Blick ins neue Jahr  Das soll 2025 im Kreis Leer besser werden

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Von der Lokalredaktion
| 02.01.2025 06:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Borkumer Grundschule muss ab 2026/27 einen Ganztagsbetrieb ermöglichen – voraussichtlich passiert das in einem Neubau.Foto: ferber
Die Borkumer Grundschule muss ab 2026/27 einen Ganztagsbetrieb ermöglichen – voraussichtlich passiert das in einem Neubau.Foto: ferber
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Die Leeraner Lokalredaktion hat ihre Wünsche für das nächste Jahr aufgeschrieben. Borkum ist mit einem großen Bauvorhaben dabei.

Landkreis Leer - 2024 ist vorbei. Nach den vielen Blicken zurück auf das alte Jahr, wendet sich der Fokus nun nach vorn. Was soll kommen? Was sich verändern? Was könnte man sich vornehmen? Auch in der Lokalredaktion haben wir uns diese Gedanken gemacht und Wünsche für die Region formuliert.

Fortschritte beim Bildungszentrum

Die Idee eines Bildungszentrums, das Inselschule, eine offene Ganztagsgrundschule und einen Neubau der Berufsbildenden Schulen (BBS) an der Weidenstraße vereint, macht Sinn – nicht nur mit Blick auf eine zeitgemäße Ausstattung und Raumgestaltung, sondern auch, um Synergieeffekte miteinander zu nutzen. Das bekräftigte Landrat Matthias Groote (SPD) im vergangenen November im Kreisausschuss für Wirtschaft, Handwerk, Tourismus und Digitalisierung, der in der Kulturinsel tagte, ausdrücklich.

Daher wäre es wünschenswert, wenn es 2025 mit dem Großprojekt weiter vorangeht – zumal das Schuljahr 2026/27, ab dem alle Schülerinnen und Schüler der ersten Klassenstufe in Niedersachsen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz haben, unerbittlich näher rückt. Und auch Eltern und Lehrer sicher gerne wissen würden, wie es das Ganze konkret auf Borkum umgesetzt werden soll. Daher ist die Stadtverwaltung gut beraten, die Planungen weiter zu forcieren und die nötigen Vorbereitungen abzuarbeiten – auch für den Fall, dass sich der Landkreis Leer, der für die BBS zuständig ist, doch gegen einen Neubau der BBS entscheiden sollte. Was für die Förderung der Ausbildung auf der Insel, deren Wichtigkeit immer wieder betont wird, sicher kein gutes Zeichen wäre.

Allein: Es liegt auch hier wie bei so vielem am Geld. Daher braucht es auch in Sachen Finanzierung 2025 (mehr) Klarheit – zum einen vom Landkreis, aber auch von Bund und Land. Von den letzten beiden, hatte Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann öffentlich berichtet, erhalte man für eine Ganztagsschule umgerechnet lediglich 143.000 Euro. Die reichen bei taxierten Gesamtkosten im zweistelligen Millionenbereich natürlich hinten und vorne nicht aus. Florian Ferber

Mehr Ruhe für den Tierschutz

Die Tierschützer im Landkreis Leer machen schon lange Überstunden, arbeiten am Limit für das Wohl ihrer Schützlinge. In diesem Jahr hat sich der Tierschutzverein Rheiderland aufgelöst. Der Betrieb im Tierheim musste rechtlich heruntergefahren werden. Also werden keine Abgabetiere mehr aufgenommen. Allerdings war es ohnehin schon eng, es gab kaum mehr Kapazitäten für diese Tiere. Gleiches ergab eine Umfrage beim Tierheim Jübberde. Beim Tierheim auf Borkum wird mit einem Neubau mehr Platz für die Katzen geschaffen.

Die privaten Tierschutzvereine wie die Streunerkatzen Rheiderland und der Pfötchennotdienst Ostfriesland/Emsland schlugen Alarm. Sie mussten teilweise zum ersten Mal nach zehn Jahren einen Aufnahmestopp verhängen.

Besonders die vielen Katzen, um die sie sich kümmern müssen, zehren die Kräfte der Tierschützer auf. Sie plädieren alle geschlossen für die konsequente Durchsetzung der Kastrationspflicht. Kommunen haben allerdings kaum die Kapazitäten für Kontrollen oder Ähnliches. Eine Lösung, die die Tierschützer entlastet und das Leid der oft kranken Tiere lindert, die frei herumlaufen, müsste her. Vielleicht lassen sich ja 2025 gewisse Weichen dafür stellen. Vera Vogt

Der Druck von Wahlplakaten ist in vollem Gange derzeit. Foto: Koall/dpa
Der Druck von Wahlplakaten ist in vollem Gange derzeit. Foto: Koall/dpa

Inhalte statt Angriffe

Der Wahlkampf geht im neuen Jahr in die heiße Phase. Die Parteien versuchen, die Gunst der Wähler zu gewinnen. Ich wünsche mir, dass sie dafür wieder mehr auf Inhalte statt auf Angriffe setzen. Statt gebetsmühlenartig aufzuzählen, was die andere Partei falsch und schlecht macht und wie unmöglich ihre Vorstellungen sind, möchte ich hören, was die Zukunftsvisionen der Politikschaffenden sind. Davon haben sie genug.

Und das gilt nicht nur für den Bundestagswahlkampf. Ich möchte auch in den kommunalen Parlamenten wieder mehr hören, wie die Zukunft gestaltet werden soll, wie die Herausforderungen gemeistert werden sollen. Darüber darf auch gern diskutiert werden – auf offener Bühne statt im Hinterzimmer. Nikola Nording

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