Jahresfinale steht an Filsumerin ist unter den Besten bei der ZDF-„Küchenschlacht“
Anneke Bohlen hat sich erfolgreich ins Finale der ZDF-Küchenschlacht gekocht, das demnächst ausgestrahlt wird. Mit uns sprach die Filsumerin über ihre Vorbereitung und ein Finalrezept.
Filsum/Hamburg - Mit viel Talent und einem Lächeln auf den Lippen hat sich Anneke Bohlen Anfang des Jahres gleich zweimal den Sieg in der ZDF-Kochshow „Küchenschlacht“ gesichert. Nach ihrem Erfolg bei der Sendung im Januar zog sie im Februar in die Championsweek ein – und holte sich erneut den ersten Platz. „Ich bin selbst total baff. Das hätte ich nie für möglich gehalten“, sagte sie kurz nach der Ausstrahlung.
Damit zog sie mit fünf weiteren Kandidatinnen und Kandidaten in das Jahresfinale der „Küchenschlacht“ ein. Und hatte damit die Chance, ihr Lieblingsgericht noch einmal auf besondere Weise zu präsentieren: Grünkohl und Pinkel. Mit uns hat sie über die Vorbereitung und ihre Konkurrenz gesprochen.
Zur Vorbereitung „Küchenschlacht“ geschaut
Das Prinzip der Küchenschlacht ist schnell erklärt: An der Seite bekannter Fernsehköche – diesmal Nelson Müller – kochen sechs Hobbyköche in der Show selbst ausgewählte Gerichte, die von fachkundigen Juroren verkostet und bewertet werden, so formuliert es das ZDF.
„Ich habe schon immer gerne gekocht“, erklärt Bohlen ihre Motivation zur Teilnahme. Sieben Jahre lang hat die Filsumerin regelmäßig die „Küchenschlacht“ geschaut, bevor sie sich entschloss, mitzumachen. Für das Jahresfinale hat sie sich genau damit vorbereitet: „Ich habe die Sendung das ganze Jahr über geschaut. Da lernt man unheimlich viel“, sagt sie. Zum Beispiel Nudeln selber machen: „Das liebe ich inzwischen“, sagt die Filsumerin.
Für das Finale musste Anneke Bohlen Pinkel selbst herstellen
Ihr erstes Gericht im Finale der „Küchenschlacht“ ist allerdings ein anderes. Ihr Lieblingsgericht: Grünkohl mit Pinkel. Dazu gibt es Senfcreme, Kartoffeln und Senfkaviar. „Die Vorbereitungszeit war diesmal unheimlich kurz und alles musste selbst gemacht werden“, sagt Bohlen. Sogar die Wurst. Die hatte sie für das Gericht in der ersten Woche noch selbst aus Ostfriesland ins Studio nach Hamburg gebracht. Das ging diesmal nicht. „Ich habe einen Fleischer nach dem Rezept gefragt. Die Mitarbeiter haben mir sehr geholfen“, erzählt die Filsumerin. Nur an der Gewürzmischung musste sie selbst tüfteln.
Das Fleisch durch den Wolf drehen und in den Darm füllen, Grünkohl und Kartoffeln kochen und die Senfbeilagen zubereiten: „Dafür hatten wir 35 Minuten Zeit. Das war schon eine Herausforderung“, erinnert sich Bohlen. Damit am Finaltag möglichst wenig schiefgeht, hatte Bohlen in der Vorbereitung die Unterstützung ihrer Familie. „Alles Ur-Ostfriesen“, wie sie sagt. Schwestern und Eltern probierten vorher ihre selbstgemachte Wurst – und seien zufrieden gewesen. „Denen kann man nichts vormachen.“
Grünkohl mit ostfriesischer Pinkel, Kassler, Salzkartoffeln, Senfcreme und Senfkaviar
von Anneke Bohlen
Für die Pinkel:
300 g Bauchfleisch vom Schwein, ohne Schwarte 100 g geräucherten Speck 1,5 m Schweinedarm, Größe 28/30 80 g Hafergrütze ¼ Gemüsezwiebel 2 TL loses Salz 2 TL gemahlenen Piment ½ TL Pfeffer aus der Mühle loses Salz
Für die Salzkartoffeln:
300 g festkochende Kartoffeln (Sorte Belana) 2 TL loses Salz 2 EL Butter
Für den Grünkohl:
500 g Grünkohl 50 g Perlgraupen Eiswasser 1 mittelgroße Zwiebel 2 EL Butterschmalz 1 große Scheibe Kassler 20 g geräucherten Speck 80 - 100 ml Gemüsebrühe 2 EL zarte Haferflocken gute Prise loses Salz Pfeffer aus der Mühle
Für die Senfcreme:
1 Ei 150 ml Pflanzenöl 2 TL milder Weißweinessig 2 TL gemahlenen Kurkuma 2 – 3 TL gelbes Senfpulver 1 Prise Salz 1 Prise Pfeffer
Für den Senfkaviar:
50 g gelbe Senfkörner 60 ml milder Weißweinessig 20 ml Ahornsirup 100 ml Wasser 1 Prise Salz aus der Mühle 1 Prise Pfeffer aus der Mühle ½ TL gemahlener Kurkuma ½ TL gelbes Senfpulver
Hafergrütze für die Pinkel am Vortag mit kaltem Wasser einweichen. Eine halbe Stunde vorher den Schweinedarm in zimmerwarmen Wasser einlegen und Bauchfleisch sowie Speck und Aufsätze des Fleischwolfes in den Tiefkühler geben (damit das Fleisch beim Wolfen nicht heiß wird). Fleisch und die Zwiebel in Fleischwolfgröße zuschneiden und alles durch die mittlere Lochscheibe des Fleischwolfes drehen (Lochdurchmesser ca. 5 mm). Hafergrütze in ein Sieb geben und das Wasser leicht herausdrücken. Fleisch und Hafergrütze miteinander grob vermengen und mit den Gewürzen abschmecken. Schweinedarm auf die Füllstütze (Durchmesser, ca. 2 bis 2,5 cm) stülpen und überschüssiges Wasser herausdrücken. Wurst nicht zu prall einfüllen. Würste in gewünschter Größe abdrehen und mit Küchengarn verknoten. Die Würste min. 20 Minuten in siedendem Salzwasser garziehen lassen.
Kartoffeln schälen, in gleichgroße Stücke (z.B. Würfel, Kugeln) schneiden und in Salzwasser ca. 15 bis 20 Minuten garkochen. Kochwasser abgießen und Kartoffeln kurz auf der Herdplatte ausdampfen lassen. Kartoffeln vor dem Servieren in einer Pfanne mit Butter schwenken. Für den Grünkohl Perlgraupen in reichlich Salzwasser 20 Minuten kochen. Im Anschluss in ein Sieb gießen und mit Wasser die überschüssige Stärke abspülen. Grünkohl ordentlich waschen, in Salzwasser für 2 Minuten blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Den Kohl gut ausdrücken und kleinhacken. Zwiebel abziehen und zusammen mit dem Speck in feine Würfel schneiden. Zwiebel- und Speckwürfel in einer Pfanne mit Butterschmalz glasig dünsten. Kohl hinzufügen und kurz kräftig anbraten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und nach Zugabe der Haferflocken und des Kasslers 15 bis 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und der Senfpaste (siehe unten) kräftig abschmecken. Zum Schluss die Perlgraupen unterheben und den Kassler in mundgerechte Würfel schneiden. Das Ei für die Senfcreme in einen hohen Messbecher geben und unter schrittweiser Zugabe des Pflanzenöles mit einem Pürierstab zu einer sehr festen Mayonnaise emulgieren. 2 EL der Mayonnaise in ein Gefäß geben und mit den übrigen Zutaten senfähnlich abschmecken. Vorsicht: Das Senfpulver ist sehr scharf und muss schrittweise dosiert werden. Die Schärfe entfaltet sich erst nach 1 bis 2 Minuten. Senfkörner für den Senfkaviar unter kaltem Wasser abschrecken. Weißweinessig, Ahornsirup und Wasser zusammen mit den Senfkörnern einmal kräftig aufkochen und danach ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen. Senfkaviar mit Salz, Pfeffer, Kurkuma und Senfpulver abschmecken. Zum Schluss das Gericht auf Tellern anrichten und zusammen mit einem Schnapsglas mit Korn und Kirsche servieren.
Zutaten für zwei Personen
Zubereitung
Kandidatinnen und Kandidaten unterstützen sich
Unterstützung gab es aber auch aus ungewöhnlichen Reihen. „Es sind echt Hammer-Kandidaten dabei. Es war das erste Mal, dass ich alle schon kannte“, sagte Bohlen. „Auch wenn jemand rausgeflogen ist: Alle sind bis zum Schluss geblieben und haben mitgefiebert“, erinnert sich die Filsumerin. „Das ist so nicht üblich. Sogar die Produktion hat gesagt, dass sie das noch nicht erlebt hat“, freut sie sich.
Bohlen und die anderen Finalisten wollen in Kontakt bleiben. Ein Treffen im nächsten Jahr ist schon geplant – und vielleicht wird dann sogar gemeinsam gekocht.
Filsumerin empfiehlt jedem, sich mal zu trauen
Anneke Bohlen freut sich auf die Ausstrahlung der Finalshows Ende November. „So eine Aufregung wie bei der ,Küchenschlacht‘ habe ich noch nie erlebt“, sagt sie. Trotzdem antwortet die Filsumerin auf die Frage, ob sie wieder mitmachen würde, ohne zu zögern: „Auf jeden Fall. Ich empfehle jedem, der Lust hat, es einfach mal auszuprobieren und sich zu trauen. Was soll schon passieren?“
Wie sich Bohlen und ihre Konkurrenz im Jahresfinale der ZDF-„Küchenschlacht“ geschlagen haben, kann ab Montag, 25. November 2024, verfolgt werden. Die Sendung beginnt jeweils um 14.15 Uhr. Um diese Uhrzeit werden dann bis Freitag die weiteren Folgen ausgestrahlt.