Hamburg  Farb-Anschlag auf Hamburger Rathaus: Angeklagter erscheint nicht zum Prozess

Guido Behsen
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Von Guido Behsen
| 06.01.2025 15:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Polizist am beschmierten Hamburger Rathaus im März 2023. Nun fand der Prozess statt. Foto: dpa
Ein Polizist am beschmierten Hamburger Rathaus im März 2023. Nun fand der Prozess statt. Foto: dpa
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Die Aktion der Klima-Aktivisten der sogenannten Letzten Generation vor dem Besuch von König Charles hat ein Nachspiel. Dass der Angeklagte nicht vor dem Amtsrichter erschien, schützt ihn nicht vor Strafe.

Am 30. März 2023 stand ganz Hamburg im Zeichen des anstehenden Besuches von König Charles III. und seiner Frau Camilla am kommenden Tag. Die allgemeine Aufmerksamkeit nutzten Klima-Aktivisten der sogenannten Letzten Generation für eine ihrer öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Zusammen mit einem Komplizen rückte Hendrik H. mit umfunktionierten Feuerlöschern am Hamburger Rathaus an – und besprühte das Gebäude mit orangeroter Farbe. Auch eine Passantin, die gerade das Rathaus verließ, wurde von Farbspritzern getroffen.

Am Montag sollte sich der 26-jährige H. daher wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung vor dem Hamburger Amtsgericht verantworten. Doch der Klima-Aktivist erschien nicht zu seinem Prozess. Vor Strafe schützt ihn das allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl über 70 Tagessätze à 25 Euro, den der Richter daraufhin erließ. Der Strafbefehl wird H., der sich auch nicht von einem Anwalt vertreten ließ, nun zugestellt. Der Beschuldigte kann noch Einspruch einlegen.

Der Stadt Hamburg sind durch die Farbaktion laut Staatsanwaltschaft Reinigungs- und Instandsetzungskosten in Höhe von mehr als 17.000 Euro entstanden. Sie verklagte die Aktivisten auf Schadenersatz. Bisher ist die Schadenssumme nicht beglichen worden, wie aus der Senatsantwort auf eine kleine Anfrage der AfD hervorgeht. Ein Verhandlungstermin steht noch aus.

Anfang Dezember wurden wegen einer Farbattacke auf ein Privatflugzeug auf der Insel Sylt bereits zwei Aktivistinnen der Letzten Generation zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

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