Berlin  Dunkelflaute als Warnsignal: Die Energiewende ist nicht zu Ende gedacht

Rena Lehmann
|
Von Rena Lehmann
| 13.12.2024 16:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ohne Wind und Licht funktionieren große Teile der deutschen Energiegewinnung nicht. Das macht sich sofort am Strommarkt bemerkbar. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Ohne Wind und Licht funktionieren große Teile der deutschen Energiegewinnung nicht. Das macht sich sofort am Strommarkt bemerkbar. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Artikel teilen:

Die sogenannte Dunkelflaute treibt die Strompreise in die Höhe. Das muss eine Mahnung sein: Die Energiewende ist nicht zu Ende gedacht.

Der 12. Dezember wird als schwarzer Tag für die Energiewende in Deutschland in die Geschichte eingehen. Keine Sonne und kein Wind - die erneuerbaren Energien fielen aus. Und das mitten im Winter, während viel Strom benötigt wurde. Weil deshalb viel Strom aus Kohle, Gas und Atomkraft aus dem Ausland importiert werden musste, schossen die Preise in astronomische Höhen. 

Die gute Nachricht ist: Der europäische Strommarkt funktioniert, zu einem Blackout ist es nicht gekommen. Die Dunkelflaute mit Preisexplosion führt jedoch eindrücklich vor Augen, dass die Energiewende nicht zu Ende gedacht und geplant ist. Zum Erbe des grünen Wirtschaftsministers Robert Habeck gehört, dass der Ausbau der Erneuerbaren zwar Fahrt aufgenommen hat, die Atomkraftwerke als wetterunabhängige Stromlieferanten aber abgeschaltet sind und die Gaskraftwerke für den Übergang bis zu ausreichender Produktion und vor allem Speicherung von Strom aus Sonne und Wind aber noch lange nicht stehen.

Billiger Strom bleibt deshalb weiter ein frommer Wunsch, genauso wie der vorzeitige Ausstieg aus der Kohlekraft, der zum Erreichen der Klimaziele eigentlich dringend notwendig wäre. Gleichzeitig werden immer mehr Wärmepumpen und E-Autos dafür sorgen, dass in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Strom benötigt wird als heute. Die Energieversorgung ist dafür bislang nicht gerüstet.

Die Kraftwerksstrategie von Habeck gibt es zwar, aber nur auf dem Papier. Und was nützt es, wenn in fünf Jahren 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen, in Dunkelflauten aber Gaskraftwerke und Speicherkapazitäten fehlen? 

Die nächste Bundesregierung wird dringend handeln müssen. Ohne das Schließen dieser Lücken wird eine unvollendete Energiewende die Deindustrialisierung beschleunigen und die Akzeptanz verspielen, die es in der Bevölkerung noch gibt. 

Ähnliche Artikel