Kanzlerkandidat der SPD  Ostfriesische Genossen stehen hinter Scholz – und Pistorius

Oliver Bär
|
Von Oliver Bär
| 18.11.2024 18:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, rechts) und Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung. Foto: Nietfeld/DPA
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, rechts) und Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung. Foto: Nietfeld/DPA
Artikel teilen:

Scholz oder Pistorius? Wer soll SPD-Kanzlerkandidat werden? Die SPD-Spitze will die Debatte beenden – doch sie geht weiter. Was ostfriesische Sozialdemokraten dazu sagen.

Ostfriesland - Die Umfragewerte der SPD sind schlecht, die des Bundeskanzlers noch schlechter. Dennoch möchte Olaf Scholz die Partei in die Neuwahl führen. Eine Entscheidung der Parteiführung wird bis zu einer sogenannten Wahlsieg-Konferenz am 30. November erwartet. Doch das Grummeln wird lauter. Auch in Ostfriesland? Wir haben uns bei Orts- und Stadtverbänden der Partei umgehört.

Die Wittmunder Sozialdemokraten stehen fest zu Scholz: „Wir sind uns alle einig und froh, dass wir Olaf Scholz als Kanzler haben“, betonte Roswita Mandel, Co-Vorsitzende des Ortsvereins Wittmund. Die ruhige Hand des Kanzlers, der überlegte Umgang mit der Ukraine-Krise im Einklang mit den westlichen Partnern habe überzeugt und finde die volle Unterstützung der Wittmunder Genossen. Und Pistorius? „Der ist ein hervorragender Verteidigungsminister und soll das auch bleiben.“ Optimistisch seien die Mitglieder des Ortsvereins mit Blick auf den Wahlkampf – und hoch motiviert.

Wahlkampf ist eine Herausforderung

„Olaf Scholz hat einen verdammt guten Job gemacht angesichts der schwierigen Zeiten“, betont Alexander Jürgens, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands Aurich. „Für uns in Aurich gibt es daher auch keine Veranlassung, einen anderen Kanzlerkandidaten für die bevorstehenden Wahlen zu fordern.“ Bereits in der vergangenen Woche hätten sich die Auricher Sozialdemokraten Gedanken über Strategien und das weitere Vorgehen im anstehenden Wahlkampf gemacht. Die Motivation sei hoch gewesen. „Das ist eine Herausforderung, die wir annehmen und der wir uns stellen werden – auch im Winter.“

Für Jarno Behrens, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stadt Leer, steht die Frage, wer die SPD in den kommenden Wahlkampf führt, persönlich nicht im Vordergrund – auch, weil die Entscheidung letztlich in Berlin fällt und nicht in Leer. „Für uns geht es um ein starkes Programm mit klaren Inhalten. Wir müssen deutlich machen, wofür wir als SPD stehen.“ Scholz sei der Bundeskanzler der Partei, und für ihn hätten auch die Leeraner Sozialdemokraten bei der vergangenen Bundestagswahl aufopferungsvoll gekämpft. „Wir haben alles dafür getan, dass Scholz Kanzler wird und wir werden wieder alles dafür tun, dass er es auch bleibt.“ Die Motivation sei nach wie vor hoch. „Wir lassen uns von Stimmungen nicht so leicht unterkriegen. Das sind nur Momentaufnahmen. Ganz gleich, wie viel Gegenwind wir aktuell haben, mit uns wird wieder zu rechnen sein.“ Die Leeraner SPD sei bereit, die Planungen für den kommenden Wahlkampf liefen bereits.

Zwei Kanzlerkandidaten „mit Format“

Ein eindeutiges Meinungsbild lasse sich in Rhauderfehn derzeit nicht erkennen, berichtet Gero Groote, Vorsitzender des dortigen SPD-Ortsvereins. Boris Pistorius stehe als ehemaliger niedersächsischer Innenminister den Genossen allerdings ein wenig näher als Scholz – auch, weil Pistorius bei einem Besuch in Rhauderfehn vor gut zwei Jahren ein gutes Bild abgegeben habe. „Wir verlassen uns aber auf unsere Parteigremien. Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir dann natürlich den gekürten Kanzlerkandidaten und stehen geschlossen hinter ihm.“ Der anstehende Winterwahlkampf schreckt die Sozialdemokraten nicht. „Auch wenn es schwierig wird, werden wir das Beste draus machen.“

„Es ist doch schön, dass wir überhaupt zwei Kandidaten mit Format haben, denen wir es zutrauen, einen guten Kanzlerkandidaten abzugeben“, sagt Jochen Szameit, Vorstandsvorsitzender des SPD-Unterbezirks Emden. Dies sei doch erst einmal positiv. Die Diskussion sollte jedoch intern und nicht öffentlich geführt werden. „Wir unterstützen Scholz ebenso, wie wir Pistorius unterstützen würden.“ Die Motivation für den Wahlkampf sei im Emden groß, weil aus kommunalpolitischer Sicht in erster Linie für den lokalen Kandidaten gekämpft werde. „Und da haben wir mit Johann Saathoff einen hochgeschätzten Bundestagsabgeordneten.“

„Olaf Scholz ist unser Kanzler und wird wohl auch der kommende Kandidat. Wir werden uns auch wieder hinter ihm versammeln“, sagt Janneke Groote. Co-Vorsitzende im SPD-Ortsverein Osterfehn. Stolz seien die Sozialdemokraten aus Ostrhauderfehn aber auch auf Pistorius. Daher findet sie die aktuelle Diskussion auch als schwierig. Für die Menschen vor Ort sei es aber während des Wahlkampfs wichtig, dass die richtigen Antworten gegeben werden.

Ähnliche Artikel