Naturschützer erfolgreich  Vögel kehren zurück ans Freepsumer Meer

Lotta Groenendaal
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Von Lotta Groenendaal
| 18.12.2024 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Kiebitzpopulation im Freepsumer Meer steigt langsam wieder an. Symbolfoto: Pleul/dpa
Die Kiebitzpopulation im Freepsumer Meer steigt langsam wieder an. Symbolfoto: Pleul/dpa
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Am Freepsumer Meer siedeln sich immer mehr Wiesenbrüter an, darunter gefährdete Arten wie Kiebitze und Uferschnepfen. Dank gezielter Schutzmaßnahmen hat sich die Population seit 2018 deutlich erholt.

Freepsum - Die Krummhörn ist ein Naturparadies – das sehen auch die Vögel so: Immer mehr Wiesenbrüter siedeln sich am Freepsumer Meer an. Dabei sah es vor Jahren noch ganz anders aus auf der Fläche des ehemaligen Sees. Es fanden sich kaum Vögel dort, Naturschützer schlugen Alarm. Seitdem wurden ernste Maßnahmen zum Schutz der Vögel ergriffen und die sind ziemlich erfolgreich, wie die aktuelle Population der dort ansässigen Wiesenbrüter beweist.

Das Zuhause vieler gefährdeter Vogelarten: das Freepsumer Meer. Foto: Archiv
Das Zuhause vieler gefährdeter Vogelarten: das Freepsumer Meer. Foto: Archiv

Wie viele Brutpaare wohnen mittlerweile im Freepsumer Meer?

Heiko Ringena, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Emden/Hinte/Krummhörn und der Freepsumer Jägerschaft, konnte in diesem Jahr erneut erfreuliche Zahlen vorstellen, wie er der Redaktion mitteilte. So nehme die Zahl der Wiesenbrüter am Freepsumer Meer weiterhin deutlich zu.

Das Jahr 2018 bildete den Tiefpunkt der Vogelpopulation am Freepsumer Meer. Seitdem geht es wieder bergauf. Grafik: Kreativgruppe/Heiko Ringena
Das Jahr 2018 bildete den Tiefpunkt der Vogelpopulation am Freepsumer Meer. Seitdem geht es wieder bergauf. Grafik: Kreativgruppe/Heiko Ringena

Besonders die Population der gefährdeten Kiebitze und Uferschnepfen scheint sich zu erholen: Über 30 Brutpaare der Uferschnepfen nennen mittlerweile das Freepsumer Meer ihr Zuhause. Und auch der Kiebitz hat die 20er-Marke geknackt: 22 Brutpaare nisten dort mittlerweile. 2018 waren es lediglich noch fünf Brutpaare, ein trauriger Negativrekord. Dass es nun wieder bergauf geht, freut den Naturschützer. „Das beweist, dass die seit 2018 eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen“, so Ringena.

Welche Maßnahmen zum Schutz der Vögel gibt es dort?

Diese Maßnahmen wurden gemeinsam von Vertretern vom Naturschutzbund (Nabu), der Jägerschaft, der Gemeindeverwaltung Krummhörn sowie der Landwirtschaft auf den Weg gebracht. Dazu gehören beispielsweise die Pflege und Räumung der verschilften Gräben, die Entfernung von verschiedenen Gehölzen, die Fressfeinde anziehen könnten, und auch die Änderung der landwirtschaftlichen Pachtverträge für die gemeindeeigenen Kompensationsflächen.

Das Ziel dieser Maßnahmen war und ist es, die Population eben dieser gefährdeten Wiesenbrüter zu stärken. Nun sind einige Jahre seit Beginn der Maßnahmen vergangen und erste positive Konsequenzen seien bereits deutlich erkennbar. Als besonders erfolgreich schätzt Ringena dabei die Jagd auf Feinde der Vögel ein, unter anderem Füchse und Marder. Außerdem habe es Wirkung gezeigt, dass man auf dem Areal Gehölz entfernt habe, „um eine freie Landschaft und damit ein artgerechtes Habitat wieder herzustellen“.

Warum gibt es diese Maßnahmen?

Schon im Jahr 2009 wurde das 128 Hektar große, seit 200 Jahren trockengelegte Freepsumer Meer zwischen Freepsum und Groß Midlum untersucht. Damals stellte man bereits fest, dass Wiesenvögel immer seltener werden in Ostfriesland. Darum hatte sich 2018 der „Runde Tisch Freepsum zur Förderung der Biodiversität im Freepsumer Meer“ gegründet und in Gemeinschaftsarbeit die nun erfolgreichen Maßnahmen ausgearbeitet. Naturschützer wie Heiko Ringena hoffen, dass sich der Bestand der Vögel am Freepsumer Meer in Zukunft so stark stabilisieren wird, dass bald gar keine Eingriffe durch den Menschen mehr nötig sein werden.

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