Emden verliert bei Werders U23  Stau, Rot, Pleite – gebrauchter Kickers-Tag in Bremen

| | 08.12.2024 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der negative Höhepunkt eines unglücklichen Tages für Kickers: Torwart Isaak Djokovic sah kurz vor Schluss für ein Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte. Fotos: Doden, Emden
Der negative Höhepunkt eines unglücklichen Tages für Kickers: Torwart Isaak Djokovic sah kurz vor Schluss für ein Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte. Fotos: Doden, Emden
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Rückstand gedreht und am Ende doch verloren: Kickers Emden erlebte einen bitteren Samstag – allen voran Torwart Isaak Djokovic. Andere Ostfriesen-Teams ließen sich den Tag in Bremen nicht verderben.

Bremen - Für mehrere ostfriesische Fußball-Mannschaften war es ein schöner Samstag in Bremen. Beispielsweise die Reserveteams vom SV Stern Schwerinsdorf und vom TuS Weene sowie Kicker von Ostfrisia Moordorf veranstalteten eine Art „Weihnachtsfahrt“ in die Hansestadt. Einer der Anlaufstellen: der Platz 11 am Bremer Weser-Stadion. Mit dem einen oder anderen Bierchen in der Hand sahen sie, wie mit Kickers Emden die am höchsten spielende ostfriesische Mannschaft allerdings einen gebrauchten Tag erwischte. Kickers verlor das letzte Auswärtsspiel des Jahres bei der U23 von Werder Bremen vor 438 Zuschauern, darunter mehrheitlich Ostfriesen, mit 3:2 (1:2). Der unglücklich gelaufene Kickers-Tag begann mit einem Stau auf der Hinfahrt und gipfelte kurz vor Spielschluss in der Roten Karte für Torwart Isaak Djokovic für ein Handspiel außerhalb des Strafraums.

Aufgrund der angekündigten Vollsperrung der A28 hatte sich die Mannschaft schon etwas eher als ursprünglich angedacht von Emden aus auf den Weg gemacht. Doch bei der überlasteten Umleitung gab es massive Verzögerungen. So mussten die beiden in Bremen wohnenden Kickers-Spieler – der verletzte Mika Eickhoff und Allrounder Julian Stöhr – lange auf ihre Mannschaftskollegen warten. Erst um kurz nach 13 Uhr traf der Kickers-Bus am Bremer Weser-Stadion an – nicht einmal eine Stunde vor dem geplanten Anpfiff um 14 Uhr.

Auf die eigenen Fans kann sich Kickers verlassen: Stimmungsmäßig war es in Bremen wie ein Heimspiel.
Auf die eigenen Fans kann sich Kickers verlassen: Stimmungsmäßig war es in Bremen wie ein Heimspiel.

Warum Engel und Steffen nicht spielten

Die Gastgeber hatten Nachsicht und stimmten einem um 15 Minuten späteren Spielbeginn zu. Die Anreiseprobleme hätten keinen Einfluss auf den Spielverlauf gehabt, sagt Emdens Trainer Stefan Emmerling. „Das ist kein Faktor. Wir waren schonmal etwas später, beispielsweise bei Phönix Lübeck. Wenns sein muss, reicht uns eine Stunde, um spielbereit zu sein“, so Emmerling.

In der Startelf musste er recht kurzfristig noch umdisponieren. „Dennis Engel hat sich unter der Woche nicht so gut gefühlt. Tobias Steffen plagen Wadenprobleme“, erläutert Emmerling den Verzicht auf die beiden Routiniers. Stattdessen schickte er Luis Podolski als Rechtsverteidiger und Michael Igwe als Linksaußen von Beginn an in Bremen auf den Rasen.

Michael Igwe rechtfertigte seine Startelf-Nominierung mit einem herausgeholten Elfmeter und einem Kopfballtor.
Michael Igwe rechtfertigte seine Startelf-Nominierung mit einem herausgeholten Elfmeter und einem Kopfballtor.

Muss Kickers mal taktisch foulen?

Beide hatten entscheidenden Anteil daran, dass Kickers mit einer 2:1-Führung in die Halbzeitpause ging. Erst holte Igwe nach einem Hackentrick durch die Beine von Bremens Jannic Ehlers einen Elfmeter heraus, den Tido Steffens sicher zum 1:1 verwandelte (31.), dann traf Igwe auf eine tolle Podolski-Flanke mit einem Kopfball-Aufsetzer selbst zum 2:1 (38.). Beim 1:0 für Werders U23 hatte Abdenego N’Lola Nankishi nach einer überragenden Einzelleistung von Leon Opitz hatte Abdenego N’Lola Nankishi keine Mühe gehabt einzuschieben. Weitere Großchancen besaßen die Bremer im ersten Durchgang nicht – Kickers aber.

Die beste Möglichkeit vergab Fabian Herbst freistehend per Kopf unmittelbar vor dem Pausenpfiff. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, haben das 3:1 leider verpasst. Dann war es klar, dass Werder mit Druck aus der Kabine kommt. In der zweiten Halbzeit haben Fehlerketten unsererseits zu Gegentoren geführt“, sagt Emmerling. „Wir waren nach dem Seitenwechsel teils nicht clever genug. Vielleicht müssen wir auch mal ein taktisches Foul ziehen“, analysiert Kickers-Kapitän Tido Steffens.

Janek Siderkiewicz sah für ein Foulspiel seine fünfte Gelbe Karte und ist somit am Freitag gegen Ottensen gesperrt.
Janek Siderkiewicz sah für ein Foulspiel seine fünfte Gelbe Karte und ist somit am Freitag gegen Ottensen gesperrt.

Lukowicz verhindert das 3:2 und macht es dann selbst

Die 63. Minute war eine spielentscheidende Minute. Erst verpasste Marten Schmidt per Kopf das mögliche 3:1 für Emden, keine 30 Sekunden später stand es 2:2. Joel Victor Imasuen schoss nach kurzen Wirrwarr im Kickers-Strafraum ein. Der eingewechselte Julian Stöhr wäre in der 79. Minute beinahe die erneute Emder Führung geglückt, doch Werder-Keeper Spyridon Angelidis lenkte den 18-Meter-Schuss an die Latte.

Kurz darauf wurde bei Werder Maik Lukowicz – der 50-Tore-Mann der vergangenen Saison in der Bremenliga – eingewechselt. Auch gegen Kickers bewies er seine Torjägerqualität. Erst stand er bei einem Nankishi-Schuss unfreiwillig selbst im Weg, ehe er den vor ihm liegenden Ball an Isaak Djokovic vorbei ins Netz schoss – 3:2 für Werder (84.).

Spieldaten

Kickers: Djokovic; Podolski, Herbst, Dietrich, Ndiaye, Kaissis (90. +1 Bergmann), Siderkiewicz, Steinwender (90. +1 Eilerts), Igwe (64. Stöhr), Schmidt (64. Abbey), Steffens (83. Dudock).

Tore: 1:0 Nankishi (16.), 1:1 Steffens (Foulelfmeter, 31.), 1:2 Igwe (38.), 2:2 Imasuen (63.), 3:2 Lukowicz (84.).

Eilerts hat 3:3 auf dem Fuß

Für Djokovic war das Spiel kurz darauf vorzeitig beendet. Er bekam den Ball im Strafraum nicht zu packen, rutschte aus dem 16er und verhinderte dann ein nahezu sicheres Werder-Tor mit einem Handspiel. Djokovic sah Rot und Marcel Bergmann wurde für die letzten Minuten als Torwart eingewechselt. Eingreifen musste er nicht mehr, sein Gegenüber wohl. Doch bei einem Versuch von Marvin Eilerts, der keinen Druck hinter den Ball bekam, hatte Angelidis keine Mühe, sodass er den 3:2-Sieg seiner Mannschaft festhielt.

Während die Kickers-Spieler enttäuscht, aber immerhin ohne Verzögerung, zurück nach Emden fuhren, ging der Mannschaftstag der ostfriesischen Amateur-Teams weiter. Teils auf dem Bremer Weihnachtsmarkt, der Disco Tange in Apen und bei der XXL-Nacht in Aurich.

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