Personelles beim Landesligisten Leer-Coach Erhan Colak verrät seine Zukunftstendenz
Bei Germania Leer dreht sich weiterhin das Transferkarussell. Welche Wechsel bereits fix sind, welche sich anbahnen und welche Ziele Leer für die Rückrunde hat.
Leer - Während manche ostfriesische Fußballteams bereits die Vorbereitung auf die Rückrunde aufgenommen haben, können die Spieler von Landesligist Germania Leer dagegen noch zwei Wochen ihre Ruhe genießen. Erst in der letzten Januarwoche müssen sie Laufpläne abarbeiten, ehe Trainer Erhan Colak am 3. Februar zur ersten Trainingseinheit des Jahres bittet.
Zum Start der Wintervorbereitung wird Colak dann in einige Gesichter schauen, die zu Saisonbeginn noch nicht dabei waren. Denn der Kader der Germanen hat sich mittlerweile drastisch verändert. Insgesamt 15 Akteure – darunter auch einige Leistungsträger – haben das Landesliga-Schlusslicht im Verlaufe der Spielzeit oder jetzt in der Winterpause verlassen. Diese dazu adäquat zu ersetzen, war nicht möglich.
Aurich-Trio möchte nach Leer wechseln
Dennoch ist es den Germania-Verantwortlichen gelungen, immerhin ein paar Spieler dazuzubekommen. Die Transferaktivität von Leer in diesem Winter ist auch noch nicht abgeschlossen, wie Torwarttrainer und Pressesprecher Xavier Rieger sagt. „Es kann sein, dass im Sturm noch was passiert. Wir suchen auch noch jemanden für das Tor. Aktuell haben wir mit dem A-Jugendlichen Florian Demhartner ja nur einen Keeper im Kader. Im Winter sind Verpflichtungen aber nicht so einfach“, sagt Xavier Rieger.
Denn die aufnehmenden Klubs sind vom abgebenden Verein abhängig. Dieser muss dem Wechsel nämlich aktiv zustimmen, damit die Spieler sofort spielberichtigt und nicht für ein halbes Jahr gesperrt sind. Deshalb ist dem Vernehmen nach auch der Wechsel von einem Trio von Bezirksligist SpVg Aurich nach Leer noch nicht in trockenen Tüchern. Dabei dürfte es sich um Mittelfeldmann Eliel Pierre Delphonse, Außenbahnspieler Yahya Berete und Verteidiger Kafil Kouame Isimaila handeln. Die drei Spieler tauchen im Portal Fussball.de bereits in der Spielerliste von Germania Leer auf, sind aber noch nicht spielberechtigt. Denn Aurich und Leer haben noch keine Einigung erzielt.
Kevin Böse soll Defensive stabilisieren
Fix ist bereits der Wechsel von Kevin Böse zur Germania. „Durch Kevin versprechen wir uns mehr Stabilität in der Innenverteidigung“, sagt Xavier Rieger. Eingefädelt hatte den Winter-Transfer Trainer Erhan Colak, der mit Böse bereits bei GW Firrel zusammengearbeitet hatte. Der 33-jährige Böse war bis Oktober Spielertrainer bei B-Klassist Frisia Loga, hatte seine Tätigkeit dann wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ niedergelegt. Vor fast zehn Jahren hatte Böse schon einmal bei Germania Leer in der Landesliga gespielt.
Mit einem Kader von rund 20 Spielern geht Germania Leer in die restliche Saison. Den Verantwortlichen ist klar, dass der Klassenerhalt in den verbleibenden 13 Partien nicht mehr zu schaffen ist. Bei nur zwei eigenen Zählern beträgt der Abstand auf die Nichtabstiegszone 19 Punkte. „Wir sind durch die vielen Abgänge nicht in der Lage, die Klasse zu halten. Dennoch haben wir einen Kader, mit dem wir noch ein paar Punkte holen können. Auch in der Hinrunde war der ein oder andere Sieg möglich“, sagt Trainer Erhan Colak.
Neuaufbau in der Bezirksliga angepeilt
„Für uns geht es darum, uns in der Landesliga gut zu präsentieren, damit wir den Grundstein für einen Neuaufbau im Sommer legen“, sagt Xavier Rieger. Da seien die jüngsten und noch geplanten Transfers gewissermaßen auch schon ein Vorgriff. Die beiden Ende 2024 dazugestoßenen Talente aus Namibia, Lukas Taneni und Nilton Gertze, sollen in dieser Saison bei den Herren reinschnuppern, vorrangig aber noch in der A-Jugend spielen.
Eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Personalie für die neue Saison ist die des Trainers. Bis zum Vorbereitungsauftakt Anfang Februar sollen Gesprächen zwischen Verein und dem aktuellen Coach Erhan Colak geführt werden. „Ich bin offen für alles, ligaunabhängig“, äußerte sich Colak gegenüber unserer Zeitung. „Die Bezirksliga ist eine attraktive Liga in der Region. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.“