Kolumne „Für die Ehre“  Anerkennung über den Moment hinaus

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 11.01.2025 07:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Wer im Ehrenamt arbeitet, verlangt keine Gegenleistung. Dennoch braucht es häufig eine Anerkennung, meint unser Kolumnist. Ansonsten droht ein schleichender Verlust von Ehrenamtlichen.

Das Ehrenamt ist eine tragende Säule der Gesellschaft. Freiwillige Feuerwehr, Sportverein oder Hilfsorganisation: Millionen Menschen engagieren sich, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Doch hier liegt der Knackpunkt: Anerkennung bleibt im Ehrenamt oft aus. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Zur Person

Manuel Goldenstein, geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet als Sozialmanager in der Privatwirtschaft. Er ist aber auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann.

Einerseits wird ehrenamtliches Engagement oft als selbstverständlich angesehen. Feuer wird gelöscht, die Vereinsfeier organisiert oder eine Notlage bewältigt. Selten wird hinterfragt, wer seine „Frei-Zeit“ dafür gibt. Die Dankbarkeit, die Ehrenamtliche verdienen, wird durch den Alltag überlagert und vergessen.

Andererseits findet die Arbeit von Ehrenamtlichen oft im Verborgenen statt. Viele Menschen wissen nicht, wie viel Zeit und Einsatz hinter scheinbar kleinen Erfolgen stecken. Sie sehen das Ergebnis, nicht aber den Weg dahin. Somit auch nicht die Menschen, die diesen Weg gehen.

Für viele Ehrenamtliche wird die fehlende Anerkennung zum Problem. Sie wünschen sich ein kleines Zeichen der Wertschätzung. Bleibt dieses aus, droht Frustration. Einige hören auf, andere stellen ihre Erwartungen zurück und vernachlässigen die Qualität.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist die Selbstverwirklichung. Ehrenamt ist mehr als nur Geben. Es bietet die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten einzusetzen, Neues zu lernen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Viele Ehrenamtliche schöpfen daraus Motivation. Die Anerkennung, die von außen fehlt, ersetzen sie durch die innere Zufriedenheit, etwas Sinnvolles zu tun. Aber auch das hat Grenzen. Ohne ein Minimum an Wertschätzung droht der schleichende Verlust des Engagements.

Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, Ehrenamtliche sichtbar zu machen, ihnen aktiv Danke zu sagen und ihr Tun anzuerkennen. Das kann beispielsweise durch persönliche Worte und öffentliche Auszeichnungen geschehen. Eines ist sicher: Ohne Ehrenamt bleibt vieles liegen. Damit dieses Engagement nicht nur weiterlebt, sondern wächst, braucht es mehr als stille Bewunderung. Es braucht Anerkennung über den Moment hinaus.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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