Musik zum Fest  Kennen Sie diese zehn alternativen Weihnachtslieder?

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 22.12.2024 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch ein Fest der Musik. Wer mal etwas anderes hören möchte als das übliche Gedudel, der wird in dieser Liste fündig. Foto: Ortgies
Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch ein Fest der Musik. Wer mal etwas anderes hören möchte als das übliche Gedudel, der wird in dieser Liste fündig. Foto: Ortgies
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Die immer gleiche Weihnachtsmusik ist für die einen ein fester Bestandteil der Festtage – für andere eine Geduldsprobe. Doch es gibt auch Alternativen: von Pop-Punk über Volkslieder bis hin zu Düsterem.

Alle Jahre wieder – und irgendwie auch immer die gleichen Lieder. Ob „Last Christmas“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „All I Want for Christmas“: Die Playlists von Spotify & Co. und die Radiostationen scheinen ein geheimes Abkommen zu haben, uns Jahr für Jahr mit dem gleichen musikalischen Weihnachtsbrei zu füttern. Und ja, wir wissen, es gehört dazu – aber muss es wirklich immer dasselbe sein?

Die gute Nachricht: Nein, muss es nicht! Es gibt da draußen jede Menge spannende Alternativen, die das Weihnachtsgefühl frisch halten – selbst für diejenigen, die bei all dem Glöckchenklingeln nur genervt die Augen rollen.

1. „Last Christmas“ mal anders – echt jetzt? Als erstes?

Du hasst „Last Christmas“? Oder liebst es? Gut, Dazwischen gibt’s ja eh niemanden. Aber selbst für Hardcore-Gegner gibt es Hoffnung: Das Duo She & Him (ja, das ist Zooey Deschanel aus „New Girl“) hat dem Song auf ihrem Album „A Very She & Him Christmas“ ein erstaunlich entspanntes und modernes Update verpasst. Plötzlich fühlt sich der alte Klassiker fast wie ein neues Lied an – wer hätte das gedacht?

2. Herzschmerz unterm Weihnachtsbaum

Weihnachten, die Zeit der Liebe und ... Trennungen? Angeblich ist der Dezember der ultimative Trennungs-Monat. Joni Mitchell wusste das offenbar schon 1971. In „River“ verpackt sie Liebeskummer so wunderschön, dass man fast vergisst, wie schmerzhaft das Ganze eigentlich ist. Kein typisches Weihnachtslied, aber absolut passend – schließlich gehört der Kummer ja irgendwie auch dazu.

3. Pop-Punk-Emo-Weihnacht

Bock auf Pop-Punk-Emo-Vibes? Dann könnte „Christmas on my own“ von Picture us tiny dein Ding sein. Mit Herzschmerz und eingängigen Melodien verarbeiten sie das, was manche an Weihnachten spüren. Achtung: Einsamkeit und Depressionen sind an Weihnachten ein tatsächliches Problem! Wer Hilfe und Seelsorge braucht, kann sich unter anderem an die Telefon-Seelsorge (Telefon 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) wenden.

4. Ein bisschen Besinnlichkeit

Bereits 2019 hat die Musikerin Clara Louise „Dezembernacht“ veröffentlicht – erneut ein Liebeslied, was im Dezember spielt. Aber Textzeilen wie „Es gibt kein Gestern, kein Morgen in dieser Dezembernacht // Nur der Moment, der uns für immer bleibt“ sind so schön kitschig und gefühlvoll, dass sie perfekt zu Weihnachten passen.

5. Halloween oder Weihnachten?

Der Film „A Nightmare Before Christmas“ vereint zwei sehr unterschiedliche Feiertage: Halloween und Weihnachten. In dem Film wird viel gesungen, so dass schon das Original sehr hörenswert ist. Aber vor einigen Jahren gab es ein Album, auf dem die Lieder aus dem Film vor allem von Punk- und Emo-Künstlern neu aufgenommen und interpretiert wurden: A Nightmare Revisited. Beigesteuert zum Album haben unter anderem Marilyn Manson, Rise Against, Fall Out Boy, Plain White T‘s oder Korn.

6. Und sie singen immer noch Galway Bay

Am 30. November 2023 verstarb Shane MacGowan, Frontmann der Band The Pogues. Kurz darauf tauchten Videoaufnahmen auf, wie zwei Menschen vor MacGowans Stamm-Pub in Dublin ein Lied sangen: Fairytale of New York. Es ist wahrscheinlich das bekannteste und, auch wenn es Wörter enthält, die man mittlerweile kritisch sieht, wohl schönste Lied der Pogues.

Es ist schwer, ein Lied neu zu interpretieren, das so von der markanten Stimme von MacGowan und Kirsty MacColl geprägt ist, wie Fairytale of New York. Eine wirklich gute Version haben vor nunmehr zwölf Jahren Katzenjammer und Ben Caplan mit den Trondheim Soloists erschaffen. Die schönen, klaren Stimmen der Sängerinnen von Katzenjammer im Kontrast zum rauchigen Bass von Ben Caplan – traumhaft.

6. Volkslieder im neuen Licht

Die Band „Die Grenzgänger“ hat sich seit Jahren dem historischen deutschen Liedgut verschrieben. In verschiedenen Programmen, in denen es oft um die Gesellschaft geht, setzen sie sich mit Entstehung, Hintergründen und Bearbeitungen von Volksliedern & Co. auseinander. Auch ein Weihnachtsprogramm gibt es, nur leider wenige Videos dazu. Schön ist es dennoch.

7. Ein bisschen Peanuts

Die „Peanuts“ rund um Charlie Brown hatten früher eine eigene Zeichentricksendung. Darin gibt es den „Christmas Time is Here Song“, in dem auch Charlie Brown in gewohnt nachdenklicher Art über Weihnachten philosophiert. Der amerikanische Sänger Mark Kozelek hat vor einigen Jahren seine eigene Interpretation herausgebracht. Absolut hörenswert, nicht nur für Peanuts-Fans.

8. Fhtagn!

Für alle literarischen Horrorfans: Die H. P. Lovecraft Historical Society veröffentlichte 2003 ein Weihnachtsalbum, das klassischen Festtagsliedern einen düsteren, mythoslastigen Twist verleiht. Mit „A Very Scary Solstice“ wird der Cthulhu-Mythos nahtlos in die Weihnachtsstimmung eingebunden – und gleichzeitig zu einem unvergesslichen Ohrwurm.

Das Album umfasst 25 umgedichtete Weihnachtsklassiker, die den Großen Alten huldigen und die Festtage mit einem Hauch kosmischen Grauens versehen. Obwohl die Kultisten der Society keine offiziellen Videos dazu produzierten, existiert auf YouTube eine Vielzahl kreativer Fan-Videos, die das Album visuell ergänzen. In diesem Sinne: Frohe Festtage und Cthulhu Fhtagn!

9. Hurdy-Gurdy und Geigen

Drehleiher und Weihnachten, passt das zusammen? Ja! Das hat Patricia Büchler, besser bekannt als Patty Gurdy, 2020 unter Beweis gestellt. Zugegeben, die Drehleier geht in der Begleitung von Fiddler‘s Green ein bisschen unter, aber eingängig ist das Lied dennoch.

10. Roots-Rock-Blues trifft X-Mas-Klassiker

Seit 2010 begeistern die Schwestern Rebecca und Megan Lovell als Larkin Poe die Musikwelt mit ihrem Roots-Rock, der von Southern Rock, Blues und Folk inspiriert ist. Stark von der Slide-Gitarre dominiert, haben die Schwestern in diesem Jahr einen Livestream unter anderem mit Weihnachtsliedern ins Netz gesendet. Mit dabei ist „I Saw Mommy Kicking Santa Claus“ zur Melodie von „I Saw Mommy Kissing Santa Claus“. Wer hätte gedacht, dass das funktioniert?

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