Spektakulärer Aurich-Cup-Tag Torwart-Tor nach Mitternacht rettet Titelverteidiger Middels
Historisch, spannend und stimmungsvoll verlief der 2. Turniertag beim Aurich-Cup. Die Ereignisse im Überblick – vom Konda-Debüt, Roten Karten, einer XXL-Fahne bis hin zu einer zur Trage umfunktionierten Bande.
Aurich - Dem Titelverteidiger TuS Middels drohte das Vorrunden-Aus. Doch im letzten Spiel – nach Mitternacht und 23 Sekunden vor Schluss – traf Torwart Henning Corell nach einem kurz ausgeführten Freistoß per Linksschuss zum 2:1-Siegtreffer gegen des SV Wallinghausen.
Middels war damit weiter, als Zweiter der „Herren-Hammergruppe“ hinter dem punktgleichen SV Großefehn und vor der ebenfalls punktgleichen SpVg Aurich, die damit ausschied. Damit ging ein hochunterhaltsamer, spannender, stimmungsvoller und sogar historischer zweiter Turniertag beim Aurich-Cup zu Ende. Wir fassen die Ereignisse zusammen.
Einlass-Stopp war ein Thema
Der Abend des 23. Dezembers in der Sparkassen-Arena war so gut besucht, dass die Verantwortlichen zwischenzeitlich sogar einen Einlassstopp in Erwägung zogen. „2000 Zuschauer, ausverkauft“, vermeldete Stefan Wilts, Geschäftsführer der SpVg Aurich und Turnierorganisator. „Wir waren knapp davor, die Türen zu schließen.“
Das hat es beim Aurich-Cup in der Sparkassen-Arena noch nie gegeben. Früher, als das XXL-Turnier noch in der wesentlich weniger Zuschauer zulassenden IGS-Halle ausgetragen wurde, war das lediglich mal vorgekommen.
SuS Steenfelde sorgt für Stimmung
Die meisten Anhänger hatte wie erwartet SuS Steenfelde mit dabei. Der Fußball-B-Klassist reiste mit zwei Bussen an. „Ein paar sind auch privat gefahren. Ich tippe, dass so 130 Steenfelder dabei sind“, sagte Wilke Zierden, der SuS als Influencer gemeinsam mit Udo Tesch überregional bekannt gemacht hat. Im Karo-Hemd und mit Megafon in der Hand heizte Zierden die Stimmung ordentlich an. Skandiert wurde unter anderem „Hurra, hurra, das ganze Dorf ist da“ und „Ost-Ost-Ostfriesland“.
Besonders Eindruck machten die Steenfelder mit einer XXL-Blockfahne, die erstmals zum Einsatz kam. „Achtmal acht Meter“, sagte Zierden. Zu Beginn der Steenfelde-Spiele bedeckte die blau-gelbe Fahne den kompletten SuS-Block. Als die Anhänger noch mit dem Zusammenrollen beschäftigt waren, kassierte ihre Mannschaft auch schon den ersten Gegentreffer. Fabian Krause erzielte nach zehn Sekunden das 1:0 für den A-Klassisten SV Nortmoor – und drei Sekunden vor Schluss auch den 2:2-Endstand. „Letztes Jahr haben wir beim Aurich-Cup insgesamt nur ein Tor bejubeln dürfen, jetzt sogar schon zwei“, freute sich Wilke Zierden nach dem ersten SuS-Spiel.
Torverhältnis entscheidet in beiden Herren-Gruppen
Der Steenfelder Anhang bekam auch in Spiel zwei (4:0 gegen TuS Weene II) und drei (1:1) Grund zum Jubeln. Sogar der Gruppensieg war nahe. Doch den sicherte sich Nortmoor dank eines 6:0-Kantersieges im letzten Gruppenspiel gegen Weene II. Drei Mannschaften der Gruppe 3 hatten letztendlich fünf Punkte. Der SV Leezdorf, dessen Unterstützer gelegentlich auch mit Schlachtrufen, Trommeln und Tröten zu hören waren, wurde aufgrund der schlechtesten Tordifferenz (8:7 Tore) Dritter und schied damit aus.
Auch in der mit vier Bezirksligisten besetzten Gruppe 4 ging es ganz eng zu. Lediglich eine Partie wurde mit zwei Toren Unterschied beendet, Kay Gerdes traf mit der Schlusssirene zum 2:0 für den SV Großefehn gegen den SV Wallinghausen. Dank dieses Treffers wurde der SVG letztendlich mit 5:3 Toren Gruppenerster vor Middels (ebenfalls sechs Punkte, 6:5 Tore) und der SpVg Aurich (ebenfalls 6 Punkte, 3:2 Tore). In der Frauengruppe 2 überragte der TuS Schwanenhals – eine Hobby-Mannschaft aus Ü32-Frauen aus Aurich.
Rote Karten für Torhüter
In den Herren-Partien ging es teilweise hoch her. In den ersten beiden Partien sah jeweils ein Torhüter Rot für ein Handspiel außerhalb des Strafraums, Torsten Skerat (SuS Steenfelde) und Hendrik Schulz (SpVg Aurich).
Beide wurden für die folgenden Partien aber nicht gesperrt. Im Verlaufe des Abends gab es zwar keine Rote Karte mehr, aber einige Zeitstrafen und Spielunterbrechungen.
Zu spät für die Software
Während der vorherigen Jugend-Turniere hatte es bereits Zeitverzögerungen gegeben, sodass der Aurich-Cup-Abend mit den Senioren erst mit 24-minütiger Verspätung begann, also um 20:24 Uhr. Es kam zu weiteren Verzögerungen, sodass das letzte Spiel des Turniertages zwischen Middels und Wallinghausen erst nach Mitternacht beendet wurde.
Das brachte auch die Technik an seine Grenzen. „Die Software wollte das nicht mitmachen, da in der Voreinstellung eine Zeit von 7 bis 23:30 Uhr hinterlegt ist“, sagt Stefan Wilts. Letztendlich konnten aber alle Ergebnisse richtig dokumentiert und eingegeben werden.
Bande musste als Trage herhalten
Die längste Spielpause gab es am 23. Dezember aufgrund einer Verletzung. Galvany Kiasuva vom TuS Middels verdrehte sich im Spiel gegen den SV Großefehn (3:2) das Knie und blieb schmerzerfüllt liegen. Er konnte das Spielfeld nicht eigenständig verlassen. Kurzerhand wurde eine der Banden abmontiert und als Trage genutzt. Bis die Bande wieder zurück und eingehakt war, vergingen nochmals fast zehn Minuten.
Damit der Krankenwagen nahe zur Arena kommen konnte, mussten mehrere Autofahrer umparken. Noch am Abend konnte der TuS Middels Entwarnung geben. Bei Galvany Kiasuva ist weder etwas gebrochen noch gerissen. Er konnte wieder nach Hause.
Debüts von Konda, Karan und Co.
Der 23. Dezember war zudem auch der Abend der Debüts. Gleich mehrere Winter-Neuzugänge bestritten ihre ersten Minuten für ihren neuen Klub, darunter auch Yanic Konda, der vom BSV Kickers Emden zu Bezirksligist SpVg Aurich gewechselt war.
Beim SV Großefehn gab es gleich zwei Debütanten: Amar Karan (kam von der SpVg Aurich) und Malte Braun (kam vom SV Wallinghausen) liefen sogar direkt gegen ihre Ex-Klubs auf.