Nordens Keeper Bartels berichtet Verrückter Torwart-Tag – Handbruch nach zwei Elfer-Paraden
Nordens Torhüter Alexander Bartels hat am Sonntag ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Nicht das erste Mal hielt er zwei Elfmeter in einem Spiel. Doch dann verletzte er sich schwer.
Norden - Mit zwei gehaltenen Elfmetern in einem Spiel hat ein Torhüter eigentlich genug geleistet, um am Ende als Held vom Feld zu gehen. Alexander Bartels vom FC Norden gelang am Sonntag das Kunststück, zwei Strafstöße zu parieren. Doch statt Gratulationen erhielt der 26-Jährige nach Spielschluss aufbauende Worte. Der FCN hatte das Fußball-Bezirksliga-Spiel gegen den SV SF Larrelt/FA Wybelsum mit 1:2 verloren und zu allem Überfluss hatte sich Bartels auch noch das Handgelenk gebrochen. „Ich war gerade gut drin, gut in Form. Und dann das“, weiß Bartels auch Tage später noch nicht so ganz, wie er das Wechselbad der Gefühle am Sonntag beschreiben soll.
„Ich werde etwa acht Wochen ausfallen“, sagt Alexander Bartels. Heißt im Klartext: Das Fußball-Jahr 2024 ist für den FCN-Keeper damit beendet. Ob er noch operiert werden muss, ist indes noch unklar. „In einer Woche soll ein weiteres Röntgenbild zeigen, ob es so wieder zusammenwächst.“ In den noch verbleibenden sechs Bezirksliga-Spielen in diesem Jahr wird voraussichtlich Henning Dreyer das Norder Tor hüten. Dieses tat er bereits, als Alexander Bartels im August für ein paar Spiele wegen einer Patellasehnen-Reizung im Knie ausgefallen war. „Zum Rückrundenbeginn bin ich dann hoffentlich wieder fit“, sagt Bartels.
Verletzung geht eine Abseitsposition voraus
Kapselrisse in Fingern hätte er schon einige gehabt. „Das gehört als Torwart mal dazu“, sagt er. „Aber einen Handgelenkbruch hatte ich noch nie.“ Nicht nur die Verletzung als solche ärgert den 26-Jährigen – auch die Entstehung dieser. „Nils Boekholder stand klar im Abseits. Doch die Fahne blieb zunächst unten. Dann hat er aus acht bis zehn Metern geschossen und meine Hand ist dann beim Parieren nach hinten weggeklappt“, schildert Bartels die Szene. „Bei sowas verstehe ich nicht, warum die Fahne nicht direkt gehoben wird. Dann wäre das gar nicht erst passiert.“
Ein Zuschauer hatte sogar einen Krankenwagen angefordert, der dann auch kam. „Das ist aber ohne Rücksprache mit mir passiert. Es gibt Notfälle, bei denen ein Krankenwagen mehr gebraucht wird als bei einem Handgelenkbruch. Also habe ich den Krankenwagen weggeschickt, bin noch duschen gegangen und habe mich dann ins Krankenhaus fahren lassen.“
Alexander Bartels hatte seine Norder im ersten Durchgang vor einem hohen Rückstand bewahrt. Erst verhinderte er mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Torsten Mammen in der 30. Minute das zwischenzeitliche 0:2. Elf Minuten später hielt Bartels wieder einen Elfer – diesmal gegen Nils Boekholder. Es wäre das 0:3 gewesen. Beide Schützen schossen von sich aus nach links. „Als Torwart gibt es so verschiedene Punkte, an denen man sieht, wohin der Schütze wohl schießen dürfte. Aber es ist auch immer Glück dabei“, sagt Bartels, der nicht erst seit Sonntag als „Elfmeter-Killer“ gilt. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte er in der Bezirksliga auch schon einmal zwei Strafstöße in einem Spiel gehalten. Damals war Bartels wirklich der Held. Norden gewann mit 3:1 gegen Suurhusen – und Bartels blieb ohne Verletzung.