Seine besten Anekdoten Leeraner Michael Bosma hat 2000 Selfies mit Stars
Der 49-Jährige aus Leer weiß, wo und wie er die Promis aufs Foto bekommt. Michael Bosma erzählt seine schönsten Geschichten und verrät Tipps für Promi-Fotos.
Leer - Wer Selfies mit vielen Stars haben möchte, muss leidensfähig sein. Vier, fünf Stunden Wartezeit bei Galaveranstaltungen müssen da auch mal auf sich genommen werden – draußen bei Wind und Wetter. „Am besten isst und trinkt man auch nichts, um nicht aufs Klo zu müssen. Denn dann verliert man seinen guten Platz“, sagt Michael Bosma. Der Leeraner weiß, wovon er spricht. Rund 2000 Selfies mit Prominenten – zum Großteil aus der Fußball-Welt – hat er schon in seiner Sammlung. Neun Ordner voller Selfies, alphabetisch sortiert nach den Nachnamen der Stars, hat Bosma bereits. Es dürften weitere dazukommen.
Egal ob mittlerweile verstorbene Legenden wie Franz Beckenbauer und Uwe Seeler, frische „Fußball-Rentner“ wie Toni Kroos und Claudio Pizarro oder aktuelle Nationalspieler wie Jamal Musiala und Niclas Füllkrug: Michael Bosma hat sie alle schon für ein Selfie erwischt – aber nicht nur das. Er übt sein Hobby in einer Form aus, die er so von keinem anderen so kennt. „Die einen sammeln Selfies, die anderen Autogramme. Ich kombiniere beides. Beim ersten Treffen mache ich ein Selfie, beim zweiten lasse ich das Foto dann signieren“, erzählt der 49-Jährige.
Angeschwipste Stars um 5 Uhr
Teilweise schafft er beides sogar an einem Tag. Einer seiner jährlichen „Highlight-Termine“ ist die Gala für die Sport-Bild-Awards im Sommer in Hamburg. Wenn um 19 Uhr Einlass ist, steht Michael Bosma schon ab 13 Uhr im Fan-Bereich vor der Fischauktionshalle. „Das lohnt sich. Wenn man richtig steht, kann man auch mal so Selfies mit 50 Stars abgreifen“, schildert der Leeraner. Wenn alle geladenen Gäste drin sind und das Event läuft, macht sich Michael Bosma auf den Weg zur nächsten Rossmann-Filiale. „Dann drucke ich mir die ergatterten Selfies aus und fahre wieder zur Veranstaltung.“ Denn wer rein geht, kommt irgendwann auch wieder raus. Und wenn auch angeschwipst erst gegen 5 Uhr. Michael Bosma steht mit Foto und Stift bereit. „Schon oft habe ich gehört, ich sei verrückt. Aber ich habe Spaß daran und mag den Nervenkitzel. Welchen Star erwischt man?“
Michael Bosma geht bei seiner Selfie-Jagd fast nie mehr leer aus. Er weiß, wo, wie und wann er die Promis aufs Foto bekommt. Zu seiner Selfie-Anfangszeit – sie begann mit einer Autogrammstunde von Boxer Axel Schulz beim Leeraner Emspark 2012 – war das noch ein wenig anders. „Ich bin da mal mit dem Zug nach München zum Flughafen gefahren, um die Mannschaft des FC Bayern vor dem Abflug zum DFB-Pokalfinale zu erwischen. Aber ich wartete vergeblich. Ich stand beim falschen Flughafen.“
Mit Laura Wontorraauf Calmunds Fete
Manchmal lohnt sich die Selfie-Jagd aber auch richtig. „So sieben-, achtmal im Jahr mache ich mich auf den Weg zu guten Gelegenheiten, viele Stars auf einmal zu erwischen“, sagt der Familienvater, der als Kundenberater bei einer Versicherung angestellt ist. Besonders eine Geschichte erzählt Michael Bosma gerne – und zwar die, wie er vor etwas mehr als einem Jahr plötzlich auf der Fete von Reiner Calmund zu seinem 75. Geburtstag landete. „Dick eingepackt stand ich vor dem Maritim-Hotel in Köln, fast als einziger. Irgendwann kam Sportmoderatorin Laura Wontorra. Da war sie gerade frisch von Fußballer Simon Zoller getrennt. Sie frage mich, warum ich stehe und warum ich nicht reingehe. Ich hatte ja keine Einladung. Da nahm sie mich und wir gingen Hand in Hand an der Security vorbei in den Empfang. Sie, gut gestylt und gekleidet, und dann ich in Hoodie und Winterjacke. Das muss ein komisches Bild gewesen sein“, schmunzelt Bosma.
Plötzlich war der Leeraner inmitten geballter Prominenz. „Einige Fußballgrößen waren da, Rudi Völler zum Beispiel oder auch Berti Vogts, mit dem ich im Fahrstuhl ein paar Minuten plaudern konnte.“ Nach rund einer Stunde und rund 35 Selfies reicher verließ Michael Bosma die Callmund-Feier. Die Fotos mussten ja ausgedruckt und am besten noch an dem Tag signiert werden.
Rarität Guardiola, greifbarer Ailton
Besonders stolz ist der Fan des FC Bayern München auf sein erstes von mittlerweile drei Selfies mit Star-Trainer Pep Guardiola. „Das war am Tag nach seinem ersten Pflichtspiel als Bayern-Trainer. Und eigentlich ist er bekannt dafür, dass er nicht so viele Fotos mit Fans macht.“ Aber wie hat Michael Bosma ein Guardiola-Bild bekommen? Während an der Bremer Brücke in Osnabrück das DFB-Pokalspiel zwischen dem BSV Rehden und dem FC Bayern (0:5) lief, fuhr Bosma zum Hotel, in dem die Münchener die folgende Nacht verbrachten. „Ich schlief im Auto und stand bereit, als die Bayern am nächsten Morgen vor der Rückfahrt zum Bus liefen. Als Guardiola kam, habe ich ihn in seiner Landessprache, also auf Spanisch, angesprochen, dann ist er tatsächlich bei mir stehen geblieben.“
Tipps für Fotos mit Prominenten
Michael Bosma aus Leer ist ein Selfie-Jäger. Seit 2012 ist er immer auf der Suche nach den besten Gelegenheiten, vor allem die Fußball-Stars für ein gemeinsames Foto zu erwischen. Folgende Tipps hat er für alle, die mal ein Bild mit einem Promi haben möchten:
Tipp 1: Am besten bekommt man die Stars bei Sport-Galas oder -Ehrungsveranstaltungen oder bei den Hotels. Da dann aber nicht am Spieltag, sondern einen Tag zuvor oder am Tag nach dem Spiel vor der Abreise.
Tipp 2: Früh da sein, am besten mehrere Stunden vor der Ankunft der Stars. Nur von den besten Plätzen kann man die Promis für ein Selfie abgreifen.
Tipp 3: Höflich sein, die Prominenten siezen. Besonders punkten kann man, wenn man ausländische Stars, wenn man sie in deren Muttersprache anspricht.
Am häufigsten hat Michael Bosma übrigens ein Selfie mit Ailton, dem Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2003/2004. 17-Mal posierte der Brasilianer, der oft mit der Traditionself von Werder Bremen unterwegs ist, für ein Selfie mit dem Leeraner. „Ailton kennt mich ja mittlerweile. Wenn er mich sieht, kommt er schon und weiß, was kommt: Ein neues Selfie machen und ein altes unterschreiben.“