Hamburg Vermisste auf Smoothie-Flaschen: Was über Inga Gehricke und Lars Mittank bekannt ist
Inga Gehricke und Lars Mittank sind seit rund zehn Jahren verschwunden. Die Vermisstensuche geht aber weiter: Ihre Fotos sind nun deutschlandweit auf Smoothieflaschen gedruckt. Das wissen wir über die zwei Vermissten.
Sie gelten seit rund zehn Jahren als vermisst, doch die Angehörigen geben die Hoffnung noch nicht: Die Gesichter der damals fünfjährigen Inga Gehricke und des 28-jährigen Lars Mittank sind nun deutschlandweit auf Smoothie-Flaschen von True Fruits zu finden.
Die Gründer des Smoothie-Herstellers seien mit ihrer ungewöhnlichen Idee auf die beiden Familien zugegangen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Das Angebot: Eine Vermisstenmeldung inklusive Bilder auf ihren Smoothieflaschen. Beide Familien nahmen an.
Die Zahl der registrierten Vermissten in Deutschland lag laut Bundeskriminalamt (BKA) am 1. Januar 2024 bei rund 9800. Mehr als 80 Prozent der Fälle werden innerhalb eines Monats gelöst. Nur wenige Vermisste bleiben für längere Zeit verschwunden – doch diese Fälle gibt es.
Während das Interesse der Öffentlichkeit abnimmt, fragen sich Angehörige über Jahre und Jahrzehnte, wo die Vermissten wohl geblieben sind. So auch die Familien der beiden Verschwundenen, die nun durch die Smoothie-Aktion in den Medien sind.
Auf den Flaschen ist zusätzlich zu einem alten Foto ein künstlich gealtertes Bild sowie die Vermisstenmeldung gedruckt. Die Flaschen wurden laut dem Hersteller seit dem 1. November an 30.000 Märkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeliefert. Die Familien erhofften sich neue Hinweise, so die True-Fruits-Sprecherin. Die Aktion solle mehrere Wochen lang laufen.
Victoria Gehricke, Mutter der vermissten Inga, wird auf der Website des Unternehmens zitiert:
Über die beiden Vermissten gibt es folgende Informationen:
Die fünfjährige Inga Gehricke ist am 2. Mai 2015 am späten Nachmittag verschwunden, steht auf der Aktionsseite des Smoothie-Herstellers Frue Fruits. Sie war mit ihrer Familie und Freunden in Wilhelmsdorf, einem Ortsteil von Stendal in Sachsen-Anhalt unterwegs. Während die Familien das Abendessen im dortigen Diakoniewerk vorbereitete, verschwand Inga spurlos.
Die Polizei vermutete zunächst, dass sie in den Wald gelaufen sei. Noch am Abend begann die Suche. Später sagten Zeugen aus, dass sie Inga zuletzt sahen, als sie in Richtung der Wohnhäuser lief. Es wurden Teiche ausgepumpt, Gewässer unter- und Gebäude mehrfach durchsucht. Dennoch gab es keine Spur zu dem Mädchen.
Lars Mittank verschwand im Alter von 28 Jahren am Flughafen Varna in Bulgarien. Seit dem 8. Juli 2014, gegen 10 Uhr, fehlt von ihm jede Spur. Zusammen mit seinen Freunden war Lars nach Bulgarien an den Goldstrand gereist. Am 6. Juli kam es laut Aktions-Webseite in der Nacht zu einer Auseinandersetzung mit zwei Männern, bei der er einen Schlag aufs linke Ohr erlitt, woraufhin er über Ohrenschmerzen und Hörverlust klagte.
Am Folgetag suchte Lars Mittank einen Arzt auf, der ihm Antibiotika verschrieb, ihm Flugverbot erteilte und ihm eine Einweisung ins Krankenhaus gab. Im Krankenhaus wurde er jedoch nicht aufgenommen. Seine Freunde flogen wie geplant abends zurück.
Auf einem Instagram-Profil werden Fortschritte im Fall kommuniziert und alte Bilder veröffentlicht:
Nach kurzer Übernachtung in einem Hotel fuhr der 28-Jährige zum Flughafen und suchte den dortigen Arzt auf. Den Behandlungsraum verließ er nach 41 Minuten – laut Zeugen sehr plötzlich. Ohne erkennbaren Grund rannte er demnach panisch vom Flughafengelände. Reisetasche, Handy und Ausweis ließ er zurück. Der vorher kontinuierliche Kontakt zu seiner Mutter brach ab. Seit diesem Zeitpunkt ist Lars verschwunden. Er tritt seinen gebuchten Flug und die alternative Busverbindung nach Deutschland nicht an.
In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Initiative des Smoothie-Herstellers zu neuen Hinweisen führen wird. Den Familien bringt sie immerhin neue Hoffnung.