwölfjährige geben.
In der Nähe der Leinewelle entsteht ein großer Sportparcours; am Ballhofplatz eine Tanzfläche. Unter dem Motto „Rund um die Uhr: singen“ soll in der Christuskirche von Mittwoch bis Samstag rund um die Uhr gesungen werden. Auch ein Gospel-Mitsingkonzert der 1000 Stimmen ist geplant.
Das lässt sich derzeit noch nicht sagen, so Zeißig. Wegen der Bundestagswahl könnten viele Politikerinnen erst nach dem 23. Februar angefragt werden. Das Kirchentagsteam sieht darin aber auch eine Chance, politische Debatten parallel zur Regierungsbildung zu initiieren. Angefragt sei bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der auch bei vergangenen Kirchentagen zu Gast war. Auch er dürfte dann den markanten Kirchentagsschal tragen – diesmal in rubinrot.
Der Zugang zu den Gottesdiensten ist frei, erläutert Mario Zeißig (46) aus der Abteilung Kommunikation. Ansonsten kosten Kirchentagsveranstaltungen Eintritt. Frühbucher können bis zum 19. Februar das 5-Tage-Ticket für 129 Euro (ermäßigt: 79 Euro) erwerben. Regulär kostet es dann 149 Euro (ermäßigt: 89 Euro). Das 5-Tage-Familienticket für bis zu zwei Erwachsene und mindestens ein Kind bis einschließlich 17 Jahren ist regulär für 199 Euro erhältlich, als Frühbucher für 179 Euro. Zudem ist es möglich, Tickets für einzelne Tage (49 Euro) oder Abendtickets ab 16 Uhr (19 Euro) zu kaufen.
Kinder bis elf Jahre besuchen den Kirchentag kostenlos. Jugendliche und junge Erwachsene, die in der Region Hannover zur Schule gehen, studieren, eine Ausbildung machen oder einen Freiwilligendienst leisten, können den Kirchentag mit dem Jungen-Regio-Ticket für 33 Euro besuchen. Tagestickets für Konfirmanden und deren Begleitungen kosten 9 Euro. Die Tickets sind online erhältlich.
Übernachtungen klären die Besucher individuell. Der Kirchentag vermittelt Übernachtungsmöglichkeiten im Gemeinschaftsquartier und Stellplätze für Wohnmobil oder Wohnwagen. Diese Plätze werden beim Ticketkauf mitgebucht oder können nachträglich zugebucht werden.
Die Übernachtung im Gemeinschaftsquartier kostet 39 Euro pro Person und 59 Euro pro Familie; ein Camping-Stellplatz je nach Fahrzeuggröße zwischen 199 und 209 Euro. Über die Website „unterkunft-kirchtentag.de“ kann zudem nach einem Schlafplatz bei Privatpersonen in Hannover gesucht werden.
Ja, für die Großveranstaltung werden rund 5000 Helfer benötigt – von der Einlasskontrolle bis zur Fahrbereitschaft. Allein für die Betreuung der Quartiere sucht der Kirchentag 500 Ehrenamtliche. „Gerade die Unverbindlichkeit der Zusagen macht uns zu schaffen“, sagt Zeißig. Manche Freiwillige melden sich erst zwei oder drei Tage vor Veranstaltungsbeginn oder sagen kurzfristig ab. Anmeldeschluss für die Helfer ist eigentlich Mitte Februar.