Sperrung oder nicht? So steht es um die Stadtringbrücken in Leer
Die Brücken in Leer sind teilweise in schlechtem Zustand. Um zu sehen, ob sie gesperrt oder abgerissen werden müssen, wurden die Brücken rund um den Stadtring geprüft. Erste Ergebnisse gibt es jetzt.
Leer - Die Stadt Leer hat ein Brücken-Problem. Nicht nur die Ledabrücke ist marode und muss neu gebaut werden. Auch die Brücken über die Bahnschienen im Zuge des Leeraner Stadt- und Südrings sind in die Jahre gekommen und letztere sogar beschädigt.
Beide müssen neu gebaut werden, obwohl nur eine marode ist. Denn in der 1969 erbauten Brücke über die Bahnschienen am Südring sind Spannseile aus Stahl verbaut. Bei ähnlichen Brücken war es zu Problemen gekommen, Spannseile waren gerissen.
Stadtringbrücken in Leer: Proben sollten Aufschluss geben
Um den Zustand der restlichen Brücken rund um den Stadtring zu prüfen, wurden diese untersucht. Ein erster Schritt waren im Mai 2024 Probebohrungen. „Wir machen eine große Schadensanalyse des Stadtrings“, erklärte Pascal Menken damals beim Treffen mit der Redaktion auf der Brücke, die über die Heisfelder Straße führt. Er ist Brückenbauingenieur bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich.
Mit einem Bohrer wurden im Abstand einiger Meter Proben aus der Fahrbahn genommen. Die Analyse dieser Proben sollte zeigen, ob und an welchen Stellen die Brücken Schäden aufweisen. Die Ergebnisse wiederum geben Aufschluss, ob sie ausgebessert werden können oder ganz abgerissen und neu gebaut werden müssen, sagte der Ingenieur.
Erste Ergebnisse sorgen vorerst für Entwarnung
Erste Ergebnisse gibt es jetzt, wie Johannes Booken, Pressesprecher der Landesstraßenbaubehörde, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. „Hier können wir eine gute Nachricht verkünden: Es sind keine Sofortmaßnahmen erforderlich“, schreibt Booken. Einschränkungen für Autofahrer gebe es deshalb erst einmal nicht, so der Pressesprecher: „Damit bleibt es den Verkehrsteilnehmern weiterhin möglich, die Brücken unter den bekannten Vorgaben zu befahren.“
Das heißt aber nicht, dass an den Stadtringbrücken in Leer nichts mehr passiert. „Voraussichtlich Mitte Januar 2025 liegen uns detaillierte Ergebnisse hervor, aus denen mittelfristig weitere Maßnahmen abgeleitet werden können, um die Befahrbarkeit der Brücken weiterhin zu sichern“, so Booken.
Gewichtsbeschränkungen gibt es bei Brücke über die Bahnschienen
Anders sieht es bei der Brücke über die Bahnschienen aus. Sie ist eine von fünf besonders maroden Brücken, die die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Ostfriesland unter genauer Beobachtung hat und die erneuert werden muss. Die Schäden waren bei der Sanierung des Stadtrings vor zwei Jahren aufgefallen. Sie waren so gravierend, dass keine andere Möglichkeit als eine drastische Gewichtsbeschränkung von 7,5 Tonnen bliebe, hatte Frank Buchholz, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, damals gesagt. „Zwischenzeitlich waren wir nicht einmal sicher, ob wir das Bauwerk überhaupt wieder für den Verkehr freigeben können.“
Laut Johannes Booken, Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, bestehen für die Leda- und die Südringbrücke eigene Umleitungskonzepte, um den Schwerlastverkehr frühzeitig auf die Gewichtsbeschränkungen aufmerksam zu machen. Bei der Südringbrücke weisen insgesamt zwölf große sogenannte Vorwegweiser im und um das Leeraner Stadtgebiet herum auf die Gewichtsbegrenzung hin, betont der Sprecher. Hinzu kämen etwa 40 kleinere Hinweisschilder, die durch die Umleitung aus verschiedenen Richtungen führen.
Grundsätzliches Ziel sei es, durch die Gewichtsbeschränkungen den Großteil des Verkehrs aufrechtzuerhalten. „Dies ist jedoch nur mit einer Gewichtsbeschränkung für Lkws möglich, damit die Brücken möglichst geschont werden und damit länger für den allgemeinen Verkehr geöffnet bleiben können“, so Booken.