Silvesterfeuerwerk  Städte in Ostfriesland beim Böllerverbot zurückhaltend

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 26.12.2024 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zum Jahreswechsel dürften es die Ostfriesen wieder ordentlich Krachen lassen. Foto: Schukdt/DPA
Zum Jahreswechsel dürften es die Ostfriesen wieder ordentlich Krachen lassen. Foto: Schukdt/DPA
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Die Regeln für die Silvesterböllerei in Niedersachsen bleiben in diesem Jahr weitgehend unverändert. Der Verkauf des Silvesterfeuerwerks startet am Samstag.

Ostfriesland/Hannover/Oldenburg - Feuerwerk und Böller sind fester Bestandteil der Silvestertradition. Je größer die Städte werden, desto mehr Einschränkungen und Verbote sind allerdings von den Menschen zu beachten. So ist etwa in weiten Teilen der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover Pyrotechnik verboten. Um die Böllerverbote durchzusetzen, setzt das Ordnungsamt auf die Unterstützung von Restaurants und Bars in den Verbotszonen. Aber auch auf dem Land gibt es Regelungen, die Menschen und Tiere schützen sollen.

Generell gilt in allen Städten und Dörfern ein Feuerwerksverbot in der Nähe von besonders empfindlichen Orten. Das ist gesetzlich in der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz entsprechend geregelt. Dazu zählen Fachwerk- oder Reetdachhäuser aber auch Einrichtungen wie Schulen, Kirchen, Kitas und Altenheime. Dabei ist üblicherweise ein Sicherheitsabstand von 200 Metern einzuhalten. Darüber hinaus gibt es in einigen Städten noch weitergehende Regelungen.

Rücksicht auf wildlebende Tiere nehmen

Etwa in Emden: Hier ist aus Gründen des Naturschutzes verboten, in den großflächigen Vogelschutzgebieten in Twixlum, Uphusen/Marienwehr und Petkum sowie im Landschaftsschutzgebiet Constantia und im Naturschutzgebiet Bansmeer Feuerwerk zu zünden, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt. Im Bereich des Petkumer Deichvorlandes und des Knockster Watts würde gezündetes Feuerwerk auf dem Deich oder in Deichnähe ebenfalls zu einer Beeinträchtigung der in den Naturschutzgebieten rastenden Vogelwelt führen.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) schätzt, dass das Angebot an Raketen und Böllern in diesem Jahr um etwa 15 Prozent steigen dürfte. Foto: Gambarini/DPA
Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) schätzt, dass das Angebot an Raketen und Böllern in diesem Jahr um etwa 15 Prozent steigen dürfte. Foto: Gambarini/DPA

Stadtsprecher Eduard Dinkela verweist zudem darauf, dass es generell verboten sei, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen. Die Stadtverwaltung bitte daher eindringlich, Abstand von Ruhestätten wildlebender Tiere zu halten – wie Schutzgebieten, den Wallanlagen, dem Stadtwald und anderen Gehölzbereichen.

Größeres Angebot in den Läden

Im Gebiet der Kernstadt gibt es in Emden keine weitergehenden Einschränkungen oder Verbotszonen. Damit reiht sich Emden in die Phalanx anderer ostfriesischer Städte ein, die auch aufgrund der Erfahrungen vergangener Jahre keine Böllerverbotszonen in Innenstädten oder Fußgängerzonen ausweisen. Entsprechende Auskünfte erhielt unsere Redaktion etwa aus Aurich, Leer und Wittmund.

Trotz gedämpfter Konjunktur rechnet Deutschlands größte Feuerwerksfirma Weco damit, dass die Menschen in diesem Jahr mehr Geld für Raketen, Böller und andere Pyrotechnik ausgeben. Nachdem in den vergangenen zwei Jahren das Feuerwerk im Handel nahezu ausverkauft gewesen war, habe das Unternehmen das Angebot in diesem Jahr deutlich aufgestockt. „Die Menge, die im Einzelhandel bereitliegt, ist schätzungsweise ein Fünftel größer als im Vorjahr“, sagt der Vertriebsleiter von Weco, Oliver Gerstmeier. „Feuerwerk ist so beliebt wie noch nie.“

Verkauf startet am 28. Dezember

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) schätzt das Angebotsplus auf etwa 15 Prozent. Der Umsatz mit Silvesterfeuerwerk lag den Angaben zufolge Ende 2023 bei rund 180 Millionen Euro.

Umweltschützer sehen Feuerwerk nach wie vor kritisch, weil dadurch Feinstaub freigesetzt wird und Müll entsteht. Tierschützer wiederum warnen vor den Folgen des Krachs und der Feuerwerkslichter für Vögel und Wildtiere, die dadurch aufgescheucht werden und sich verletzen oder deren Winterschlaf gestört wird.

Verkauft werden Raketen und Böller, das typische Silvesterfeuerwerk der Kategorie 2, ab Samstag, 28. Dezember. Gezündet werden dürfen die Feuerwerkskörper nur am 31. Dezember, wie die Emder Stadtverwaltung mahnt. Martin Wegbünder, Fachdienstleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Emden, appelliert: „Es ist ein Gebot der Rücksichtnahme gegenüber Menschen und Tieren, auf das Böllern außerhalb der erlaubten Zeiten zu verzichten.“

Mit Material von DPA

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