Frau am Freitag  Geschenkbänder in Frauenhand

Petra Herterich
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Eine Kolumne von Petra Herterich
| 12.12.2024 08:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen die Frauen– und verpacken sie natürlich auch noch. Foto: Puchner/dpa
Die Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen die Frauen– und verpacken sie natürlich auch noch. Foto: Puchner/dpa
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Die Sache mit dem Weihnachtsmann ist klar – es gibt ihn nicht. Denn kein Mann besorgt Weihnachtsgeschenke für die Familie. Das machen – immer noch – die Frauen. Das ist allerdings auch besser so.

Die Frau am Freitag sieht im Moment nur schwerbepackte Frauen durch die Fußgängerzonen eilen. Alle Jahre wieder besorgt Mutti die Geschenke für alle. Ihr Hirn pulsiert und brodelt in der Adventszeit, schließlich muss Frau ja für alle mitdenken. Sie ist die Schaltzentrale, quasi ein familieninternes Amazon-Bestelllager. Bei ihr laufen alle Geschenkbänder zusammen.

Sie weiß ja nicht nur, was sich die Kinder wünschen, sondern besorgt die Sachen selbstverständlich auch – und natürlich auch für Oma und Opa gleich mit. Und während es sich die Schwiegereltern leicht machen – „Was wünscht sich denn unser Sohn?“ – muss die Frau das selbstverständlich auch noch wissen – und besorgen. Dabei weiß sie ja meistens selbst kaum noch, was sie ihrem Kerl nach all den Jahren schenken soll. Wenn man ihn fragt, sagt er: „Weiß nicht . . .“ – super! Das hilft – gar nicht.

Und so geht es weiter. Der Sohn, also der Mann, hat ja weder Ahnung, was seine eigenen Kinder sich wünschen, geschweige denn, was er seinen Eltern und – Gott, bewahre – auch noch den Schwiegereltern schenken soll. Wozu soll er sich darüber auch Gedanken machen? Ist ja traditionell Frauensache. Ho, ho, ho . . . Von wegen Weihnachtsmann – ist sicher eine Weihnachtsfrau, sonst läge nämlich kein einziges Geschenk unterm Baum und verpackt wäre es schon gar nicht.

Liebe Frauen, nicht nur am Freitag, wenn wir mal kollektiv in den Weihnachtsstreik treten, dann steht die Welt wirklich still – bis Heiligabend. Dann säßen wir nämlich nicht gemütlich am reichgedeckten Tisch, sondern auf einem Pulverfass. Also, um des lieben Friedens willen, stürzen wir uns wieder ins Getümmel, besorgen Geschenke, zermartern uns das Hirn darüber, wem wohl womit eine Freude zu machen wäre und am Ende – erntet der Kerl wieder die Lorbeeren. „Vielen Dank Papa – oder Sohn, oder Bruder – für das schöne Geschenk.“ Pah – niemand staunt mehr als der Kerl selbst, was da aus dem Weihnachtspapier gewickelt wurde. Er hatte ja keine Ahnung, dass er sooo tolle Geschenke macht . . .

Da bleibt uns Frauen nur: tief durchatmen und – tapfer bleiben.

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