Hamburg  Eiertanz um Tiktok: Albanien macht, wovon andere nur reden

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 23.12.2024 15:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Albanien geht einen radikalen Schritt und verbietet die App Tiktok. Foto: MAGO / MiS
Albanien geht einen radikalen Schritt und verbietet die App Tiktok. Foto: MAGO / MiS
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Während Donald Trump öffentlich Sympathie für Tiktok äußert, verbietet das kleine Land Albanien die Plattform. Zwei völlig unterschiedliche Strategien – und eine Frage: Weiß eigentlich irgendjemand, wie man mit Tiktok umgehen sollte?

Der Umgang mit Tiktok in der weltweiten Spitzenpolitik ähnelt den berühmt gewordenen Tänzen der Plattform: schnell, voller Wendungen und manchmal weiß man nicht ganz, was das eigentlich soll. Im April schien in den USA noch alles klar zu sein: Entweder TikTok wird verkauft, oder es droht das Verbot. Im November sperrt Australien die App für Nutzer unter 16 Jahren und im Dezember geht Albanien einen radikalen Schritt und verbietet die App für ein Jahr. Ebenfalls im Dezember deutet Trump eine Kehrtwende an. Ach ja, und zwischen diesen Entscheidungen meldete sich auch noch der Kanzler auf der Plattform an. 

Was soll der Eiertanz der internationalen Politik überhaupt? Mehr als eine Milliarde Menschen auf der App sind angemeldet und neben Tanzvideos werden politische Inhalte oft ungefiltert ausgespielt.

Für ein Verbot gibt es zwei Hauptgründe: Es gibt die Fraktion der Regierungschefs aus Albanien und Australien, die ihre Kinder vor potenziell tödlichen Trends, Fake News und Hetze schützen wollen. Und es gibt die USA, die chinesische Einflussnahme oder sogar Spionage verhindern wollen. Tiktok gehört zum chinesischen Konzern Bytedance und es wird befürchtet, dass Daten von Amerikanern abgegriffen werden. 

Die Betreiber von TikTok kennen die Argumente und die Verbotsdebatte, ohne wirklich einen Grund zu sehen, ihren Kurs zu ändern. Albaniens Entscheidung, die App zu verbieten, ist weniger eine Frage von Gut oder Schlecht, sondern vor allem ein Präzedenzfall. Ob das Verbot tatsächlich greift und welche Lehren daraus gezogen werden, wird nicht nur in Albanien genau beobachtet.

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