Untersuchung eines Kadavers Friedeburger Wolf wurde illegal getötet
Im Mai wurde in der Gemeinde Friedeburg ein toter Wolf entdeckt. Jetzt steht fest: Das Tier wurde illegal getötet, möglicherweise erschossen. Die Staatsanwaltschaft ist schon eingeschaltet.
Friedeburg - Der im Mai tot gefundene Wolf in der Gemeinde Friedeburg wurde illegal getötet. Das geht aus den Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervor. Dort wird eine Liste über alle tot gefundenen Wölfe in Deutschland geführt, samt Alter, Geschlecht, genetischer Herkunft und Todesursache. Zu dem am 25. Mai 2024 in der Gemeinde Friedeburg gefundenen Tier war monatelang als Todesursache „unklar“ zu lesen gewesen. Jetzt lautet der Status „illegale Tötung“.
Konkret handelt es sich bei dem Tier laut DBBW um einen männlichen Altwolf aus dem Friedeburger Rudel. Er führt die Kennzeichnung GW4303m, wobei „GW“ für Grauwolf steht und „m“ für männlich. In der Gemeinde Friedeburg ist seit einigen Jahren ein Rudel Wölfe ansässig; das einzige in Ostfriesland. Untersucht wurde der Kadaver – wie alle tot gefundenen Wölfe in Deutschland – vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.
Der Kadaver im Graben
Geborgen hatte das tote Tier am Samstag, 25. Mai 2024, Finn Ahrens, Wolfsberater im Landkreis Wittmund und Leiter der dortigen Umweltbehörde. Es lag in einem Graben, Spaziergänger hatten es entdeckt und sich telefonisch bei ihm gemeldet. Der Kadaver, so berichtete Ahrens in einem früheren Gespräch, sei zu dem Zeitpunkt schon stark verwest gewesen. Nach der ersten Begutachtung habe es aber dennoch die Vermutung gegeben, dass das Tier getötet worden sei. Diese Vermutung hat sich nun bestätigt.
„Die staatsanwaltliche Ermittlung läuft bereits“, erklärt Ahrens nun auf Nachfrage. Er selbst habe schon kurz nach dem Fund des Tieres Anzeige bei der Polizei erstattet. Zum weiteren Vorgehen könne er noch nichts sagen. Nur so viel: Bei der Begutachtung des Kadavers im Mai habe es schon so ausgesehen, als sei der Wolf erschossen worden. Auf den genauen Bericht zur Todesursache warte er aber noch.
Laut DBBW wurden in diesem Jahr in Deutschland bisher 137 tote Wölfe gefunden. Der weit überwiegende Teil (113) starb im Straßenverkehr, zehn wurden illegal getötet, der Rest wurde entweder legal getötet oder starb eines natürlichen Todes. In Niedersachsen sind über das Wolfsmonitoring in diesem Jahr 41 tote Wölfe vermeldet. Auch hier wurden die allermeisten Opfer des Straßenverkehrs. Drei von ihnen starben durch illegale Tötung: ein Welpe im Landkreis Rotenburg/Wümme, ein Jährling im Landkreis Uelzen und der Altwolf im Landkreis Wittmund.