Silvesterfeuerwerk Böller-Alternative im Rheiderland fordert mehr Rücksicht
Die Rheiderländer Böller-Alternative möchte das Abfeuern von Böllern an den Tagen vor und nach Silvester eindämmen. Langfristig hofft die Gruppe, dass ihre Alternativ-Ideen endlich zünden.
Rheiderland - Das Silvesterfeuerwerk spaltet die Gesellschaft: Raketen, Chinaböller und Co. gehören für viele einfach zum Jahreswechsel dazu. Andere dagegen sind genervt von dem Krach und wünschen sich nichts sehnlicher als Silvester ganz ohne Böllerei. Im Rheiderland hat sich die Böller-Alternative gegründet, die seit mehr als zwei Jahren zum Umdenken bewegen will.
Die Böller-Alternative ist eine altersmäßig bunt gemischte Interessengemeinschaft von Rheiderländern. Im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder die Bürgermeister der Rheiderland-Kommunen zu einem Gespräch eingeladen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Gruppe wünsche sich einen geregelten Jahreswechsel, bei dem jeder zu seinem Recht kommt, aber auch Rücksicht aufeinander genommen werde. Rechtlich ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nur an Silvester und Neujahr erlaubt. Geböllert werde aber viele Tage davor und danach. Die Bürgermeister hatten allerdings deutlich gemacht, dass die Kontrolle personell für die Kommunen gar nicht möglich sei.
Umfrage zur Böllerei
Die Bürgerinitiative hat dazu nach eigenen Angaben eine Umfrage mit 300 Teilnehmern gestartet. „Dabei hat sich herauskristallisiert, dass diese Art des unkontrollierten Böllerns viele Tage vor und nach Silvester massive Ängste auslösen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Böller-Alternative. Viele Rheiderländer fühlen sich der Böllerei hilflos ausgesetzt. Besitzer von Haus- und Nutztieren müssten erleben, dass ihre Tiere teilweise Todesängste ausstehen. Laut Böllerinitiative sind inzwischen fast 1700 Unterschriften gesammelt und den Bürgermeistern vorgelegt wollen, die unterstreichen sollen, „dass es Zeit für eine Veränderung wird“.
„Wir versuchen, viele kleine Stellschrauben zu bewegen“, sagt Marion Pawel-Eule aus Bunde, die sich bei der Böller-Alternative engagiert. Bei Bundes Bürgermeister Uwe Sap hatte sie in diesem Jahr angeregt, beim Bunder Pfingstmarkt künftig auf die Böllerschüsse zu verzichten. „Wir haben erlebt, wie Tauben und viele andere Vögel aufgeschreckt davongeflogen sind“, erzählt sie. Das sei für sie die Inititialzündung gewesen, beharrlich am Ball zu bleiben – und die Diskussion über mögliche Alternativen anzustoßen.
Deichleuchten statt Feuerwerk
Im Wangerland gibt es das bereits. Auf dem Deich findet ein ruhiger Jahreswechsel mit Lichterketten, Kerzen und Fackeln statt: das Deichleuchten. Aber auch ein gemeinsames Feuerwerk der drei Rheiderland-Kommunen wäre für die Böller-Initiative eine Alternative zum privaten Böllern. Grundsätzlich war diese Anregung im vergangenen Jahr von den Verwaltungschefs im Rheiderland positiv aufgenommen worden. „Es ist zu prüfen, ob in den kommunalen Haushalten hierfür Geld bereitgestellt werden kann“, hatte Weeners Bürgermeister Heiko Abbas damals erklärt. Allerdings müssten bei so einem zentralen Rheiderland-Feuerwerk nach Einschätzung der Bürgermeister auch gewisse Kriterien erfüllt werden. „Ein solches Feuerwerk müsste an einem gut erreichbaren Ort durchgeführt werden“, betonte der Weeneraner Bürgermeister. Neben ausreichend Platz müsste außerdem sichergestellt werden, dass keine umliegenden Liegenschaften oder Natur in Mitleidenschaft gezogen werde. Weiter verfolgt worden sei diese Anregung nach den Worten von Marion Pawel-Eule bislang aber nicht.