Ärger um Promenade  Pfusch bei Kunstmeile in Emden – Kruithoff fordert Ausbesserung

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 15.01.2025 06:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Regenwasser glänzt auf der neuen Kunstpromenade. Die Stadt ist nicht zufrieden mit der Ausführung der Arbeiten und dem Belag. Foto: Ortgies
Das Regenwasser glänzt auf der neuen Kunstpromenade. Die Stadt ist nicht zufrieden mit der Ausführung der Arbeiten und dem Belag. Foto: Ortgies
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Die Kunstpromenade in Emden ist fast fertig, doch beim Bau wurde offenbar gepfuscht. Das Wasser auf dem beigefarbenen Weg kann nicht ablaufen. Wie geht es jetzt weiter?

Emden - Ärgerlich: Die Kritik an der neuen Emder Kunstpromenade war schon vor ihrer Fertigstellung laut gewesen. Unter anderem, weil Bäume dafür gefällt werden mussten. Jetzt wird klar, dass die Arbeiten offenbar nicht optimal ausgeführt wurden. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) bemängelte in seiner Neujahrsansprache am 11. Januar 2025 in der Nordseehalle das Ergebnis.

Teilweise sind Kuhlen auf der neuen Kunstpromenade, in denen sich Wasser und dann auch Eis sammelt. Foto: Ortgies
Teilweise sind Kuhlen auf der neuen Kunstpromenade, in denen sich Wasser und dann auch Eis sammelt. Foto: Ortgies

Demnach müsse noch „deutlich nachgearbeitet“ werden. Auf den Weg hätte ein anderer Belag aufgebracht werden sollen. „Da steht überall Wasser. Das ist einfach nicht gut gemacht und in Summe nicht rund“, sagte er gegenüber dieser Zeitung.

Die Kunstpromenade soll Bereich aufwerten

Die Kunstpromenade ist zum einen kein Schnäppchen: Für die Umgestaltung des etwa 200 Meter langen Bereichs zwischen Chinesentempel und Hahn‘scher Insel sind 777.000 Euro kalkuliert, wobei Emden ein Drittel der Summe zahlt. Bund und Land übernehmen zwei Drittel.

Noch steht keine Kunst auf der Kunstpromenade. Auf der angrenzenden Hahn'schen Insel aber schon. Foto: Ortgies
Noch steht keine Kunst auf der Kunstpromenade. Auf der angrenzenden Hahn'schen Insel aber schon. Foto: Ortgies

Zum anderen soll das Areal beziehungsweise der Weg vom Hauptbahnhof zur Innenstadt und Kunsthalle durch die Umgestaltung deutlich aufgewertet werden. Jetzt macht es noch keinen guten Eindruck.

Wie sieht die Kunstpromenade jetzt aus?

Wir haben uns vor Ort umgesehen: Der beigefarbene Weg ist uneben asphaltiert. Von der Treppe aus beispielsweise gibt es eine kleine, hässliche Kante. Die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Abschnitten sind nicht schön gearbeitet.

Die Übergänge zwischen den Asphaltbereichen sind auffällig. Foto: Ortgies
Die Übergänge zwischen den Asphaltbereichen sind auffällig. Foto: Ortgies

Wasser und an Frosttagen auch Eis steht aktuell in Kuhlen. Das birgt für Fußgänger und Radfahrer Rutschgefahr. Kurios ist auch: Vor der Ampel zur Boltentorstraße in Richtung Neuer Markt hat die Promenade die Breite des für Fußgänger markierten Überwegs. Die Radfahrer aber, die laut Stadt auch auf die Promenade ausweichen dürfen, werden nach der Straßenmarkierung zu urteilen über den Grünstreifen geführt.

Wie geht es bei der Kunstpromenade jetzt weiter?

Wir haben bei der Stadt nachgehakt, inwieweit es bereits eine Rücksprache mit der Firma gegeben hat, die die Arbeiten ausgeführt hat, und wie dann der Zeitplan für die Ausbesserung aussieht. Auch wollen wir wissen, ob dafür noch einmal der Rad- und Autoverkehr behindert wird. Im Zuge der Gestaltung im vergangenen Jahr hatte es zwischenzeitlich Verkehrsbehinderungen gegeben. In der Antwort von Stadtsprecher Eduard Dinkela werden noch einmal die Gründe für den Ärger der Stadt genannt: „Die Qualität der Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Besonders problematisch ist der Belag – dies war anders geplant – und die fehlende Entwässerung des Bereiches.“

Das entspreche nicht ihren Ansprüchen und „die Nachbesserungen sollen zeitnah erfolgen, um die Funktionalität und das Erscheinungsbild der Promenade zu optimieren“, schreibt Dinkela. Konkreter wird er weder zum Zeitplan, noch zu den detaillierten gewünschten Arbeitsabläufen. Er erklärt: „Konkrete Änderungen und Zeitpläne sind in Abstimmung.“

Klar ist schon jetzt: Die Kunst für die Promenade fehlt noch. Sie ist nicht Teil der Kosten für die Gestaltung des Areals. Für die Kunstwerke, die entlang der Wege aufgestellt werden sollen, setzt die Stadt stattdessen auf Sponsoren und Kunstschaffende. Erste Gespräche bezüglich einiger Skulpturen wurden bereits geführt. Man sei in der Planung und Abstimmung mit den Beteiligten, hieß es zuletzt von der Stadt. In seiner Neujahrsansprache hatte Kruithoff sich deswegen an Ex-Kunsthallen-Chefin Eske Nannen gewandt: „Ich bin zuversichtlich, dass es unserer Ehrenbürgerin Eske Nannen und dem Team der Kunsthalle gelingen wird, in den nächsten Jahren auch geeignete Kunstwerke für die Promenade zu finden.“

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