Stand der Dinge Feuerwehrhäuser in der Krummhörn – so läuft der Neubau
Nach langen Verzögerungen tut sich nun endlich was beim Neubau der Feuerwehrhäuser in der Krummhörn. Außerdem fließt Geld in neue Ausrüstung und Fahrzeuge.
Krummhörn - Das Thema Feuerwehrhäuser hat in der Gemeinde Krummhörn schon öfter für Zündstoff gesorgt. Höhepunkt dürfte der angedrohte Massenaustritt einiger Mitglieder der Feuerwehr-Nord vor gut zwei Jahren gewesen sein, die sich einen ordentlichen Fahrplan für den lange versprochenen Neubau ihres Feuerwehrhauses gewünscht hatten. Wer zuletzt an den Standorten Ost in Eilsum und Nord in Greetsiel vorbeigefahren ist, dürfte bemerkt haben, dass der Neubau der Häuser jetzt sichtbar vorangeht. Außerdem, so kündigt die Gemeinde Krummhörn an, sind weitere Investitionen in die Feuerwehr geplant. Die wichtigsten Infos im Überblick.
Wie ist der aktuelle Stand beim Bau der Feuerwehrhäuser Ost und Nord?
Der Fortschritt der Bauarbeiten am Feuerwehrgerätehaus Ost an der Pewsumer Straße in Eilsum ist bereits gut sichtbar. Im Inneren wurden die Versorgungsanschlüsse verlegt, Estrich- und Putzarbeiten sind abgeschlossen. Laut Mitteilung der Gemeinde folgen als Nächstes die Bodenbeläge sowie die Innenausstattung, also etwa Spinde, Stühle und Tische. Die Auswahl erfolge in enger Absprache mit der Feuerwehr.
Auch am Standort Nord nahe der Kleinbahnstraße in Greetsiel sind die Bauarbeiten nun gestartet. Laut Mitteilung der Gemeinde soll bis Ende des Jahres die Tiefgründung erfolgen. Zu den ersten Schritten gehörten zudem Maßnahmen der Verkehrssicherheit sowie Erd- und Entwässerungsarbeiten. Kürzlich war vor Ort außerdem das Bauschild aufgestellt worden.
Warum braucht die Gemeinde überhaupt neue Feuerwehrhäuser?
Hintergrund ist ein 2016 von der Gemeinde in Auftrag gegebener Feuerwehrbedarfsplan, der 2021 aufgefrischt wurde und auch einen Zeitplan für den Neubau von Feuerwehrhäusern beinhaltet. Die neuen Feuerwehrhäuser wurden nach der Fusionierung der Wehren im Jahr 2018 nötig. Seitdem gibt es die Bereiche Nord (Greetsiel, Manslagt, Pilsum), Ost (Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum), Mitte (Pewsum, Woltzeten, Canum), Süd (Loquard, Rysum, Campen) und West (Groothusen, Hamswehrum, Upleward). Hinzu kommt die Feuerwehr in Visquard.
Der Zeitplan für die Neubauten hatte sich immer wieder verschoben. In der Feuerwehr kam es deshalb immer wieder zu Spannungen. 2019 hieß es etwa unter dem damaligen Bürgermeister Frank Baumann (SPD), dass der Bau des Feuerwehrhauses Nord noch 2021 beginnen soll – mit dem gleichzeitigen Neubau des Feuerwehrhauses Ost. Mitte 2023 hatte die Feuerwehrunfallkasse dann einen Fahrplan angeraten. Dieser sah vor, dass der Neubau der Feuerwehr Ost Vorrang hat und im gleichen Jahr starten soll. Ebenfalls sollte 2023 der Bauantrag für Nord gestellt und mit den Vorplanungen für Visquard begonnen werden. West solle 2026 in den Baubeginn gehen, Süd 2027. Insgesamt sollen alle Feuerwehrhäuser bis 2030 fertig sein.
Welche Investitionen stehen sonst noch an?
Zusätzlich zu den Baumaßnahmen investiert die Gemeinde Krummhörn in die Modernisierung der Feuerwehr. Laut Mitteilung fließen dabei besonders viele Mittel in die Beschaffung neuer Einsatzkleidung: Die Herstellung der Schutzbekleidung, vor allem für Atemschutzgeräteträger, sei in vollem Gange. Die Lieferung der Atemschutz-Bekleidung werde in der zweiten Dezemberhälfte 2024 erwartet, während die Einsatzkleidung für technische Hilfeleistung Anfang 2025 ausgeliefert werden soll. Insgesamt investiere die Gemeinde rund 450.000 Euro in die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute.
Außerdem gibt es zwei neue Fahrzeuge: Für die Feuerwehr Ost wurde ein Vorführfahrzeug des Typs LF 10 beschafft, das nicht nur Kosten spart, sondern auch schnell verfügbar ist. „Dieses Fahrzeug ersetzt ein altersbedingt ausgefallenes Löschfahrzeug und ist bereits einsatzbereit“, heißt es in der Mitteilung. Für die Feuerwehr Nord wurde 2023 zudem ein Mannschaftstransportwagen (MTW) in Form eines VW-Crafters angeschafft. Der Wagen sei nun final technisch nachgerüstet sowie beschriftet und sei damit vollständig einsatzbereit. Die Gesamtkosten für beide Fahrzeuge belaufen sich auf rund 474.500 Euro. Insgesamt fließen also mehr als 900.000 Euro in die Beschaffung neuer Fahrzeuge und Einsatzkleidung.
Was sagt die Bürgermeisterin?
„Durch den Bau des Feuerwehrgerätehauses Nord und den zügigen Fortschritt am Feuerwehrgerätehaus Ost stärken wir den Brandschutz in unserer Gemeinde langfristig und nachhaltig“, so Hilke Looden in der Pressemitteilung. Zudem werde die Zusammenlegung der Ortswehren damit an diesen beiden Standorten nun auch räumlich umgesetzt. „Beide Standorte werden künftig maßgeblich dazu beitragen, die Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.“ Auch die Beschaffung der neuen Einsatzkleidung und der beiden Fahrzeuge unterstreiche das Ziel, die Feuerwehr optimal auszurüsten, um im Ernstfall schnell und effizient handeln zu können.