Hamburg Hape Kerkeling wird 60: Sieben Dinge, die sie über den Komiker vielleicht noch nicht wussten
Es gibt wenige Prominente, die so vielseitig sind wie Hape Kerkeling, der an diesem Montag seinen 60. Geburtstag feiert. Wir präsentieren sieben Fakten, die Sie vielleicht noch nicht über diesen besonderen Mann wussten – und erinnern an zwei seiner Aktionen, die den meisten noch in Erinnerung sein dürften.
Seit 40 Jahren gehört Hape Kerkeling in Deutschland zur Familie. Als Zwanzigjähriger geht er 1984 ins Fernsehen. In den 1980er-Jahren prägt er die TV-Komik und in den 1990ern den Kinohumor. Vom Komiker zum Schauspieler, vom Schauspieler zum Autor, Hape Kerkeling probiert viel. Auch als Sänger und Synchronsprecher ist er tätig. Mit seinem Pilgerbuch „Ich bin dann mal weg“ und den Memoiren seiner traumatischen Kindheit wird er dann vom Klassenclown zur Identifikationsfigur.
Was macht Hape Kerkeling an seinem 60. Geburtstag? Er wird sich wohl mit seinem Mann Dirk Henning vor den Fernseher setzen. „Wir gucken uns auf jeden Fall diesen Wahnsinns-Thementag an, sowas kriegt man vermutlich nur einmal im Leben“, erzählte Kerkeling der Deutschen Presse-Agentur. Die ARD feiert seinen runden Geburtstag gleich mit mehreren Sendungen, unter anderem läuft um 20.15 Uhr die Dokumentation „Hape Kerkeling – Total normal“.
Wir präsentieren sieben Fakten, die Sie vielleicht noch nicht über diesen besonderen Mann wussten – und erinnern an zwei legendäre Aktionen von ihm.
Hape Kerkelings Fernsehkarriere begann 1977 mit einem Misserfolg. Mit 12 Jahren bewarb er sich bei Loriot für die Rolle des moppeligen Kindes Dicki im Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“. Allerdings bekam er keine Zusage.
Hape Kerkeling war erst acht Jahre alt, als seine Mutter Suizid beging. Sie litt an starken Depressionen. Und als er 25 Jahre alt war, starb seine große Liebe Duncan an AIDS. Er hatte den jungen Mann 1987 in Amsterdam kennengelernt, im Alter von 23. Nach wenigen Monaten erfuhr Duncan, dass er HIV-positiv ist.
In der erfolgreichen Karriere von Hape Kerkeling gab es Ende der 90er Jahre eine Durststrecke, in der er sich beruflich neu orientierte und eine Ausbildung zum Heilpraktiker begann. „Ich habe mich an dieser Schule sehr wohlgefühlt“, sagte er der dpa. „Es ist im Nachhinein ärgerlich, dass ich den Abschluss nicht gemacht habe.“ Vieles habe er seitdem vergessen – aber in Gesundheitsfragen wisse er seitdem zu Hause alles besser.
In seinem neuesten Buch „Gebt mir etwas Zeit“ schreibt Kerkeling, dass er einst vom WDR die Empfehlung bekam, eine heterosexuelle Scheinbeziehung einzugehen, um seine Homosexualität zu verdecken. Sein Zwangsouting erfolgte 1991 durch den schwulen Filmemacher Rosa von Praunheim.
Schon früh stand für Hape Kerkeling fest, dass er sich mit spätestens 50 Jahren weitgehend vom Bildschirm zurückziehen wollte. Zu seinem 50. Geburtstag am 9. Dezember 2014 strahlte das ZDF eine fiktive Planung seiner Geburtstagsshow aus. Hierzu kündigte Kerkeling an, seine Karriere im Fernsehen zu beenden. Allerdings kam er 2021 mit zwei TV-Formaten auf VOX zurück: Für eine siebenteilige Doku-Reihe bereiste er die kleinsten Länder Europas. In der weiteren Sendung „Ein Abend mit Hape Kerkeling“ las der Entertainer im Hamburger Hansa-Theater aus seinem Katzenbuch vor und stellte sich den Fragen des Publikums und der Moderatorin. „Es geht mir vor allem darum, mich künstlerisch so frei wie möglich ausdrücken zu können, und da ist natürlich die beste Möglichkeit das Schreiben“, so der Entertainer.
Mit „Ich bin dann mal weg“ über seine Wanderung nach Santiago de Compostela veröffentlichte Hape Kerkeling 2006 das erfolgreichste Sachbuch der Nachkriegszeit. Geplant war das ursprünglich nicht – die Pilgerreise war vielmehr seine Antwort auf eine persönliche Krise nach einer Operation und einem Hörsturz.
Hape Kerkeling hat Ahnenforschung betrieben und dabei nach eigenen Angaben herausgefunden, ein Urenkel des englischen Königs Edward VII. (1841-1910) zu sein. „DNA-Tests und meine intensive historische Forschung laufen darauf hinaus, dass Edward VII. höchstwahrscheinlich der Vater meiner unehelich geborenen Großmutter ist“, sagte Hape Kerkeling im Interview mit dieser Zeitung. Seine Urgroßmutter soll eine Geliebte von Edward VII. gewesen sein.
Zwei Aktionen sind auch Jahre nach dem Ende der Sendung „Total Normal“ in Erinnerung geblieben. Verkleidet als Königin Beatrix schaffte es Kerkeling am 25. April 1991, vor laufender Kamera in einem Wagen vor Eintreffen der echten Königin im Schloss Bellevue vorzufahren.
Des Weiteren trug Kerkeling in der Maske eines polnischen Opernsängers zur Klavierbegleitung von Achim Hagemann ein expressives Stück vor, eine Parodie auf moderne klassische Musik, die in dem lauten und unvermittelten Ausruf „Hurz!“ mündete. Das nicht eingeweihte Publikum nahm die Darbietung ernst und ließ sich hinterher zu einer intellektuellen Diskussion über die Aussage des Stücks verleiten.
Mit Material der dpa