Meppen  Vom Grottenkick zum Topspiel: Fügt der SV Meppen Drochtersen die erste Heimniederlage zu?

Christoph Schillingmann, Noah Röttgers
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Von Christoph Schillingmann, Noah Röttgers
| 22.11.2024 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kehrt nach seiner Gelbsperre voraussichtlich wieder in die Startelf zurück: Stefan Rankic (rechts), hier im Hinspiel im Duell gegen den Ex-Meppener Haris Hyseni (links). Foto: Picturepower/Werner Scholz
Kehrt nach seiner Gelbsperre voraussichtlich wieder in die Startelf zurück: Stefan Rankic (rechts), hier im Hinspiel im Duell gegen den Ex-Meppener Haris Hyseni (links). Foto: Picturepower/Werner Scholz
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Der SV Meppen ist in der Fußball-Regionalliga am Freitag, 22. November 2024, um 19.30 Uhr bei der SV Drochtersen/Assel zu Gast. Was beim Hinspiel im August noch als das Duell zweier enttäuschend in die Saison gestarteter Mannschaften galt, ist gut drei Monate später ein absolutes Topspiel.

Am 11. August 2024 empfingen die Fußballer des SV Meppen die SV Drochtersen/Assel vor heimischer Kulisse. Was am dritten Spieltag noch ein Duell zweier enttäuschend in die Saison gestarteter Mannschaften war, ist am Freitag, 22. November 2024, um 19.30 Uhr das Topspiel in der Regionalliga Nord.

Sowohl der SVM als auch Drochtersen starteten mit einem Punkt aus den ersten beiden Spielen in die neue Saison und schieden zudem jeweils im Niedersachsenpokal aus. Auf das 0:0 im direkten Duell folgte erst die Entlassung von Cheftrainer Adrian Alipour. Dann starteten erfolgreiche Monate für den SVM, aber auch für Drochtersen.

Knapp drei Monate später sind ab 19.30 Uhr die Vorzeichen andere als im Hinspiel. Im direkt an der Elbe gelegenen Kehdinger Stadion treffen nun die beiden besten Defensiven der Liga aufeinander - der Tabellenzweite auf den Tabellendritten. Für den SVM ist das Duell ein wegweisendes Spiel, sollten die Emsländer in dieser Spielzeit noch weiter vom Aufstieg in die 3. Liga träumen wollen.

Der Meppener Trainer Lucas Beniermann erwartet einen guten Gegner, „der zu Hause sehr stabil ist. Sieben von neun Heimspielen haben sie gewonnen und sind dort noch ungeschlagen. Sie werden eine breite Brust haben. Es ist sicher eines der schwersten Auswärtsspiele, das in dieser Saison ansteht“, sagt der 34-Jährige. „Wir müssen zusehen, dass wir das auf den Rasen kriegen, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat.“ Das seien Überzeugung und Intensität in den Aktionen sowie eine hohe Laufleistung und fußballerische Finesse.

Es könnte auf schwerem Geläuf ein ekliges Duell werden. Nicht zuletzt, weil Meppen auf ein wahres Abwehrbollwerk trifft. Drochtersen kassierte - genau wie Meppen - erst 14 Gegentreffer in dieser Spielzeit. So eine Bilanz spreche für sich, so Beniermann. „Die Qualität lässt sich nicht wegreden. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns die eine oder andere Großchance erspielen werden. Wir müssen sie nur nutzen. Wir müssen effektiv sein“, fordert der SVM-Trainer.

Wie es geht, Tore in Drochtersen zu erzielen, bewiesen die Meppener in der vergangenen Saison. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr entführten die Emsländer beim 3:3 einen Punkt aus dem Alten Land, was nach einer 2:0- und einer 3:2-Führung aber am Ende zu wenig war.

Die Bilanz in der Regionalliga spricht aber für den SVM: Von sieben Duellen in der Regionalliga verloren die Emsländer nur eines. Von einem Lieblingsgegner lässt sich trotzdem nicht sprechen. Besonders im Landespokal stolperte der SVM immer mal wieder gegen die Norddeutschen. Die einzige Niederlage in der Liga setzte es im September 2015 beim 1:3 in Drochtersen. Damals war für D/A noch ein Spieler im Einsatz, der mittlerweile auf die Trainerbank gewechselt ist: Olivier Ioannou. Der Aufschwung der Spielvereinigung geht mit dem 35-jährigen Coach einher. Seit seiner Einstellung Anfang Oktober 2023 geht es aufwärts. In der Vorsaison sprang nach einer starken Rückrunde noch Platz vier heraus.

Aktuell liegt Meppen fünf Punkte hinter Drochtersen. Allerdings hat der Zweite schon zwei Spiele mehr als die Emsländer absolviert. Dass die Spielvereinigung dort oben steht, ist auch der Verdienst eines Ex-Meppeners. Haris Hyseni, in der Saison 2017/2018 beim SVM aktiv, erzielte bisher sechs Saisontore und ist nach Toptorschütze Miguel Fernandes (sieben Tore) der zweitbeste Angreifer.

Beim SVM fehlt wiederum mit Marek Janssen weiterhin der beste Torjäger (elf Tore), der seit dem 4:1 beim SC Weiche Flensburg an einem Muskelfaserriss laboriert. „Er ist mittlerweile wieder schmerzfrei und auf einem guten Weg“, sagt Beniermann, der dafür wieder auf Felix Lange nach überstandenen muskulären Problemen zurückgreifen kann.

Witterungsbedingt sah es am Donnerstag so aus, als ob das Spiel stattfinden würde. „Es hat Kontakt nach Drochtersen gegeben. Das Spiel ist nicht gefährdet“, sagte der Meppener Coach. „Es kann natürlich immer noch etwas passieren, aber wir gehen stark davon aus, dass gespielt werden kann.“

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