DRK startet Kampagne Wie Blutspenden das Leben von Eva aus Bunde retteten
Das Schicksal der Sechsjährigen und die Prominenz von Schauspielerin und Moderatorin Nina Bott sollen dazu beitragen, dass mehr Menschen Blut spenden. Wir waren bei den Dreharbeiten dabei.
Papenburg/Bunde - Ihr Name ist Bott. Nina Bott. Fernsehzuschauer kennen die Schauspielerin unter anderem als Seriendarstellerin („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Verbotene Liebe“), durch Auftritte in Filmreihen von Inga Lindström, Rosamunde Pilcher und „Das Traumschiff“ oder durch Moderation des Boulevardmagazins „Prominent!“ (Vox). In Neubörger drehte Bott nun ein Video, um für mehr Blutspenden zu werben. Das ist aber nicht alles.
In Papenburg traf die Schauspielerin die inzwischen sechsjährige Eva sowie deren Eltern Kerstin und Uwe Bruins aus Bunde. Eva ist im Alter von zwei Jahren an Krebs erkrankt. Während ihrer Therapie war sie auf 13 Bluttransfusionen angewiesen. Das wäre ohne Blutspenden nicht möglich gewesen. Evas Eltern sind deshalb auf das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zugegangen, das den Blutspendedienst in der Region organisiert. Sie sind froh und dankbar, dass ihrer Tochter mithilfe der Transfusionen geholfen werden konnte. Nach langer Leidenszeit sei Eva wieder gesund, sagt Uwe Bruins erleichtert.
Eltern danken Klinik und Vereinen
Dankbar ist die Familie nicht nur dem „sehr engagierten“ Personal in einer Klinik in Oldenburg, sondern auch den vielen ehrenamtlichen Aktiven im Blutspendedienst und darüber hinaus. Stark aufgefangen worden seien sie beispielsweise durch Elternvereine für krebskranke Kinder im Emsland und in Ostfriesland. Wie segensreich deren Arbeit sei, zeige sich unter anderem dadurch, dass sie Therapeuten finanzierten, sagt Uwe Bruins. Das sei allerdings nur mithilfe von Spendengeldern möglich. Beim DRK entsteht aus der Initiative der Familie derweil eine Kampagne, mit der um mehr Blutspenden geworben werden soll. Die Kampagne hat zwei Gesichter – das von Eva Bruins und das von Nina Bott. Ein Foto des blonden Mädchens ist mit Dankesworten und einer Botschaft versehen: „Liebe Blutspender, Ihr habt mir das Leben geschenkt“ und „Blutspenden schenken Leben!“
Beim Treffen der Familie Bruins mit Nina Bott im Arkadenhaus kurz vor Weihnachten in Papenburg wurde auch für ein Video gedreht. Bott war unmittelbar zuvor in Neubörger. Vor Beginn eines regulären Blutspendetermins wurde das dortige Heimathaus ebenfalls zur Filmkulisse, um fürs Blutspenden zu werben. Sie selbst habe noch nie Blut gespendet, räumt Bott im Gespräch mit unserer Redaktion am Rande der Dreharbeiten in Neubörger ein. Sie habe zwar einen Organspendeausweis und sei auch bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert, aber fürs Blutspenden sei sie offenbar immer irgendwie „zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen“, sagt die vierfache Mutter.
Das solle sich künftig ändern. Denn Blutspenden sei „total wichtig und tut keinem weh“, betont Bott. Mit dem im Auftrag des DRK erstellten Video, das Anfang 2025 veröffentlicht werden soll, wolle sie „so viele Menschen wie möglich motivieren, Blut zu spenden“.
Erkältungswelle sorgt für Knappheit von Blutkonserven
Die Bedeutung wird nicht nur durch das Einzelschicksal von Eva sichtbar, sondern auch in Zahlen. „Wir müssen immer mindestens 10.000 Blutkonserven auf Lager haben“, erklärt Felix Roeren. Er ist stellvertretender Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen mit Sitz in Springe. Mit dieser Anzahl an Konserven könnten erfahrungsgemäß für drei Tage alle Anfragen von Krankenhäusern in den genannten Zuständigkeitsgebieten bedient werden, so Roeren.
Zuletzt seien die Lagerbestände aber auf rund 9200 gesunken. Während Blutspenden traditionell in der Sommer- und Urlaubszeit knapp werden, gibt es auch gegenwärtig einen Engpass. Roeren zufolge liegt das an einer akuten Erkältungswelle. „Wer erkältet ist, darf kein Blut spenden“, betont der Sprecher.
Durch die beiden geplanten Videos mit Nina Bott erhofft er sich einen neuen Schub. „Wir haben jemanden gesucht, der gut zu dem Thema passt und auch dazu steht“, sagt Roeren. Dabei setze das DRK auch auf Botts Reichweite in den sozialen Netzwerken. Das DRK selbst werde die Videos ebenfalls auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram sowie auf Youtube hochladen.