Ausblick auf Region  Das soll im Landkreis Leer 2025 besser werden

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Von der Lokalredaktion
| 31.12.2024 13:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Nicht nur im Sommer stehen die Wohnmobile direkt an der Kaimauer dicht an dicht am Hafen von Weener. Foto: Gettkowski/Archiv
Nicht nur im Sommer stehen die Wohnmobile direkt an der Kaimauer dicht an dicht am Hafen von Weener. Foto: Gettkowski/Archiv
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Das Jahr geht zu Ende und die Redaktion wirft einen Blick aufs nächste Jahr. Fünf Wünsche für den Landkreis Leer.

Landkreis Leer - Das Jahr geht zu Ende und neben vielen Blicken zurück auf das alte Jahr, widmen sich viele auch dem Ausblick ins neue Jahr. Was soll kommen? Was sich verändern? Was könnte man sich vornehmen? Auch in der Leeraner Lokalredaktion haben wir uns diese Gedanken gemacht und Wünsche für die Region formuliert.

Positive Entwicklung des Alten Hafens in Weener

von Tatjana Gettkowski

Ich würde mir wünschen, dass sich der Alte Hafen von Weener 2025 noch positiver weiterentwickelt. Das betrifft vor allem die Gastronomie. Das „Junior‘s am Hafen“ ist ein erster Hoffnungsstreif am Horizont. Salustiano Ramos-Schlüter bietet dort nicht nur Speisen aus seiner brasilianischen Heimat an. Mit Senioren- und Bingo-Nachmittagen macht er auch Angebote, um ältere und einsame Menschen in der dunklen Jahreszeit zusammenzubringen.

Der Außenbereich des Lokals „Hafen 55“ in Weener ist direkt an der Hafenpromenade gelegen und bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Foto: Gettkowski/Archiv
Der Außenbereich des Lokals „Hafen 55“ in Weener ist direkt an der Hafenpromenade gelegen und bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Foto: Gettkowski/Archiv

Ob es mit dem Hafen 55 von Catharina und Hilmar Bockhacker 2025 weitergeht, ist noch offen. Man kann es nur hoffen. Ich wünsche es mir sehr. Die Gestaltung der Sitzmöglichkeiten im Außenbereich ist maritim, originell und eine Bereicherung für den Hafen. Wenn‘s das nicht mehr gäbe, würde in Weener wirklich etwas fehlen. Auch in Sachen Integration. In der Küche und im Service des Hafen 55 arbeiten Menschen aus vielen Nationen, darunter auch Flüchtlinge. Das Restaurant ist eine Sprachschule mit Essens- und Getränkeausgabe, wie Hilmar Bockhacker es immer formuliert. Ich wünsche mir, dass das Lokal, dessen Mitarbeiter so viel Herzlichkeit ausstrahlen, spätestens im April wieder öffnet und das Angebot sogar noch ausgeweitet wird. Übernachten kann man heute schon auf Bockhackers Schiff „Animo“. Toll wäre, wenn die Pläne von Hausbooten im Hafen realisiert werden könnten. Ein Gastronomie-Schiff, auf dem man an und unter Deck Fischspezialitäten essen kann, wäre eine weitere Ergänzung, die gut zu Weener passen würde. Im Hafen steckt viel Potenzial. Man muss es nur nutzen. Dann muss sich die Stadt an der Ems nicht mehr hinter Orten wie Greetsiel und Ditzum verstecken.

Solche Hausboote als schwimmende Ferienwohnung wären eine Bereicherung für Weener. Foto: Unruh/Marine.Werder/Havel
Solche Hausboote als schwimmende Ferienwohnung wären eine Bereicherung für Weener. Foto: Unruh/Marine.Werder/Havel

Große Bauprojekte in Leer werden umgesetzt

von Jonas Bothe

Wichtige oder lange geplante Bauprojekte in Leer werden im Jahr 2025 endlich begonnen. Das wären gute Neuigkeiten für die Stadt. Dazu zählt unter anderem der richtige Start des Neubaus der Ledabrücke. Wenn der Bundeshaushalt final beschlossen ist, sollte es möglichst schnell gehen. Das alte Bauwerk ist so marode, dass Verzögerungen beim Neubau sonst fatal sein könnten.

Der Neubau der Ledabrücke soll 2025 endlich richtig losgehen. Foto: Bothe
Der Neubau der Ledabrücke soll 2025 endlich richtig losgehen. Foto: Bothe

Das zweite, schon lange angekündigte Projekt, ist die Bebauung des Hafenkopfs. Im Jahr 2025 sollte der Bau nun endlich begonnen werden. Viele Leeraner können die eingezäunte Brachfläche nicht mehr sehen und ärgern sich darüber, dass man den Hafen auf der sonst so schönen Promenade nicht mehr zu Fuß umrunden kann.

Auch die weitere Bebauung des ehemaligen MZO-Geländes sowie die geplanten Ansiedlungen – beispielsweise das Porsche-Autohaus, das große Tennet-Lager – oder das Gewerbegebiet machen wichtige Schritte nach vorne, sodass Leer sich weiterhin gut entwickelt.

Auch die Arbeiten für das große Hafenkopf-Projekt in Leer gehen hoffentlich 2025 los. Animation: Architekturbüro Eden
Auch die Arbeiten für das große Hafenkopf-Projekt in Leer gehen hoffentlich 2025 los. Animation: Architekturbüro Eden

Ampel gegen Unfälle im Remels

von Rieke Heinig

Dieses Projekt lässt schon lange auf sich warten: Die Kreuzung zwischen Ostertorstraße und Schützenstraße ist vor allem in den Stoßzeiten stark befahren. Auf der Schützenstraße bildet sich häufig ein längerer Rückstau. Durch den starken Verkehr gilt der Knotenpunkt außerdem als Unfallkreuzung in der Gemeinde. Das soll sich durch den Umbau der Kreuzung ändern. Neben einer Ampelanlage sollen neue Gehwege und eine Verkehrsinsel kommen – doch die Maßnahmen lassen bereits lange auf sich warten.

Endlich eine Ampel für die Kreuzung Ostertorstraße/Schützenstraße in Remels wäre schön. Foto: Mimkes/Archiv
Endlich eine Ampel für die Kreuzung Ostertorstraße/Schützenstraße in Remels wäre schön. Foto: Mimkes/Archiv

Eigentlich war geplant, dass die entsprechenden Arbeiten schon im Frühjahr 2024 losgehen sollten. Daraus wurde nichts. Neuer Plan: In die Ausschreibungen geht die Landesstraßenbaubehörde, Stand jetzt, im Frühjahr 2025. Baustart soll dann noch im Laufe des kommenden Jahres sein. In der Bauphase ist voraussichtlich mit Vollsperrungen und Umleitungen zu rechnen. Wenn es dann tatsächlich zu weniger brenzligen Situationen kommt, ist das wohl ein Preis, den man gerne bezahlt.

Mehr Ruhe für den Tierschutz im Landkreis Leer

von Vera Vogt Die Tierschützer im Landkreis Leer machen schon lange Überstunden, arbeiten am Limit für das Wohl ihrer Schützlinge. In diesem Jahr hat sich der Tierschutzverein Rheiderland aufgelöst. Der Betrieb im Tierheim musste rechtlich heruntergefahren werden. Also werden keine Abgabetiere mehr aufgenommen. Allerdings war es ohnehin schon eng, es gab kaum mehr Kapazitäten für diese Tiere. Gleiches ergab eine Umfrage beim Tierheim Jübberde. Auch die privaten Tierschutzvereine wie die Streunerkatzen Rheiderland und der Pfötchennotdienst Ostfriesland/Emsland schlugen Alarm. Sie mussten teilweise zum ersten Mal nach zehn Jahren einen Aufnahmestopp verhängen.

Tierschutzvereine und Tierheime ächzen unter der Anzahl der Katzen. Foto: Ortgies/Archiv
Tierschutzvereine und Tierheime ächzen unter der Anzahl der Katzen. Foto: Ortgies/Archiv

Besonders die vielen Katzen, um die sie sich kümmern müssen, zehren die Kräfte der Tierschützer auf. Sie plädieren alle geschlossen für die konsequente Durchsetzung der Kastrationspflicht. Kommunen haben allerdings kaum die Kapazitäten für Kontrollen oder Ähnliches. Eine Lösung, die die Tierschützer entlastet und das Leid der oft kranken Tiere lindert, die frei herumlaufen, müsste her. Vielleicht lassen sich ja 2025 gewisse Weichen dafür stellen.

Inhalte statt Angriffe

von Nikola Nording

Der Wahlkampf geht im neuen Jahr in die heiße Phase. Die Parteien versuchen, die Gunst der Wähler zu gewinnen. Ich wünsche mir, dass sie dafür wieder mehr auf Inhalte statt auf Angriffe setzen. Statt gebetsmühlenartig aufzuzählen, was die andere Partei falsch und schlecht macht und wie unmöglich ihre Vorstellungen sind, möchte ich hören, was die Zukunftsvisionen der Politikschaffenden sind. Davon haben sie genug.

Der Druck von Wahlplakaten ist in vollem Gange derzeit. Foto: Carsten Koall/dpa
Der Druck von Wahlplakaten ist in vollem Gange derzeit. Foto: Carsten Koall/dpa

Und das gilt nicht nur für den Bundestagswahlkampf. Ich möchte auch in den kommunalen Parlamenten wieder mehr hören, wie die Zukunft gestaltet werden soll, wie die Herausforderungen gemeistert werden sollen. Darüber darf auch gern diskutiert werden – auf offener Bühne statt im Hinterzimmer.

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