Wolfstötung in Friedeburg  Wolfsschützer bieten Belohnung für Hinweise auf Schützen

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 19.12.2024 14:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Wolf steht im Wildpark Eekholt (Fotografiert durch ein Zielfernrohr). Foto: Rehder/dpa
Ein Wolf steht im Wildpark Eekholt (Fotografiert durch ein Zielfernrohr). Foto: Rehder/dpa
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In der Gemeinde Friedeburg wurde ein Wolf illegal getötet, möglicherweise erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dem Verein Wolfsschutz-Deutschland reicht das nicht, er lobt eine Belohnung aus.

Friedeburg - Die illegale Tötung eines Wolfes in der Gemeinde Friedeburg trifft bei Unterstützern des Raubtiers auf scharfe Kritik. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt für „Hinweise, die zur Ergreifung des Täters“ führen. So formuliert es die Vorsitzende des Vereins, Brigitte Sommer, auf Nachfrage in einem Telefonat. Ein Leser hatte die Redaktion zuvor auf die Belohnung des Vereins aufmerksam gemacht.

„Wir loben bei jeder illegalen Tötung eine Belohnung aus“, erklärt Sommer. Das sei bisher achtmal geschehen, den Verein gebe es seit fünf Jahren. Bisher, sagt sie aber auch, hätten sie diese Summe noch nie auszahlen müssen. Das Engagement von Polizei und Justiz, solche Fälle aufzuklären, findet sie „beschämend“. Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) wurden dieses Jahr bisher 137 tote Wölfe gefunden. Zehn von ihnen fielen demnach einer illegalen Tötung zum Ofer.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Beim DBBW wird für den am 25. Mai 2024 tot gefundenen Wolf in der Gemeinde Friedeburg als Todesursache „illegale Tötung“ angegeben. Diese Erkenntnis ist erst einige Tage alt, lange Zeit hieß es dort zur Todesursache lediglich „noch unklar“. Konkret handelte es sich bei dem toten Tier demnach um einen männlichen Altwolf aus dem Friedeburger Rudel, mit der offiziellen Kennung GW4303m. Geborgen hatte das tote Tier Finn Ahrens, Wolfsberater im Landkreis Wittmund und Leiter der dortigen Umweltbehörde. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte er, dass es so ausgesehen habe, als sei der Wolf erschossen worden. Auf den genauen Bericht zur Todesursache warte er aber noch. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland hat die 1000-Euro-Belohnung bereits im Juli ausgelobt.

Die Staatsanwaltschaft Aurich ist eingeschaltet. Auf Nachfrage bei der Ermittlungsbehörde heißt es, dass ein Beschuldigter bislang nicht ermittelt werden konnte. Konkret werde wegen des Tatvorwurfs nach Paragraf 17 im Tierschutzgesetz und nach Paragraf 71a im Bundesnaturschutzgesetz ermittelt. Im ersten Fall geht es um das Verursachen von Tierleid, im zweiten um das Töten eines wildlebenden Tieres einer besonders geschützten Art. Beide Tatbestände sehen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

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