Energiemarkt  Doch keine Zwangspause – LNG-Terminal ist wieder am Markt

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 30.12.2024 15:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das mit verflüssigtem Erdgas beladene Tankschiff „Maria Energy“ (hinten) liegt am schwimmenden LNG-Terminal, dem Spezialschiff „Höegh Esperanza“. Foto: Schuldt/dpa/Archiv
Das mit verflüssigtem Erdgas beladene Tankschiff „Maria Energy“ (hinten) liegt am schwimmenden LNG-Terminal, dem Spezialschiff „Höegh Esperanza“. Foto: Schuldt/dpa/Archiv
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Fast sah es so aus, als finde Deutschlands erstes schwimmendes LNG-Terminal keine Interessenten mehr. Doch nun wird es wieder gebucht. Muss auch, denn das ganze Unterfangen kostet sehr viel Geld.

Wilhelmshaven - Das kurzfristig vom Markt genommene LNG-Terminalschiff „Hoegh Esperanza“ vor Wilhelmshaven muss nun doch nicht in die Zwangspause. „Die DET hat am Montag, 23. Dezember, neue Kapazitäten zur Regasifizierung von Flüssigerdgas (LNG) an ihren Terminals Wilhelmshaven 01 und Brunsbüttel für die Monate Januar, Februar und März 2025 erfolgreich vermarktet“, teilt die DET auf Nachfrage mit. Die Abkürzung steht für Deutsche Energy Terminal GmbH, die bundeseigene Gesellschaft zur Vermarktung der vom Bund gecharterten vier schwimmenden LNG-Terminals.

In einer Pflichtmeldung hatte die DET die „Hoegh Esperanza“ zuvor für die Zeit vom 5. Januar bis zum 1. April 2025 vom Markt abgemeldet. Der Grund blieb zunächst unklar. Dem Vernehmen nach war der Hintergrund aber wohl eine fehlende Anschluss-Genehmigung der EU. Wie das Bundeswirtschaftsministerium auf Nachfrage erklärt, entschied die EU-Kommission vor Weihnachten, die Beihilfegenehmigung für den Weiterbetrieb der staatlichen FSRU ab 1.1.2025 zu erteilen. Tatsächlich veröffentlichte die EU-Kommission am 20. Dezember 2024 eine Mitteilung, aus der hervorgeht, dass sie die deutschen Fördermaßnahmen für die vier LNG-Terminals genehmigt. Drei Tage später begann die Vermarktung.

Drei Tanker sind angemeldet

Für die „Hoegh Esperanza“ wurden nach Auskunft der DET nun in einem ersten Schritt drei sogenannte Slots im ersten Quartal 2025 vermarktet. Ein Slot ist als Zeitfenster zu verstehen. Es ist die Zeit, die ein ankommender LNG-Tanker braucht, um seine Ladung verflüssigten Erdgases auf die „Esperanza“ zu entladen. Die wiederum regasifiziert das LNG während dieses Vorgangs quasi fortlaufend und speist es auch gleich ins Gasnetz ein. Der ganze Prozess dauert etwa eine Woche, dann ist die angekommene Ladung LNG vollständig im Gasnetz verschwunden und der Tanker kann wieder ablegen.

Rechnerisch wären im ersten Quartal also zehn bis zwölf Slots an der „Esperanza“ frei; zumindest, wenn man davon ausgeht, dass immer alles reibungslos verläuft und keine Pausen wegen Wetters oder technischer Wartung nötig sind. Ende Januar sollen voraussichtlich noch mehr Slots in Wilhelmshaven auf den Markt kommen.

Terminals sind gut ausgelastet

Konkret heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission übrigens, dass Deutschland seine Betreibergesellschaft DET für den Betrieb von vier schwimmenden Importterminals für Flüssigerdgas mit mehr als vier Milliarden Euro unterstützen darf. Die Summe von 4,06 Milliarden Euro solle die Verluste abdecken, die die staatliche DET durch den Betrieb der schwimmenden Terminals bis zum Ende ihrer Charterzeit mache, heißt es weiter. Da die Schiffe auf dem Höhepunkt der Energiekrise gechartert worden seien, als Nachfrage und die Kosten sehr hoch waren, wurde erwartet, dass die Terminals von Anfang an mit Verlust arbeiten würden.

Sollten die Verluste höher ausfallen als erwartet, könnte sich der Betrag sogar auf insgesamt 4,96 Milliarden Euro belaufen, teilte die Kommission mit. Bisher sind von den vier vom Bund gecharterten LNG-Terminals zwei in Betrieb, die „Hoegh Esperanza“ vor Wilhelmshaven und die „Hoegh Gannet“ in Brunsbüttel. Beide, so heißt es auf Nachfrage bei der DET, waren in den Jahren 2023 und 2024 gut ausgelastet.

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