Wahlkampf in Jever  AfD scheitert mit Versuch, an Politik-Abend teilzunehmen

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 10.01.2025 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Alle fürs Klima – nur nicht die AfD. So sieht es die Gruppe Fridays for Future Wilhelmshaven-Friesland, die den AfD-Kandidaten für den Bundestag nicht dabei haben wollte. Foto: Oltmanns
Alle fürs Klima – nur nicht die AfD. So sieht es die Gruppe Fridays for Future Wilhelmshaven-Friesland, die den AfD-Kandidaten für den Bundestag nicht dabei haben wollte. Foto: Oltmanns
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Die Bewegung Fridays for Future wollte mit den Bundestagskandidaten über den Klimawandel reden. Bloß nicht mit der AfD. Deren Kandidat erschien trotzdem. Auch die Polizei war da.

Jever - Eine der ersten größeren politischen Diskussionsrunden vor der Bundestagswahl im Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund) ist ohne Beteiligung von CDU und AfD über die Bühne gegangen. Wobei die CDU-Kandidatin Anne Janssen selbst absagte, der AfD-Kandidat Martin Sichert aber eigentlich gern teilgenommen hätte.

Der gebürtige Nürnberger Martin Sichert kandidiert im Wahlkreis 26 für die AfD. Foto: Oltmanns/Archiv
Der gebürtige Nürnberger Martin Sichert kandidiert im Wahlkreis 26 für die AfD. Foto: Oltmanns/Archiv

Tatsächlich erschien er am Donnerstagabend, 9. Januar 2025, vor dem Lokschuppen in Jever, wo die Debatte stattfinden sollte. Nach einem kurzen Gespräch mit den Veranstaltern Fridays for Future (FFF) Wilhelmshaven-Friesland rückte er aber unverrichteter Dinge wieder ab. Die Polizei war ebenfalls anwesend. In einem kurzen Video auf seiner Facebook-Seite, aufgenommen vor dem Lokschuppen, kritisierte Sichert die Veranstalter für diese Absage.

Was war geschehen?

Die FFF-Gruppe Wilhelmshaven-Friesland hatte die Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 26 für Donnerstagabend in den Lokschuppen eingeladen. Es sollte um Forderungen der Klima- und Jugendbewegung zur Bundestagswahl gehen, aber auch um Perspektiven für die ländliche Region und den Schutz der Demokratie. Ausdrücklich und auch öffentlich ausgeladen war der AfD-Kandidat Martin Sichert. Die AfD leugne den menschengemachten Klimawandel, hieß es zu Begründung. Eine faktenbasierte Debatte sei mit ihm daher nicht möglich.

Sichert wiederum verkündete öffentlich, dass er trotzdem kommen werde. Auf jeden Fall wollte er am Donnerstagabend aber wohl sichtbar sein. Nach Auskunft der Stadt Jever, der der Lokschuppen gehört, hatte ein AfD-Vertreter den Antrag gestellt, an diesem Abend einen Info- oder Wahlkampfstand auf dem Gelände des Veranstaltungsgebäudes zu errichten. Nach Rücksprache mit dem Verein, an den der Lokschuppen langfristig verpachtet sei, sowie den Veranstaltern habe man diesem Antrag dann aber nicht zugestimmt, teilte eine Sprecherin der Stadt Jever auf Nachfrage mit. Man habe aber einen alternativen Standort angeboten, den Pendlerparkplatz neben dem Lokschuppen. Darauf habe man von dem AfD-Vertreter keine Rückmeldung erhalten.

Viere der sechs Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 26 nahmen an der Debatte teil (von links): Siemtje Möller (SPD), Ulli Maus (Grüne), Vincent Janßen (Die Linke) und Robert Wegener (FDP). Foto: Oltmanns
Viere der sechs Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 26 nahmen an der Debatte teil (von links): Siemtje Möller (SPD), Ulli Maus (Grüne), Vincent Janßen (Die Linke) und Robert Wegener (FDP). Foto: Oltmanns

An der Debatte selbst nahmen die vier Bundestagskandidaten Siemtje Möller (SPD), Ulli Maus (Grüne), Vincent Janßen (Die Linke) und Robert Wegener (FDP) teil. Anne Janssen (CDU) hatte aus terminlichen Gründen abgesagt. Die vorgezogene Bundestagswahl findet am 23. Februar 2025 statt, was die Zeit für den Wahlkampf stark verkürzt.

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