Stadtentwicklung  Parken in Emden – Kruithoff lädt Bürger zur Fragerunde

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 28.11.2024 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Parken in Emden könnte teurer werden und es könnten weniger kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Foto: Hanssen/Archiv
Das Parken in Emden könnte teurer werden und es könnten weniger kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Foto: Hanssen/Archiv
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Das Thema Parken wird in Emden oft hitzig diskutiert. Politisch sollen die Weichen für ein neues Konzept gestellt werden. Jetzt lädt der Oberbürgermeister die Bürger zur Debatte ein.

Emden - Für Emden soll ein neues Parkraumkonzept her. Darum geht es in der Stadt bereits seit Jahren. Jetzt aber soll eine Entscheidung her: Am 16. Dezember 2024 ab 18 Uhr kommen gleich drei Ausschüsse des Emder Rats zusammen, um das Thema anzugehen und wichtige Weichen zu stellen. Eigentlich war der Dreifach-Ausschuss schon für diese Woche, 26. November 2024, geplant, doch die Politik bat um eine Verlegung auf die Woche nach der letzten Ratssitzung dieses Jahres.

Auf dem Mittelstreifen der Ringstraße im Behördenviertel parken viele Leute, die hier arbeiten. Anwohner finden dadurch schlechter Parkbuchten. Der Streifen könnte in Zukunft für Autos gesperrt und begrünt werden. Foto: Hanssen/Archiv
Auf dem Mittelstreifen der Ringstraße im Behördenviertel parken viele Leute, die hier arbeiten. Anwohner finden dadurch schlechter Parkbuchten. Der Streifen könnte in Zukunft für Autos gesperrt und begrünt werden. Foto: Hanssen/Archiv

Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) lädt aktuell über die sozialen Medien auch Bürgerinnen und Bürger dazu ein, die sich in der Einwohnerfragestunde des Dreifach-Ausschusses zu Punkten auf der Tagesordnung melden können. In öffentlichen Ausschüssen wie diesen ist das immer möglich, doch Kruithoff betont in diesem Kontext besonders: „Ihre Meinung und Ihr Engagement sind in dieser Debatte unverzichtbar. Lassen Sie uns gemeinsam Lösungen entwickeln, die Emden fit für die Zukunft machen.“

In Emden gibt es bislang nur ein Parkhaus, das am Wasserturm. Zwei weitere sollen entstehen. Damit sich diese rechnen, muss es aber weniger kostenlose Parkplätze geben, sagen Experten. Foto: Schuurman/Archiv
In Emden gibt es bislang nur ein Parkhaus, das am Wasserturm. Zwei weitere sollen entstehen. Damit sich diese rechnen, muss es aber weniger kostenlose Parkplätze geben, sagen Experten. Foto: Schuurman/Archiv

Worum geht es beim Parkraumkonzept?

Es geht unter anderem um den Bau eines Parkhauses an der Pottgießerstraße, der schon seit Jahren im Gespräch ist. Ein weiteres Parkhaus zwischen Medmannstraße und der Ringstraße im Behördenviertel, wo der Parkdruck oft hoch ist, soll ebenfalls entstehen. Hier sind die Pläne schon konkreter: Der Verwaltungsausschuss des Rates – das ist das wichtigste Gremium zwischen den Ratssitzungen – hatte bereits im August 2023 die Planung in Auftrag gegeben. Auch geht es um die zukünftige Bewirtschaftung der öffentlichen Stellplätze innerhalb des Wallringes mit verschiedenen Parktarifzonen. Beides ist untrennbar miteinander verknüpft, denn: Derzeit gibt es noch viele kostenlose Parkplätze, was zur Folge hat, dass Autofahrer oft lange umherfahren, bis sie einen gefunden haben.

In der Emder Innenstadt gibt es rund 1500 Parkplätze, die kostenpflichtig sind wie hier an der Pottgießerstraße. Der große Parkplatz ist provisorisch eingerichtet worden, eigentlich soll hier ein Parkhaus entstehen. Foto: Hanssen/Archiv
In der Emder Innenstadt gibt es rund 1500 Parkplätze, die kostenpflichtig sind wie hier an der Pottgießerstraße. Der große Parkplatz ist provisorisch eingerichtet worden, eigentlich soll hier ein Parkhaus entstehen. Foto: Hanssen/Archiv

Auf kostenpflichtige Parkplätze oder ins Parkhaus weichen sie also oftmals erst dann aus, wenn sie nichts anderes finden. Heißt: Ein neues Parkhaus würde sich wirtschaftlich nur rechnen, wenn es keine kostenlosen Parkplätze mehr gäbe. Auch haben kostenlose Parkplätze für Anwohner oft negative Auswirkungen: Sie finden vor ihren Wohnungen insbesondere in Stadtteilen wie Klein Faldern oder im Behördenviertel keine Parkbucht. Langfristiges Ziel ist es, dass die Innenstadt autoärmer wird und dadurch die Aufenthaltsqualität sowie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht wird. Das ist in anderen Städten etwa in den Niederlande schon seit Jahren ganz normal.

Zwischen Schnedermannplatz und Ringstraße soll ein Parkhaus gebaut werden. Schon im August 2023 wurden die Planungen dafür in Auftrag gegeben. Foto: Hanssen/Archiv
Zwischen Schnedermannplatz und Ringstraße soll ein Parkhaus gebaut werden. Schon im August 2023 wurden die Planungen dafür in Auftrag gegeben. Foto: Hanssen/Archiv

Das Parken in Emden könnte dann auch – je nach Parkzone – teurer werden, um Autofahrer dazu zu animieren, nicht direkt im Stadtkern zu parken. Parkbuchten direkt im Zentrum könnten beispielsweise zwei Euro pro Stunde kosten, während es in den Außenbezirken, im Parkhaus und auf Sammelparkplätzen günstiger sein könnte, so hieß es im April 2023 bei der Vorstellung des Konzeptes. Im Moment kostet eine Stunde Parken noch 90 Cent auf den knapp 1500 bewirtschafteten Parkplätzen im Zentrum. Insgesamt gibt es etwa rund 3500 Stellplätze innerhalb des Wallrings.

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